Stadtrat einigt sich

ISEK-Vorschläge werden umgesetzt: Prioritätenliste festgelegt

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Die vielen Bürgerideen wurden bei der Bürgerwerkstatt vor einigen Monaten von Professor Martin Schirmer aus Würzburg zusammengefasst und mit den Anwesenden diskutiert.

Traunstein: - Der  Stadtrat legt sich nach einer Klausur auf eine Prioritätenliste fest – Bahnhofsareal, Jugendzentrum, Fahrradstadt und Stadtteilentwicklung sollen umgesetzt werden. 

Er stellte die Ergebnisse der ISEK-Projektvorschläge vor einigen Monaten vor: Professor Martin Schirmer aus Würzburg.

Wie kann Traunstein attraktiver werden? Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) soll helfen. So wurden in einigen, gut besuchten Bürgerwerkstätten Ideen gesammelt, Vorschläge eingebracht und von einem Städtebau-Fachmann und –planer ausgewertet und zusammengefasst. Vor wenigen Wochen wurden die Ergebnisse in einem Informationsabend, sprich Bürgerwerkstatt öffentlich vorgestellt. Professor Martin Schirmer aus Würzburg, von der Stadt Traunstein mit dem Projekt beauftragt, legte seine Vorschläge dar, die Traunstein attraktiver gestalten sollen. Nachdem die Landesgartenschau für viele Befürworter als vertane Chance Traunsteins gilt, soll über ISEK der Weg zu einer städtebaulichen Optimierung geebnet werden, wenngleich über ISEK nicht die großen oder gar keine öffentlichen Förderungen zu erwarten sind.

Prozess seit zwei Jahren

Die vielen Bürgerideen wurden bei der Bürgerwerkstatt vor einigen Monaten von Professor Martin Schirmer aus Würzburg zusammengefasst und mit den Anwesenden diskutiert.

Begonnen hatte der ISEK-Prozess im Mai vor zwei Jahren. Nunmehr war der Traunsteiner Stadtrat gefordert. Dieser hatte sich vor rund einem Monat in einer Stadtratsklausur mit den Ergebnissen beschäftigt, in einer Sitzung der Lenkungsgruppe vor gut zwei Wochen wurden die Inhalte und möglichen Impulsprojekte eingehend diskutiert. Am Donnerstag nun stimmte man sich im Rat in öffentlicher Sitzung über die entwickelten Ziele und Leitlinien ab und definierte Bausteine einer zukünftigen Stadtentwicklungsstrategie. In der langen Liste an Projekten, die auf der Agenda der Traunsteiner Planer stehen, haben diese zeitlich vorrangige Priorität: Ein Nutzungskonzept Bahnhofsareal West, Bestandsentwicklung und Neuordnung des Bahnhofsareal Ost sowie der Bau eines Jugendzentrums. Weiter solle Traunstein zu einer Fahrradstadt entwickelt werden und die Ortsteile Kammer und Rettenbach weiter entwickelt werden, wenngleich letztere insbesondere auch deshalb vorrangig aufgrund einer guten Bürgerwerkstatt-Beteiligung von Bürgern aus den beiden Ortsteilen zurückzuführen sind. Einig war man sich aber bei den Stadträten, dass man allgemein die Traunsteiner Ortsteile fördern wolle.

Automatisch werden die Mammutprojekte aber nicht realisiert. Stehen diese doch auch unter dem Vorbehalt, dass die Haushaltslage der städtischen Finanzen das zulässt.

„Traunstein-Plan“ umsetzen

Wenn es nach den Vorstellungen so mancher Bürger geht, dann soll Radfahren in Traunstein groß geschrieben werden. Die ISEK-Ergebnisse sehen eine stärkere Fokussierung auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel in der Innenstadt vor.

„ISEK ist keine Geißelung sondern eine Empfehlung“, so Oberbürgermeister Christian Kegel, der die Arbeit des beauftragten Büros lobte. Wilfried Schott (Grüne) sagte er finde es gut, dass der Prozess zum Abschluss gebracht worden sei. Auch die Festlegung der wichtigsten Projekte gefiehlen ihm. Dr. Christian Hümmer, CSU-Fraktionsvorsitzender sagte, es sei wichtig, dass man auch die weiteren Ortsteile nicht vergesse. „Außenherum in den Ortsteilen gibt es auch noch Themen.“ Insgesamt könne er für die CSU-Fraktion sagen „wir sehen darin wesentliche Teile unserer Politik wieder.“

Der „Traunstein-Plan“ müsse vorsehen, neuen Wohnraum zu schaffen, für Handwerksbetriebe Erweiterungsmöglichkeiten ermöglichen. Er könne sich vorstellen, dass man im Norden ein Handwerksviertel ansiedle. Nach viel öffentlicher Kritik an den Bürgervertretern in den vergangenen Monaten betonte er: „Wir müssen als Kommunalpolitik wieder Heimat geben.“ Dies gelte ganz praktisch räumlich, aber auch ideell: „Die Bürger müssen sich in ihrem Stadtrat wieder gut aufgehoben fühlen.“ Die Blickrichtung gehe von Vielen in Richtung der Metropolregion München. Man müsse sehen, dass man hier gut angebunden sei. Heimat, Lebensqualität und Entschleunigung. „Die werden in der Großstadt gesucht, aber nicht gefunden. Aber bei uns gibt es sie. Letztlich geht es darum dass Traunstein unsere Wohlfühlstadt bleibt.“

Dritte Bürgermeisterin Waltraud-Wiesholer-Niederlöhner (SPD) wies darauf hin, dass Traunstein als Oberzentrum alle Formen von staatlichen Hochschulen ansiedeln könne. „Wir können das, sie müssen nur kommen.“ Ein wichtiger Punkt sei, den ruhenden Verkehr zu ordnen. An einem Tag wie dem gestrigen Donnerstag sei nicht nur die Tiefgarage „voll“, sondern auch der Karl-Theodor-Platz. Daneben müsse man sich auch klar sein, dass ISEK eine Wunschliste sei. „Wir werden nicht alles erfüllen können.“

Walburga Mörtl-Körner (Grüne) freute sich über den Leitfaden der Stadtentwicklung. Sie könne sich mit den CSU-Positionen anfreunden. Gleichzeitig sei es wichtig, dass qualifizierte Leute aus Traunstein weggehen würden und ihren Horizont erweitern würden. „Aber sie kommen dann auch wieder zurück“ erhoffte sie sich mehr Qualifizierung durch berufliche und Lebenserfahrung auch im Ausland. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass man eine hohe Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze in Traunstein anbieten könne.

Osenstätter steht zu ISEK-Kritik

„Ich stehe absolut dahinter“ sagte Wolfgang Osenstätter (CSU) bezugnehmend auf seine Kritik, die er nach der letzten Bürgerwerkstatt in Form eines Leserbriefs veröffentlichte. ISEK habe einige gute Ansätze aufgezeigt. „Aber da waren Spitzen dabei, die einfach Käse sind“ so der Kammerer Schreinermeister. „Wir können keine reine Fahrradstadt sein, wir müssen für ein Gleichgewicht sorgen“ sagte er exemplarisch. Man könne „bestimmte Sachen anschieben. Es war aber viel dabei, was kein Mensch braucht.“

Am Ende der Aussprache stimmte der Stadtrat einstimmig für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, mit deren Realisierung man den künftigen Herausforderungen insbesondere des wirtschaftlichen, demographischen und sozialen Strukturwandels begegnen will und sollen die langfristige Richtlinie für städtisches Handeln bilden.

Quelle: chiemgau24.de

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