Urlauber nachts mit Messer bedroht

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Traunstein – Einen Alptraum erlebten ein 37-Jähriger aus Ludwigsburg und seine 20-jährige Freundin. Beide wollten am 5. Januar in einem Lokal am Taubenmarkt in der Traunsteiner Innenstadt zu Abend essen. Während die Frau vor dem Lokal wartete, parkte der Freund seinen Pkw.

Plötzlich klopfte ein Mann an sein Autofenster. Als der 37-Jährige die Türe öffnete, hielt ihm der Unbekannte ein Messer an den Hals und forderte die Autoschlüssel. Der Überfallene sprang aus dem Fahrzeug, verriegelte es geistesgegenwärtig per Fernbedienung und flüchtete in das Lokal.

Jugendrichter Dr. Michael Weigl verurteilte den Täter, einen 18-jährigen Hilfsarbeiter aus Bergen, am Mittwoch zu zwei Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung sowie Unterbringung in einer Alkohol- und Drogenentzugseinrichtung.

Der Autofahrer war in jener Nacht fürchterlich erschrocken, als ihn der Unbekannte mit dem Befehl „Raus“ aufforderte, das Auto zu verlassen. Das Messer war nach dem Öffnen der Tür nur 15 bis 20 Zentimeter vom Hals des Opfers entfernt.

Der junge Mann ignorierte vor der zugehaltenen Tür des Lokals die Anweisung der inzwischen hinzugekommenen Polizei, das Messer wegzuwerfen. Stattdessen ging er damit, das er sonst an seiner Arbeitsstelle verwendet, auf einen der Beamten zu. Mit Hilfe von Pfefferspray konnte der rabiate Täter außer Gefecht gesetzt und festgenommen werden. Das Amtsgericht Traunstein ordnete wegen der Drogen- und Alkoholproblematik dann im März 2009 die vorläufige Unterbringung an.

Am Tatabend hatte der junge Mann nach der Arbeit schon eine Menge Alkohol konsumiert, als er sich nochmals auf nach Traunstein machte. Ein plausibles Motiv für den versuchten Überfall konnte der 19-Jährige auf Frage von Richter Dr. Michael Weigl nicht nennen. Er meinte, er erinnere sich an kaum etwas. Unabhängig davon entschuldigte er sich bei dem Opfer wie bei den Polizeizeugen.

In den Plädoyers folgten Staatsanwältin Martina Sattler und der Verteidiger, Dr. Markus Frank aus Rosenheim, den Ausführungen von Michaela Traud. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe hatte sich wegen der Reifeverzögerungen des 19-Jährigen für die Anwendung von Jugendstrafrecht ausgesprochen. Während die Staatsanwältin die letztlich vom Gericht verhängte Strafhöhe beantragte, hielt der Verteidiger eine Jahr Freiheitsstrafe für ausreichend.

Das Amtsgericht befand den reuigen Angeklagten des versuchten schweren Raubs, des Widerstands gegen Polizeibeamte und eines Drogendelikts schuldig.

In die jetzige Strafe einbezogen wurde eine Vorverurteilung, wegen der der 19-Jährige im Januar 2009 noch unter Bewährung gestanden hatte.

kd/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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