Unternberg: schnell mal Skifahren?

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So soll es auch kommenden Winter am Unternberg ausssehen.

Ruhpolding - Das Thema 'Skibetrieb am Unternberg' wird in Ruhpolding immer noch sehr emotional diskutiert, aber es könnte eine Lösung geben!

"Es ist uns ein großes Anliegen, das Angebot am Unternberg so gut wie möglich aufrechtzuerhalten", begann Bürgermeister Claus Pichler die Gemeinderatsitzung am Dienstagabend. "Deshalb wollen wir die Sesselbahn ganzjährig in Betrieb halten - eventuell mit der Rauschbergbahn zusammen." Der Skibetrieb könne in der Trägerschaft der Kommune aber nicht mehr durchgeführt werden.

Deshalb war Herbert Fritzenwenger jun. anwesend. Er hat sich erst die vergangenen drei Wochen mit dem Unternberg beschäftigt. Wo ihn der Unternberg vorher wenig interessierte, merkte er in einer Skiclub-Versammlung, wie wichtig der Skibetrieb dort für die Einheimischen ist. Also hat er ein Konzept erstellt, wie am Unternberg weiter gewedelt werden könnte.

Gemeinsam mit Franz Ringsgwandl (Leiter Skibetrieb), Martin Fritzenwenger (Leiter Veranstaltungen und Rennbetrieb) und Tobias Veitinger (Beschneiung) will Fritzenwenger (Geschäftsführer) den FIS-Lift bereits Mitte Dezember in Betrieb nehmen - abhängig vom Schnee natürlich. Für die neu zu gründende Ski-Betriebe Ruhpolding GmbH & Co Betriebs KG suchen sie noch Mitfinanziers. Insgesamt benötigen sie 142.500 Euro. "Wenn das Geld nicht zusammenkommt, wird es diesen Winter sicher keinen Skibetrieb am Unternberg geben", weiß der Initiator. "Dann ist aber auch die Frage, ob dort jemals wieder Ski gefahren wird."

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Neues Konzept für Skibetrieb

Fritzenwenger will sich nicht vorwerfen, gar nichts getan zu haben, um den Unternberg zu retten und will deshalb seine Idee am Mittwochabend um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum Ruhpolding allen Interessierten vorstellen. Denn jeder einzelne Skifahrer kann seinen Teil dazu beitragen. Die Betriebskosten sollen nämlich durch den Verein "Unterstützer des Skiliftbetriebes" refinanziert werden. Für 50 (1 Erwachsener und 1 Kind) bzw. 100 Euro (2 Erwachsene und x Kinder) im Jahr erhalten Mitglieder 50 Prozent Ermässigung auf die Liftkarten. Auch ein Sponsorenpaket mit Vergünstigungen für 30.000 Euro soll es geben.

Und das ist auch nötig, denn die Preise liegen bei 25 Euro für drei Stunden für Erwachsene und 15 Euro für Kinder. Natürlich soll es auch Familien- und Saisonkarten geben. "Das Produkt Skipiste ist in der Erstellung teurer, als es bisher verkauft wurde", erklärt Fritzenwenger die Preise. "Nur so ist der Betrieb vertretbar." Natürlich werden auch Zuschüsse aus der öffentlichen Hand benötigt, aber der Initiator ist sich sicher, dass sein Konzept funktionieren kann.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um das Ganze umzusetzen. "Wir müssen das Geld innerhalb dieser Woche zusammenbekommen, sonst wird es in diesem Winter keinen Skibetrieb geben." Sollte der Ernstfall wirklich eintreten, steht die Gemeinde vor dem gleichen Problem, das sie schon seit über zehn Jahren zu lösen versucht. Die Gespräche mit möglichen Käufern und Investoren verliefen bisher nicht erfolgreich. Also werden Bürgermeister Pichler und je ein Vertreter der Gemeinderats-Fraktionen darauf schauen, dass der Vertrag mit Fritzenwenger zustande kommt. Dafür nehmen sie den einen Euro Pacht für die kommenden fünf Jahre und die Übergabe in reparierten und TÜV-geprüften Zustand in Kauf.

Abschließend appellierte Pichler an die anwesenden Ruhpoldinger und Gemeinderäte: "Das Projekt braucht Unterstützer, die sich finanziell beteiligen und idyell einbringen."

cz

Quelle: chiemgau24.de

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