Stadtentwicklungskonzept entsteht

Das stellen sich Bürger und Planer für Traunstein vor

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Stadtplaner Martin Schirmer diskutierte seine Vorschläge im Anschluss mit den Traunsteinern im Rathaussaal.

Traunstein - Wo soll die Stadt hin? Im Rahmen eines neuen Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) stellten jetzt die Planer ihre visionären Ideen vor. Auch die Ideen der Bürger sollen einfließen.

Rund 70 Traunsteiner kamen zur "Bürgerwerkstatt" in den Rathaussaal.

Es soll sich wie ein roter Faden durch die künftige Stadtentwicklungspolitik ziehen: Das ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) kann für den Stadtrat künftig ein Leitfaden sein - muss es aber auch nicht. Fest steht: Ohne ein solches Konzept bekommen Kommunen keine Städtebaufördermittel. Für sieben Teilbereiche der Stadt präsentierte der Würzburger Stadtplaner Martin Schirmer seine Ideen- nach einer kurzen Einführung ließen sich die Traunsteiner nicht lange bitten und trugen ihre Vorschläge bei. Bis zum Sommer soll das ISEK fertig ausgearbeitet sein und vom Stadtrat verabschiedet werden.

1) Stadtbild - öffentlicher Raum

- Karl-Theodor-Platz: Um 500 neue Stellplätze zu schaffen und "Parksuchverkehr" zu verhindern stellen sich die Planer eine zweigeschossige Tiefgarage vor. Der Platz selbst könnte durch größere Grünflächen um die Salinenkapelle aufgewertet werden. Außerdem stellt man sich ein Tagungshotel oder einen Veranstaltungssaal mit Außengastronomie vor.

- Untere Stadt: Die Möglichkeiten des "Stadtumbaus" sollen ausgewertet werden. Zentral ist in den Ideen der Planer die Umsiedlung der Feuerwehr und des Bauhofes mit dortiger Wohnbebauung (siehe unten) und eine neue Verkehrsführung, um die Ecke Scheibenstraße/Schützenstraße zu entlasten.

- Mühlbach: Die Aufenthaltsqualität am Mühlbach soll erhöht werden, zum Beispiel durch Spielmöglichkeiten, einem Rückbau der betonierten Ufer oder einer Verbreiterung der Fußwege.

- Ruperti-Stadel: Pflasterung, Begrünung und Beleuchtung vor dem Ruperti-Stadel und damit eine Aufhebung der Trennwirkung zwischen Gehweg und Vorplatz. Das Areal sollte an den neuen Salinenpark besser angebunden werden.

- Traunerstraße: Man will prüfen, wie bestehende Nebengebäude rückgebaut werden können um die Flächen entlang des Mühlbaches neu zu gestalten. Neue Wohnungsangebote könnten an der Traunerstraße entstehen.

- Maxplatz: Durch eine Ordnung und Beruhigung des Verkehrs soll die Qualität und Sicherheit für Radfahrer erhöht werden. Die Planer sprechen außerdem von einer Steigerung der Aufenthaltsqualität durch Stadtmöblierung, Begrünung und einer Einbindung der Gastronomie.

- Ludwigstraße: Sie soll Teil der "Einkaufsstadt" werden: Geringere Fahrbahnbreiten, Aufwertung der Schaufenster und eine Verbesserung der Rad- und Fußwege.

- Herzog-Friedrich-Straße: Sie hat nach den Stadtplanern noch eine zu große trennende Wirkung zwischen Innenstadt und Bahnhofsareal. Auch die Fahrbahnbreiten der Herzog-Friedrich-Straße sollten verringert werden um den Verkehr zu beruhigen - dafür Begrünung. Ist diese trennende Wirkung der Straße aufgehoben könne man auch auf die Unterführung verzichten und einen Fußgängerüberweg errichten.

- Roccoco-Saal: Durch einen Steg von der Mühlenstraße aus soll der Roccoco-Saal besser eingebunden werden: Er sollte schließlich instandgesetzt werden um dort kulturelle Veranstaltungen zu etablieren.

2) Wohnen

- Festplatz: Die Planer könnten sich den Festplatz als Standort für kostengünstiges und innenstadtnahes Wohnen vorstellen - wenn man einen guten Alternativplatz für den Festplatz findet. 

- Feuerwehr/Bauhof: Die ideale Wohnfläche zwischen Innenstadt und Traun, wenn es nach den Architekten geht. Feuerwehr und Bauhof sollten mittel- bis langfristig verlagert werden.

- Seiboldsdorf: Auch westlich und östlich der Hochstraße könnte man sich individuelles und familiengerechtes Wohnen vorstellen.

3) Verkehr

- Fahrradstadt: Lücken im Radwegnetz sollten geschlossen, bestehende Radwege aufgewertet werden. Für Traunsteiner, die nicht zentrumsnah wohnen, soll es attraktiv genug sein, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren.

- Verbindungen Oberstadt/Unterstadt: Die Planer stellen sich mehr Aufzüge vor, zum Beispiel beim Roccoco-Saal, dem Hofbräuhaus oder am Kniebos. 

- Wegscheid: Wie schon viele vor ihnen stellen sich auch die Würzburger Stadtplaner an der Wegscheid-Kreuzung einen Kreisverkehr vor - zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

4) Freizeit/Kultur/Tourismus

- Angebotserweiterung: Überregional bedeutsame Angebote mit Strahlkraft sollten ausgebaut werden. Die Planer sprechen von Museen, die um die Themen Bier, Berge oder Salz kreisen, aber auch von einem Jugendzentrum westlich des Bahnhofs oder einem Wohnmobilstellplatz.

- Flächendeckendes, kostenfreies WLAN: Würde sowohl Einheimischen als auch Touristen zu Gute kommen und wäre ein "interessantes Marketinginstrument".

- Übernachtungsangebote: Eine Bedarfsanalyse soll klären, wie viele Betten und Zimmer Traunstein benötigt und welche Zielgruppen angesprochen werden sollen. Auch die Standortfrage für ein Hotel soll geklärt werden. Die Planer können sich den Karl-Theodor-Platz oder das Bahnhofsareal gut vorstellen - sowohl westlich, als auch östlich, beispielsweise im alten Postgebäude.

5) Gewerbe/Einzelhandel

- Höllgasse/Fuchsgrube: Eine private Projektentwicklung sollte dort gefördert werden um Wohnen und Außengastronomie möglich zu machen. Der Standort soll damit aufgewertet werden.

- Einzelhandelsflächen: Lücken sollten geschlossen, ein "Einzelhandelsmagnet" sollte angesiedelt werden. Die Planer haben dabei die Leerstände in der Marienstraße im Blick.

- Interkommunales Gewerbegebiet: Im Norden sollte ein interkommunales Gewerbegebiet mit Nußdorf angestrebt werden um wirtschaftliche Impulse für die Neuansiedlung von Betrieben zu setzen. 

6) Energie/Klimaschutz

- Nahwärme: Ein Nahwärmekonzept sollte erstellt und ein "Nahwärme-Impulsprojekt" benannt werden.

- Wasserkraft: Die Wasserkraft, beispielsweise am Mühlbach, sollte nicht nur optimiert werden, sondern auch in die Umweltbildung miteinbezogen werden.

7) Kammer

Zentral ist für die Planer in Kammer vor allem die Schaffung und Gestaltung der Ortsmitte und die Ansiedelung eines Nahversorgers.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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