Flüchtlingszustrom an der Grenze

Das müssen Sie über den Bahn- und Straßenverkehr wissen

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Fließender Verkehr auf der Saalachbrücke in Freilassing - Die Innenstadt und die Freilassinger Geschäfte sind wieder sehr gut erreichbar.

Freilassing - Landrat Georg Grabner fordert langfristige Lösungen für das Flüchtlingsproblem in den Grenzregionen. Derweil scheint sich der Bahn- und Straßenverkehr zu normalisieren:

Update, 17 Uhr:

Der Zulauf von Flüchtlingen in Freilassing hielt sich auch heute in Grenzen. Am Nachmittag hielten sich noch 343 Menschen in der Notunterbringung in der Sägewerkstraße auf, die allesamt heute noch mit einem Sonderzug in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet weitergeleitet werden.

Auf Salzburger Gebiet befanden sich am Nachmittag rund 800 Flüchtlinge, die nach dem Grenzübertritt zunächst zur Notunterbringung in die Freilassinger Sägewerkstraße gebracht werden. Für den späten Abend ist wieder ein weiterer Sonderzug zur Weiterleitung der Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung vorgesehen.

Keine Staus an der Saalachbrücke

Seit zwei Wochen fließt der Straßenverkehr über die Grenzbrücke in Freilassing in beiden Richtungen, bis auf kurze Stoßzeiten, z.B. im Berufsverkehr, wieder reibungslos. Damit ist die Freilassinger Innenstadt und somit die Geschäfte in Freilassing auch für Salzburger Kunden mit dem Auto wieder sehr gut erreichbar.

Bahnverkehr normalisiert sich

Ab dem heutigen Freitag wird sich der Schienenverkehr zwischen Freilassing und Salzburg weiter normalisieren. Die Meridian-Züge nehmen wieder ihren Betrieb nach dem Regelfahrplan auf. Auch die ÖBB nimmt ab heute eine zunächst befristete weitere Ausweitung des S-Bahnverkehrs auf einen Stundentakt zwischen Freilassing und Salzburg vor. 

Bei den von Salzburg nach Freilassing fahrenden Zügen werden weiterhin Kontrollen vorgenommen, um die Einreise von Migranten nach Deutschland mit der Bahn auszuschließen. 

Der Fernverkehr zwischen München und Salzburg bleibt aufgrund der Grenzkontrollen bei der DB bis voraussichtlich 1.11.2015 und bei der ÖBB bis auf weiteres eingestellt. Aktuelle Informationen sind laufend unter www.lra-bgl.de abrufbar.

Update 14 Uhr:

"Die Situation ist unberechenbar", fasste Grabner am Rande der Kreistagssitzung am Freitagvormittag die Flüchtlingsproblematik zusammen. "Das können die Ehrenamtlichen nicht mehr aufrechterhalten." Deshalb wiederhole er immer wieder seine Forderungen in Berlin, Verantwortung zu übernehmen und Hauptamtliche Helfer einzusetzen. Erste Schritte würden bereits eingeleitet. "Wir müssen jetzt erstmal abwarten, wie sich die Warteräume und Transitzonen auswirken, aber auch im Winter wird der Strom nicht abreißen", ist sich der Landrat sicher.

Mit Sorge beobachtet Landrat Georg Grabner die Flüchtlingssituation in Deutschland.

Er stellt aber auch fest: "So wie jetzt kann es nicht weitergehen, das hält dieses Land nicht aus!" Grabner rechnet mit einer Verdoppelung des Aufnahmeschlüssels: "Ich gehe nicht davon aus, dass wir die Unterbringung dann schultern können." 400 Plätze hätte man derzeit noch 'in der Pipeline', die man realisieren könne, danach sei Schluss. Bis zu 1000 würden benötigt.

Je mehr Flüchtlinge aufgenommen würden, desto schwieriger werde aus seiner Sicht die Integration, erklärte der Landrat seine Sorge: "Eine gute Integration funktioniert nur, wenn die Asylbewerber Deutsch lernen, einen Arbeitsplatz und eine Wohnung finden. Dabei dürfen aber die Einheimischen nicht ausgespielt werden." Eine Gradwanderung, die bei zu vielen Menschen nicht zu schaffen ist. Noch gibt es dafür aber keine Lösung.

Vorbericht:

Die seit dem vergangenen Wochenende entspannte Lage in Freilassing setzte sich auch am Donnerstag fort. Befanden sich am Vormittag noch rund 360 Flüchtlinge in der Notunterbringung in Freilassing, konnte das ehemalige Möbellager am Nachmittag aufgrund eines eingesetzten Sonderzugs, der die Menschen ins Bundesgebiet weiterleitete, völlig frei gemacht werden.

Dass sich die Halle in Freilassing wieder füllt, ist nur eine Frage der Zeit.

Auf Salzburger Gebiet befanden sich am Nachmittag wieder rund 1.000 Flüchtlinge, die am Donnerstag und Freitag gruppenweise von der Bundespolizei, kontrolliert, aufgenommen und zur Notunterbringung in die Freilassinger Sägewerkstraße gebracht werden. Für den späten Abend war ein weiterer Sonderzug zur Weiterleitung der Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung vorgesehen.

Wieder Spenden gefragt

Währenddessen bittet 'Freilassing hilft' wieder um Spenden. Diesmal werden Milchbrötchen, abgepackte Schokocroissants, Binden (keine Tampons!) und für Babys geeignete Feuchttücher (keine Gesichtsreinigungstücher o.ä.) benötigt. Die Abgabe erfolgt wie immer in der Bahnhofstraße 7 (violettes Gebäude gegenüber des Bahnhofs) in Freilassing.

Landratsamt Berchtesgadener Land/Freilassing hilft

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