73-jähriger Burgkirchner vor Gericht

Prozessauftakt: Mit Küchenmesser niedergestochen

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Traunstein/Burgkirchen - Ein Familienstreit mit fatalen Folgen: Ende Juli soll ein Rentner aus Burgkirchen seine Ehefrau mit einem Messer niedergestochen haben. Jetzt steht der Mann in Traunstein vor Gericht:

Am Montag beschäftigt sich das Traunsteiner Landgericht mit dem Fall eines 73-jährigen Rentners, der im April 2015 seine Ehefrau mit einem Küchenmesser schwer verletzt haben soll. Seit dem Vorfall ist der Burgkirchner im Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg untergebracht.

So rekonstruierte die Staatsanwaltschaft den Tathergang:

Nach einem heftigen Streit mit einer Bekannten im Juli, soll der heute Angeklagte zum ersten Mal zu einem Messer gegriffen haben. In diesem Fall jedoch noch ohne jemanden damit zu verletzten. Erst viel später, genauer gesagt am 27.Juli morgens, soll der 73-Jährige ohne erkennbaren Grund auf seine Ehefrau eingestochen haben. Das Kuriose an der Sache: Der Streit lag wohl zeitlich deutlich vor dem Angriff mit dem Messer. Thema des damaliges Streits sei eine Unstimmigkeit über die Unterbringung seiner Frau in einer Betreuungseinrichtung gewesen.

Beim vermeintlichen Angriff auf die 68-Jährige erlitt diese eine mehr als zehn Zentimeter tiefe Stich- und mehrere Schnittwunden. Auf seinen zur Hilfe geeilten Sohn soll der Burgkirchner nicht eingestochen haben, ihm gegenüber soll er die Stichbewegungen lediglich angedeutet haben. Als seine Frau das Zimmer verlassen hatte, habe der Beschuldigte die Stichwaffe weggelegt und anstatt dessen mit einem Gehstock auf den gemeinsamen Sohn eingeprügelt.

Sohn des Rentners ging dazwischen

Nachdem der Zeuge seinem Vater den Stock entrissen habe, soll der Beschuldigte erneut zum Messer gegriffen haben.Erst nach Schlägen auf den Kopf sei der Rentner schließlich zu Boden gegangen und konnte fixiert werden. Nach dem Eintreffen der Polizei wurde die schwerverletzte Ehefrau in ein Krankenhaus eingeliefert, wo ihre Verletzungen versorgt wurden. Ihr Zustand war dabei zu jeder Zeit stabil und nicht lebensbedrohlich. Der 46-jährige Sohn blieb unverletzt.

Gingen die Ermittler anfangs noch einem versuchten Totschlag aus, muss sich der Rentner nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zum Tatzeitpunkt soll der Beschuldige wegen einer hirnorganischen Störung nicht Herr seiner Sinne gewesen sein. In der Verhandlung ab 9 Uhr vor dem Landgericht soll deshalb auch nachgewiesen werden, ob der Rentner künftig in einer Klinik untergebracht werden soll.  

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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