Nach Beschwerden über Zustände in Freilassing

Caritas froh über neues System zur Erfassung von Flüchtlingen

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Freilassing - Caritas-Kreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung der Flüchtlingsregistrierung. Er hatte vergangene Woche über die Medien die Zustände für die Asylsuchenden angeprangert.

Am Donnerstag ist die endgültige Entscheidung gefallen: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird die sogenannte biometrische Erfassung ab 28. Januar nicht mehr in Erding, sondern direkt in Freilassing vornehmen.

Das bedeutet für die Flüchtlinge voraussichtlich einen längeren Aufenthalt in Freilassing. Dafür werden sie nicht mehr mit Bussen von Freilassing nach Erding gebracht, um nach der Erfassung wieder nach Freilassing zu fahren, von wo sie mit Sonderzügen im Bundesgebiet verteilt werden.

"Wir sind froh über die kürzeren Wege", sagte der Kreisgeschäftsführer der Caritas Berchtesgadener Land, Rainer Hoffmann, im Gespräch mit BGLand24. Er hatte vergangene Woche die Zustände für die Flüchtlinge als 'inhuman' bezeichnet. Statt einem längeren Aufenthalt mit Zeit zur Erholung und Versorgung bliebe kaum Zeit. Eltern könnten ihre Kinder nicht einmal zur Toilette bringen. Diese hätten dadurch ständig "durchnässte und schmutzige Hosen.", kritisierte Hoffmann öffentlich.

Die Bundespolizei wies die Vorwürfe von sich: "Während dieses Aufenthaltes besteht im unteren Bereich der Wartehalle in Freilassing die Möglichkeit der Verpflegung mit Speisen und Getränken. Darüber hinaus wird auch Bekleidung sowie entsprechende Versorgungsgüter für Babys und Kleinkinder bereitgestellt."

Der Caritas-Kreisgeschäftsführer betonte gegenüber BGLand24 noch einmal, dass seine Kritik nicht der Bundespolizei galt, die alles tue, um die Aufnahme der Flüchtlinge so menschlich wie möglich zu gestalten. "Die Kritik galt dem Deutschen Innenministerium, das in Berlin die Logistik der Flüchtlingsaufnahme entscheide, ohne die Situation vor Ort zu kennen", so Rainer Hoffmann. Dreimal habe er im Innenministerium angerufen, ohne Erfolg. Also wählte er den Weg über die Medien. "Und das offensichtlich mit Erfolg!"

Natürlich weiß auch Hoffmann, dass sich die neue Situation in der Sägewerkstraße erst einspielen muss. Doch er ist sich sicher, dass die Flüchtlinge so zumindest kurzzeitig zur Ruhe kommen könnten.

cz

Rubriklistenbild: © dpa

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Christine Stanggassinger

Christine Stanggassinger

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