Kriminalisten-Fachtagung in Ainring

Viele neue Erkenntnisse über Einbruchskriminalität

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Ainring - Kriminalisten aus acht Nationen trafen sich zur Fachtagung in der Gemeinde. Das Thema des internationalen Treffens war die Bekämpfung der Einbruchskriminalität.

Wohnungseinbrecher arbeiten größtenteils hoch professionell, bandenmäßig und sie sind quer durch Europa mobil. Die Polizei stemmt sich mit großer Anstrengung gegen diese blühende Form der Kriminalität und das in länderübergreifender Zusammenarbeit.

Kriminalisten aus acht Nationen 

Bei der Internationalen Fachtagung zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität von 2. bis 4. November beim Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring trafen sich einmal mehr Kriminalisten aus acht Nationen und acht Bundesländern zum Wissens- und Erfahrungsaustausch. Den Auftrag zur Tagung erteilte das Bayerische Ministerium des Innern, für Bau und Verkehr. Das BPFI richtete die Veranstaltung in guter und enger Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium München aus, das die inhaltliche Verantwortung trug.

Rund 70 Einbruchskriminalisten aus acht Nationen und Bundesländern tauschten in Ainring Erfahrungen aus und knüpften wichtige Kontakte zueinander.

Die Einbruchskriminalisten reisten aus Spanien, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Slowenien, Moldawien, Rumänien und aus dem ganzen Bundesgebiet an. Das BPFI widmete sich bereits zum dritten Mal in einer Großveranstaltung diesem wichtigen kriminalpolizeilichen Thema.

Mit der frühen Dämmerung kommen die Einbrecherbanden

Gerade jetzt im Spätherbst, begünstigt durch die dunklere Jahreszeit, steigen in allen Ländern und besonders in Westeuropa die Fälle von Einbruchskriminalität wieder an und nehmen erst mit Beginn des Frühjahrs wieder ab. 

Neben dem fachlichen Austausch war die Netzwerkbildung ein Hauptziel der Tagung. Die Tagungsteilnehmer waren sich auch einig darüber, wie wichtig der länderübergreifende, persönliche Kontakt der Sachbearbeiter untereinander ist, wie er anhand solcher Treffen entsteht oder vertieft wird.

Bereits während der Tagung erhielt ein Münchner Kollege wichtige Information eines Kölner Beamten zu einem aktuellen Verfahren. Dem Kölner Kollegen war während einer Fallschilderung aus München ein Name eines Tatverdächtigen aufgefallen. Er erkundigte sich daraufhin bei seiner Heimatdienststelle und informierte den erstaunten Sachbearbeiter des Polizeipräsidiums München beim Mittagessen über seine Erkenntnisse.

Neuer Tatmodus aus Rumänien

Rumänische Kollegen stellten einen neuen Tatmodus vor, der bislang nur in Rumänien aufgefallen war. Dabei wird ein spezielles Werkzeug verwendet. Unmittelbar nach der Tagung wurden die Informationen hierzu innerhalb des Polizeipräsidiums München gesteuert. Kurz darauf meldete sich ein Angehöriger der Münchner Spurensicherung und teilte mit, dass er dieses Werkzeug bei kürzlich in München festgenommenen Ungarn gesehen habe. 

Eine Woche nach der Tagung wandten sich Beamte aus Aachen an die Münchner Fachdienststelle und baten um Unterstützung. Sie waren von ihren belgischen Kollegen darüber informiert worden, dass sich ein mazedonischer Einbrecher auf der Fahrt von Belgien nach Österreich befindet. Da der Tatverdächtige auf dem Weg dorthin auch durch Bayern muss, leiteten die Münchner Kollegen geeignete Fahndungsmaßnahmen ein.

Diebe reisen quer durch Europa

Bei der Tagung in Ainring unterhielten sich die Kriminalisten auch darüber, wie die Polizei die Bevölkerung aufklären und so präventiv tätig werden kann. Dazu zählen der Einsatz moderner EDV-Programme und verbesserte personelle Einsatzkonzepte. Andererseits gelang es, anhand ausgewählter Ermittlungsverfahren der verschiedenen Teilnehmerländer unterschiedliche Konzepte und Methoden sowie das breite Spektrum an repressiven Möglichkeiten aufzuzeigen.

Erneut hatte sich in den Fachgesprächen die Erkenntnis bestätigt, dass ein großer Teil der Straftaten durch Personen verübt wird, die mobil sind und zum Teil innerhalb weniger Tage quer durch Europa von Tatort zu Tatort reisen. Eine Vielzahl der Täter plant die Einbrüche hoch professionell, ist hochgradig vernetzt und die Taten werden bandenmäßig verübt. Darüber hinaus verhalten sie sich äußerst konspirativ.

Zeugenhinweise von Nachbarn helfen der Polizei bei der Aufklärung

So sind Ermittlungserfolge oft nur durch sehr zeit- und personalintensive verdeckte Maßnahmen, wie Observation und Telefonüberwachung, möglich. Es hat sich gezeigt, dass Ermittlungserfolge auch darauf beruhen, dass den ermittlungsführenden Dienststellen ausreichend Personal für die Durchführung personenorientierter Ermittlungen zur Verfügung steht.

Eine besondere Bedeutung kommt aber auch immer wieder Hinweisen von aufmerksamen Bürgern zu, etwa, wenn ihnen verdächtige Personen oder Fahrzeuge in oder um ihren Wohnbereich auffallen. Ist ein Kennzeichen, die Automarke oder gar eine Personenbeschreibung erinnerlich, hilft dies der Polizei bei ihrer Arbeit maßgeblich weiter. Hier ist es weiterhin notwendig, dem Bürger eine etwaige Hemmschwelle vor dem Polizeinotruf zu nehmen.

Länderübergreifende Aktionen führen zu Erfolg

Auch die Zusammenarbeit der Bayerischen Polizei mit den Kollegen aus Baden-Württemberg führte jüngst in einer konzertierten, länderübergreifenden Aktion zu einem beachtlichen Erfolg gegen international operierende Einbrecherbanden: Die Beamten nahmen 101 Tatverdächtige fest und stellten erhebliche Mengen an Diebesgut sicher.

Bei der Fachtagung in Ainring waren sich alle einig, wie sehr sie von dem Fachtreffen profitiert hatten und wie das die künftige Zusammenarbeit erleichtert. Deshalb wünschten auch alle Teilnehmer eine Fortsetzung der Veranstaltung.

Pressemitteilung Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei

Rubriklistenbild: © dpa

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