Verlängerte Grenzkontrollen bis Ende Februar

Weitere Flüchtlinge warten - Bundespolizei optimistisch

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Die Bundespolizei wird sicher noch bis Ende Februar an der Freilassinger Grenze kontrollieren. Auf der Brücke definitiv nur einspurig.

Freilassing - Bis Ende Februar werden die Grenzkontrollen weiter aufrecht erhalten. Für die Bundespolizeiinspektion Rosenheim kein Problem. An der Grenze warten unterdessen wieder Flüchtlinge:

Update, 15.00 Uhr, Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land:

Unverändert entspannte Lage gegenüber den Vorwochen in der Notunterbringung in Freilassing: Die ehemalige Möbelhalle war heute mit bis zu 625 Flüchtlingen belegt, die noch am Nachmittag mit einem Sonderzug ins Bundesgebiet weitergeleitet werden können.

Auf Salzburger Gebiet warteten gleichzeitig rund 820 Flüchtlinge auf ihren Grenzübertritt nach Deutschland. Diese Flüchtlinge werden am Saalachwehr von der deutschen Bundespolizei über die Staatsgrenze geführt, anschließend grenzpolizeilich behandelt und zur Notunterbringung nach Freilassing gebracht. Dort werden sie von ehrenamtlichen Kräften des BRK, der Caritas und des MHD sowie von Kräften der Bundeswehr versorgt und verpflegt.

Auch für heute ist noch ein zweiter Sonderzug vom Bahnhof Freilassing zur Weiterleitung der Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet vorgesehen.

Erstmeldung:

"Wir haben uns vor Ort gut eingerichtet", erklärte Bundespolizeisprecher Rainer Scharf auf Anfrage von BGLand24. "An Containerlösungen oder ähnlichem für den Winter arbeiten wir auch schon." Es scheint, dass die Verlängerung der Kontrollen für die Bundespolizisten nicht überraschend kommt. Ein Grund dafür könnte der konstant anhaltende Flüchtlingsstrom sein. "Am Freitag haben wir 2900 Flüchtlinge aufgenommen, am Samstag 2400, am Sonntag 2200, am Montag 2000 und am Dienstag 2100", berichtete Scharf.

Dass sich in Freilassing die Notunterkunft in der Sägewerkstraße in den letzten Tagen immer mal wieder leert führt der Bundespolizeisprecher auf das mittlerweile eingespielte, geordnete Verfahren an der Grenze zurück. "So vermittelt sich auch der Eindruck, es sei ruhiger geworden."

Nach Fährenstreik in Griechenland mehr Flüchtlinge erwartet

Tatsächlich sind aber in Salzburg in den vergangenen Tagen weniger Flüchtlinge angekommen. Wie Johannes Greifeneder vom Informationszentrum der Stadt Salzburg erklärte, liege das an einem Fährenstreik in Griechenland. Vergangene Woche hätten die Seeleute zwei ganze Tage unter anderem für bessere Renten gestreikt. "Wir rechnen damit, dass bald wieder eine höhere Zahl Flüchtlinge bei uns ankommt", so Greifeneder.

Gestern waren rund 200 Flüchtlinge in der Asfinag untergebracht. Zeit für die vielen Helfer, haupt- und ehrenamtlich, eine gründliche Reinigung vorzunehmen. Gleichzeitig erwarten die Verantwortlichen winterfeste Zelte, die die Situation an kalten Tagen ein bisschen verbessern sollen.

In Kufstein waren es am Mittwochfrüh ca. 140 fremde Personen, die von der Bundespolizei registriert wurden. Noch ca. 1.000 Flüchtlinge sollen im Laufe des Tages dorthin gebracht werden.

Keine zweispurigen Kontrollen ohne österreichische Zustimmung

Verändern wird sich die Situation an der Grenze also vorerst nicht. Auch einem Vorschlag aus der Freilassinger Bürgerversammlung, die Grenzkontrollen zweispurig abzuwickeln, erteilte Scharf unter Vorbehalt eine Absage: "Für uns wäre es taktisch schwierig, das umzusetzen, da wir die zweite Spur als Kontrollspur benötigen, auf der wir Fahrzeuge genauer untersuchen." Außerdem wolle man wirklich in jedes Auto hineinsehen. Mit der einspurigen Regelung würde der Verkehr dementsprechend verlangsamt, dass die Beamten die Kontrollen optimal durchführen könnten.

Dem gibt Freilassings Pressesprecher Ulrich Zeeb recht: "Auf der Brücke geht es nur in diesem Verfahren. Der Wunsch der Bürger richtet sich nach zweispurigen Kontrollen auf österreichischer Seite." Landrat Georg Grabner würde das an den höchsten Stellen auch immer wieder fordern, aber ohne Zustimmung Österreichs ist das nicht möglich.

cz

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