Nach Wohnungs-Akquise-Stopp in Traunstein:

Kofler zu Walch: "Das grenzt an Arbeitsverweigerung"

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MdB Kofler attackiert Landrat Walch wegen seines Brandbriefs an die Kanzlerin stark 

Traunstein - Nach der Entscheidung von Landrat Siegfried Walch, keine Unterkünfte für Asylbewerber mehr anzumieten, erreicht den Landkreis jetzt die Antwort aus Berlin:

Nach seinem Brandbrief an Kanzlerin Angela Merkel muss Traunsteins Landrat, Siegfried Walch jetzt harte Kritik einstecken. In einer kurzen schriftlichen Erklärung meldet sich MdB Dr. Bärbel Kofler zu Wort und kritisiert das Landkreisoberhaupt in Traunstein stark.

Klare Antwort nach Brandbrief an Angela Merkel

Walch hatte in der jüngsten Vergangenheit angekündigt, nicht länger Wohnungen zur Unterbringung von Asylbewerbern anmieten zu wollen: "Mit sofortiger Wirkung habe ich deshalb veranlasst, dass die Akquise-Tätigkeit des Landratsamtes zur Suche nach weiteren Unterkünften für Asylbewerber eingestellt wird. Bestehende Verträge und Zusagen für laufende Projekte werden natürlich eingehalten." Und weiter: "Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, wir, die politisch Verantwortlichen, die Mitarbeiter in den Verwaltungen, aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger können nicht mehr! Korrigieren Sie bitte sofort Ihre Asylpolitik, die auf Ebene der Kommunen nicht mehr umzusetzen ist!"

Jetzt meldet sich die Dr. Bärbel Kofler, Mitglied des Deutschen Bundestages und ehemaliges Mitglied des Kreistags im Berchtesgadener Land zu Wort. Die SPD-Politikerin wirft Landrat Walch sogar Arbeitsverweigerung vor:

Die Erklärung von Dr. Bärbel Kofler im Wortlaut

"Wohnraum für alle zu schaffen ist eine Aufgabe, der man sich nicht verweigern darf. Ich bin entsetzt, dass der Traunsteiner Landrat sich seiner Verantwortung entziehen will. Die Einstellung der Akquise-Tätigkeit grenzt an Arbeitsverweigerung.

Nicht nur für die geflüchteten, auch für viele bereits in Deutschland lebenden Menschen muss schnell bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Wir müssen diese Herausforderung annehmen und gemeinsam bewältigen. Briefe an die Bundeskanzlerin helfen hier nicht weiter, sondern alle politisch verantwortlichen Ebenen, dazu gehören auch die Landkreise, müssen ihren Teil zur Bewältigung der Aufgaben beitragen. Wir müssen jetzt die bereits getroffenen Maßnahmen umsetzen."

Zahlreiche Brandbriefe in Richtung Berlin

In den vergangenen Wochen hatten bereits der Berchtesgadener Landrat Grabner und sein Mühldorfer Kollege Huber selbst Briefe in Richtung München und Berlin verfasst. Von der schwierigen Verkehrssituation bis hin zur menschenwürdigen Unterbringung der Asylbewerber wurden dabei zahlreiche Forderungen an die Verantwortlichen getragen.  

Quelle: chiemgau24.de

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