OP-Säle im Geheimen geschlossen

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Freilassing - Auf der Homepage des Kreisklinikums Freilassing wird noch ein ambulantes Operieren in zwei Sälen angeboten. Dabei wurden sie bereits geschlossen und ausgeräumt.

„Warum wurde diese Maßnahme nicht öffentlich gemacht, sondern in aller Stille vollzogen?" Diese Frage stellte sich der geschäftsführende Vorstand der FWG Heimatliste Freilassing in seiner letzten Sitzung. „Wir sind tief besorgt, dass die Bürger so in Unwissenheit gehalten und im Geheimen solche Entscheidungen getroffen werden.“

Mit einer Protestwelle wehrten sich die Bürger von Freilassing damals gegen die Umstrukturierung ihres Krankenhauses. Mehrere tausend Menschen zogen zum Rathaus und gaben dort gegenüber der Politik ihren Unmut kund. Denn sie wehrten sich gegen den Wegfall der Grundversorgung. Die Verantwortlichen reagierten mit einem neuen Konzept – zwei Kliniken unter einem Dach. Die innere Medizin mit vierzig Betten, einer Intensivüberwachungsstation, das ambulante Operationszentrum sowie ein medizinisches Versorgungszentrum unter der Trägerschaft der Kliniken Südostbayern AG und der Psychiatrie unter dem Dach der Inn-Salzach-Klinken wurden geboren und haben sich unterm Strich bewährt.

Es schien sich alles hin zum Guten zu bewegen. Die neue Struktur bewährte sich und die Auslastung des Hauses schien zufriedenstellend zu sein. Bei einem „Tag der offenen Tür“ stellte die Klinikverwaltung der Öffentlichkeit die leitenden Ärzte und ihr Tätigkeitsfeld vor. Zu guter Letzt konnte noch ein erfahrener Spezialist als Chefarzt der Inneren gewonnen und der Bevölkerung präsentiert werden.

„Und nunmehr musste ich als Stadt- und Kreisrat über private Quellen erfahren, dass eine der Säulen des Kreisklinikums weggebrochen ist.“, empörte sich Ludwig Unterreiner, der als vehementer Verfechter des Erhalts des Krankenhauses in Freilassing bekannt ist. „Still und heimlich wurden die zwei Operationssäle, die mit viel Geld auf das Modernste hergerichtet worden waren, geschlossen und ausgeräumt. Damit ist ein ambulantes Operieren nicht mehr möglich.“ Die Vorstandschaft der FWG Heimatliste fragt sich, warum die Bevölkerung hierüber nicht informiert worden ist. Fürchten sich die Verantwortlichen vor dem Unmut der Einheimischen? „Wir sind doch keine 'Wutbürger'.“ Wenn es aus betriebswirtschaftlichen Gründen notwendig sei, diesen Bereich zu schließen und zu verlagern, dann müsse man dies als Tatsache hinnehmen, wenn es einem plausibel erklärt werde, so der Vorstand. „Wir kennen doch die Schwierigkeiten, mit denen die Kliniken der Südostbayern AG zu kämpfen hat. Und wir sind auch froh, dass die Krankenhäuser in kommunaler Hand verblieben sind. Aber es ist nicht hinnehmbar, dass so gravierende Änderungen im Geheimen ablaufen.“

Die medizinische Grundversorgung im nördlichen Landkreis sei der FWG Heimatliste ein wichtiges Anliegen. „Freilassing ist eine Gewerbe- und Industriestadt mit vielen Betrieben, in denen sich immer ein Unfall ereignen kann.“, erläuterte Unterreiner. „Aber auch im häuslichen Bereich muss ein Schnitt in den Finger auf kurzem Wege behandelbar sein.“

Pressemitteilung FWG Heimatliste Freilassing

Rubriklistenbild: © dpa

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