Gibt es trotzdem noch Hoffnung für die Vachendorfer Filiale?

Jahrelang rote Zahlen: Edeka Pfeilstetter wird schließen

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Joseph Pfeilstetter sucht derzeit nach potenziellen Nachfolgern, doch fix ist, dass er sein Engagement in Vachendorf beenden wird. 

Vachendorf - "Da leb ich, da kauf ich", heißt es noch in großen Lettern vor dem Edeka - noch: Der kleine Dorfsupermarkt wird zum Jahresende schließen. Die Gründe und mögliche Alternativen:

Die Gerüchteküche brodelt schon länger, nun ist es traurige Gewissheit: Edeka Pfeilstetter wird zum Jahresende die Filiale in Vachendorf schließen. Seit fünf Jahren betreibt Joseph Pfeilstetter den Laden, doch die meiste Zeit habe man "rote Zahlen" geschrieben: "Das Sortiment ist natürlich nicht ausreichend für heutige Ansprüche, Parkplätze und Co. fehlen ebenso", meint Pfeilstetter.

Immer weniger seien auf kleinen Markt angewiesen

"Es fällt uns sehr schwer diesen Laden aufzugeben. Zum einen hat so ein kleiner Laden etwas Nostalgisches, Familiäres. Zum anderen sind wir uns der Bedeutung so eines Nahversorgers in einer Kommune durchaus bewusst, nicht nur als Lebensmitteldepot, sondern auch für viele Leute als Lebensmittelpunkt, als Ort der Kommunikation und des Ratsches", so der Geschäftsführer. Doch es würden immer weniger, die auf so einen Markt angewiesen wären - "auch weil die älteren Mitbürger automäßig bis ins hohe Alter mobil sind, Gott sei Dank". 

Nur von den Umsätzen, die die Vachendorfer "in der Stadt vergessen" hätten, könne man nicht leben, so Pfeilstetter. Auch hohe Abschriften oder Auflagen der Behörden würden ihren Teil dazu beitragen, dass man den Spaß verliere. Für manche Vachendorfer sicher ein weiterer, harter Einschnitt: Schon Post und Sparkasse schlossen in den vergangenen Jahren ihre Filialen.

Gibt es noch Hoffnung?

Ist damit das endgültige Aus für einen Lebensmittelladen in Vachendorf besiegelt? Nicht ganz. Pfeilstetter sucht derzeit potenzielle Nachfolger, die das Geschäft übernehmen könnten. "Einen Interessenten gibt es bereits. Dem Nachfolger würden wir auf alle Fälle mit Rat und Tat zur Seite stehen", so Joseph Pfeilstetter. Heißt: Ein möglicher Betreiber könnte auf die Zahlen zurückgreifen, auch Einrichtung, Kühlung und Kassensystem wird spendiert

Auch ein Dorfladen wäre eine theoretische Lösung - Hammer, Schleching oder Frabertsham gehen hier mit gutem Beispiel voran: "Aber auch da gehört Idealismus seitens der Bevölkerung dazu, Freiwillige müssten unentgeltlich arbeiten", weiß Pfeilstetter. Ähnlich wie nach der Edeka-Schließung in Erlstätt bietet Pfeilstetter auch einen Lieferservice für Vachendorf an und bringt ins Spiel, Bürger ohne Auto abzuholen und zu einer anderen Pfeilstetter-Filiale zu bringen. Neben den nahen Läden in Siegsdorf, Grabenstätt, Traunstein oder Bernhaupten betreibt Pfeilstetter auch Großfilialen östlich von München.

Vachendorf könnte allgemeinen Trend verstärken

Kleinere Läden verschwinden, größere werden größer: Die Tendenz gilt auch für den Landkreis Traunstein. 17 Lebensmittelgeschäfte schlossen in den vergangenen zehn Jahren, die durchschnittliche Verkaufsfläche steig dagegen um rund 20 Prozent. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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