Ehrenamtlicher Wasserrettungsdienst stirbt nicht aus

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Der technische Leiter Peter Kuchlbauer legte den anwesenden Gästen die geleisteten Stunden und Einsätze der SEG-Wasserrettung dar.

Freilassing/Ainring – Die Jahreshauptversammlung der Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring hat kürzlich im BRK-Haus Freilassing stattgefunden.

Peter Kuchlbauer, technischer Leiter der Ortsgruppe, erklärte den zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste, was die Wasserretter im vergangenen Jahr geleistet hatten.

Bei den Wachdiensten in den Freibädern in Freilassing und Ainring wurden trotz des verregneten Sommers 456 unentgeltliche Stunden erbracht, wobei die 35 aktiven Helfer der Ortsgruppe 51 Mal Erste Hilfe leisten mussten. Hinzu kam die Absicherung des Feldkirchner Triathlons mit zwei Booten und 18 Helfern. An der Großübung der Wasserwachten in Berchtesgaden, wo ein Raftingunfall angenommen wurde, musste ein 16 km großes Einsatzgebiet abgesucht werden. Hierbei übernahm die Gruppe die Suche von der Oberau bis zur österreichischen Grenze. Bei Fortbildungen, Mittelbeschaffung und Gerätepflege fielen nochmals 3596 Stunden an. An 324 Stunden waren Helfer im Landrettungsdienst an der Rettungswache in Laufen im Einsatz. Die Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht Freilassing-Ainring wurde auch im vergangenen Jahr wieder zu mehreren Vermisstensuchen in Anspruch genommen.

Hans Kuchlbauer, stellvertretender Ortsgruppen-Vorsitzender, moderierte die Hauptversammlung der Wasserwacht Freilassing-Ainring.

Außerdem leisten die Wasserwacht-Einsatzkräfte in Freilassing, Ainring, Saaldorf und Surheim seit mehreren Jahren auch den Hausnotruf-Hintergrunddienst. Bei Bedarf werden die Wasserretter von der Hausnotruf-Zentrale als schnelle Erstversorger eingesetzt: Sie leisten Hebehilfen, schauen im Alarmfall bei den Hausnotruf-Teilnehmern nach dem Rechten und überbrücken im Notfall die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes mit Erster Hilfe. Bei zwölf alarmierten Einsätzen wurden von den Helfern 19 Stunden erbracht.

Bei den im vergangenen Jahr durchgeführten Schwimmkursen wurden 79 Seepferdchen, 207 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 118 Jugendschwimmabzeichen in Silber, 26 Jugendschwimmabzeichen in Gold, 9 Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, 17 Rettungsschwimmabzeichen in Silber und ein goldenes Rettungsschwimmabzeichen verliehen. Auch wurden vier Anfängerschwimmkurse angeboten, wo 62 Kinder mit dem Element Wasser vertraut gemacht werden konnten.

Sechs Mitglieder der Ortsgruppe wurden in einem Grund- und Aufbaukurs in Realistischer Unfalldarstellung ausgebildet, weitere vier Helfer konnten einen Ausbildungskurs für erwachsenengerechte Unterrichtsgestaltung abschließen. Ein Wasserretter bildete sich im Fachdienst Fließwasserrettung fort, drei Mitglieder waren zur Ausbildung „Leiten und Führen von Gruppen“ in Augsburg. Um im Einsatzfall schnellstmöglich bei den Hilfesuchenden zu sein, wurden drei Helfer auf das Wasserrettungskonzept des Rettungshubschraubers eingeführt. Im Einsatzfall kann der Wasserretter so direkt vom Hubschrauber aus an der Unglücksstelle abgesetzt werden.

Mit sichtlicher Freude konnte Jugendleiterin Monika Graf über den hohen Ausbildungsstand und das Engagement des Nachwuchses berichten.

Wie wichtig die Jugendarbeit in der Ortsgruppe ist, stellte die Jugendleiterin der Ortsgruppe Monika Graf in ihrer Rede fest. „Gerade in der heutigen Zeit, wo Facebook, Onlinespiele und Fernsehen die Freizeit der Jugendlichen beherrschen, bin ich stolz auf unsere Jugendarbeit, die zeigt, das auch der Dienst am Nächsten cool sein kann“, sagt Monika Graf. Ihre aus 15 Kinder und Jugendlichen bestehende Jugendgruppe im Alter zwischen elf und 15 Jahren leistete im vergangenen Jahr rund 850 Stunden für Ausbildung und Wachdienst. Zusätzlich zu den wöchentlichen Fortbildungsabenden mit Inhalten aus den Bereichen Wasserrettung, Naturschutz und Erste Hilfe konnten die Jugendlichen einen Ausflug zur Braunauer Hütte machen. „Die Jugend von heute sind die Einsatzkräfte von morgen“ so Jugendleiterin Monika Graf.

Hilfe aus der Politik und von den Entscheidungsträgern forderte der Vorsitzende des Ortsgruppe, Peter Graf, in seinen Ausführungen. Seit der Einführung der neuen Führerscheine ist es für die jungen Mitglieder nur noch mit einem erheblichen Aufwand möglich, die Einsatzfahrzeuge der Wasserwacht, aber auch die der anderen Hilfsorganisationen, zu führen. „Es ist absehbar dass unsere Fahrzeuge in Zukunft nicht mehr zum Ertrinkenden oder zu Bränden ausrücken. Nicht weil wir mit unserer Nachwuchsarbeit geschludert haben, sondern weil keiner der Helfer die entsprechende Fahrerlaubnis vorweisen kann“ so der Vorsitzende. Hierbei appellierte Graf vor allem an die Anwesenden aus der Politik, die Einführung des sogenannten Feuerwehrführerscheins voranzutreiben.

Der Vorsitzende dankte allen Hilfsorganisationen, den Gemeinde- und Stadtverwaltungen und dem Kreisverband Berchtesgadener Land für die stets gute und reibungslose Zusammenarbeit und das angenehme Miteinander. Auch für seine Mannschaft hatte Graf lobende Worte. Besonders freut es den Vorsitzenden, junge Leute von der Wasserwacht-Jugend in die aktive Wasserwacht übernehmen zu können, die bereits jetzt einen überdurchschnittlichen Ausbildungsstand haben und auf die man sich verlassen kann. „Auch 2011 werden wir Bewährtes bewahren, Neuem aufgeschlossen gegenüberstehen und unseren Aufgaben mit dem nötigen Eifer und dem notwendigem Ernst nachkommen“ so der Vorsitzende Peter Graf.

Besondere Freude bereitet Kreiswasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer und Ortsvorsitzenden Peter Graf die Ehrung von langjährigen Mitgliedern und Neuaufnahme von freiwilligen Nachwuchs-Wasserrettern.

Michelle Korosec (5 Jahre), Tanja Hager (20 Jahre) und Elisabeth Oberauer (20 Jahre) wurden für langjährige Mitgliedschaft in der Wasserwacht geehrt. Erwin Schreiner wurde für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. An die Wasserwcht-Jugendmitglieder Christopher Partolla, Cindy Hartje, Verena Lang, Stephanie Schneider, Florian Graf und Tobias Walser konnte der Ortsvorsitzende das Mitgliedsbuch übergeben und sie in die aktive Wasserwacht übernehmen. Auch Camen Heckel wurde in die aktive Wasserwacht übernommen, welche von der Ortsgruppe Betzenstein/Oberfranken in die Ortsgruppe Freilassing-Ainring wechselte.

Das bronzene Rettungsschwimmabzeichen konnten der Kreis-Wasserwacht-Vorsitzende Rudolf Schierghofer und Ortsvorsitzender Peter Graf an Verena Lang, Stephanie Schneider, Michelle Korosec, Katrin Graf, Leon Wagner und Michaela Kuchlbauer übergeben. Das Rettungsschwimmabzeichen in Silber erhielten Christopher Partolla und Florian Graf.

Kreis-Wasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer lobte das vielfältige Aufgabenspektrum der Freilassinger Wasserwacht und dankte den Ehrenamtlichen aber auch den Familien und Partnern, dass sie den Dienst am Nächsten unterstützen. Auch den Hilfsorganisationen von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk dankte Schierghofer für die gute Zusammenarbeit und das gute Miteinander.

Der scheidende Polizeichef von Freilassing, Bernd Jersch, ließ es sich nicht nehmen, persönlich seinen Dank für die gute Zusammenarbeit und allen guten Wünsche zu überbringen.

Erster Polizeihauptkommissar Bernd Jersch, scheidener Polizeiinspektionsleiter von Freilassing, überbrachte seine Grüße und die besten Wünsche für die Ortsgruppe. Besonders freut den Polizeichef, dass so viele junge Leute sehr engagiert für den Dienst am Nächsten bereit sind und die Jugendarbeit in der Ortsgruppe so gut aufgestellt ist. Auch die Kameraden von Feuerwehr und THW bescheinigten der Wasserwacht Freilassing-Laufen hervorragende Jugendarbeit und hoch motivierte Einsatzkräfte. Durch die einheitliche Notrufnummer „112“ ist die Zusammenarbeit optimiert und die Alarmierungswege kürzer.

Schneidermeister Eberhard Ludwig, Wasserwachts-Mitglied der ersten Stunde in Freilassing, freute sich über die Entwicklung der Ortsgruppe und dankte den Helfern und den Führungskräften, mit so viel Tatkraft und Herzblut bei dieser wichtigen Sache, der Rettung von Menschenleben, dabei zu sein.

Pressemitteilung BRK BGL

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