"Schlag ins Gesicht für die engagierte Zivilgesellschaft"

"Wir sind die Grenze" - Erneute Demo in Freilassing

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Das identitäre Bündnis "Wir sind die Grenze" marschierte bereits am 9. Januar von Freilassing nach Salzburg.

In Zusammenarbeit mit #WirHelfenBeimGrenzbau findet am 27. Februar in Freilassing die mittlerweile 3. Versammlung gegen die Flüchtlingspolitik statt. Erwartet wird auch die Teilnahme von Pegida Anhängern:

In der Martin-Oberndorfer-Straße in Freilassing bis hin zur Grenze Österreichs geht es morgen rund. Für 13 Uhr ist der Beginn der 3. Demo gegen die Flüchtlingspolitik angesetzt. 

Verschiedenste rechtsextreme Gruppierungen aus Deutschland und Österreich versammeln sich in Freilassing, um von dort zur Grenze zu ziehen und gegen eine humane Asylpolitik zu demonstrieren. Bei den bisherigen fremdenfeindlichen Demonstrationen in Freilassing haben neben den vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierungen und Neonazigruppen auch verurteilte Rechtsterrorristen teilgenommen.

Gegendemonstrationen

Dem neuerlichen Aufmarsch wird sich wieder ein breites Bündnis aus Salzburg und dem Berchtesgadener Land entgegenstellen. „Freilassing setzt Zeichen“, „Plattform gegen Rechts in Salzburg“ sowie u.a. die Gruppe „Flüchtlinge Willkommen in Salzburg“ und die „Henastoibande e.V.“ haben gemeinsam Aktionen gegen die Verbreitung von fremdenfeindlichen Parolen in Freilassing und in Salzburg geplant:

So ist ab 14 Uhr auf österreichischer Seite am Kreisverkehr vor der Saalachbrücke (Münchner Bundesstraße 143) eine große Gegenkundgebung unter dem Motto:„Gemeinsam gegen rechte Hetze und Rassismus“ angemeldet, um dort gegen die Abschlusskundgebung der rechtsextremen Demonstration ein Zeichen zu setzen.

Großer Kehraus in Freilassing

Auf Freilassinger Seite hat die „Henastoibande e.V.“ einen „bunten Kehraus“ organisiert. Hierbei wird unter dem Motto „Wir kehren den braunen Dreck aus Freilassing“ ein bunter Zug, angeführt von traditioneller Musik, hinter den Rechtsextremen herziehen, um symbolisch die Stadt von deren Gedankengut wieder zu befreien. Treffpunkt für diese Aktion ist ab 13:30 Uhr am Freilassinger Rathaus.

Kritik am Bürgermeister

Das breite Bündnis, das sich den rechtsextremen Umtrieben entgegenstellt, übt massive Kritik am Freilassinger Bürgermeister Josef Flatscher und Teilen des Freilassinger Stadtrates, da diese die rechtsextreme Gefahr verharmlosen. Denn hinter den Aufmärschen steckt als Hauptorganisator die in mehreren deutschen Bundesländern beobachtete rechtsextreme „Identitäre Bewegung“. Diese ködert durch ihr modernes Auftreten besonders junge Menschen für rechtsextreme Ideologie. Unterstützung erfährt sie dieses Mal von Michael Viehmann, einem Mitglied des PEGIDA-Führungszirkels, der mit der Ausweitung der rassistischen Bewegung nach West- und Süddeutschland betraut ist.

„Dass die Kommunalpolitik hier nur zusieht und es seit Monaten nicht schafft, klar Stellung gegen die Rechtsextremen zu beziehen, ist angesichts der Erfahrungen aus der Nazi-Vergangenheit schockierend. Wenn dann obendrein auch noch die Gegenkundgebungen, an denen viele der lokalen Flüchtlingshelfer teilnehmen, durch den Bürgermeister immer wieder öffentlich mit den rechtsextremen Demos gleichgesetzt werden, ist das nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die engagierte Zivilgesellschaft, sondern leistet der rechten Stimmungsmache Vorschub“ so Josef Parzinger, Sprecher des örtlichen Bündnisses.

Aus unserem Archiv:

Identitäre Demonstration an der Freilassinger Grenze

Auseinandersetzungen am Freilassinger Bahnhof

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