Feuerwehr Hochberg kämpft für Neubau

Ein Feuerwehrhaus ohne fließendes Wasser

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Traunstein - Große Sorgen plagen momentan die Feuerwehrler vom Hochberg: Noch immer wurde mit der Stadt keine Einigung für einen Neubau des Feuerwehrhauses erzielt. Man wolle mehr, als nur einen "Unterstand".

Traunstein. Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hochberg berichtete der 2. Kommandant Franz Geisreiter über die Einsätze und Übungen im vergangenen Jahr. Er erklärte, dass die Hochberger Feuerwehr im Vergleich zu 2014 mit 25 Einsätzen, im vergangenen Jahr mit neun Einsätzen bedeutend weniger Einsätze hatte, als der Einsatzdurchschnitt pro Jahr sei. Weniger Einsätze bedeute aber auch, dass weniger Not entstanden sei, für die Hilfe geleistet werden musste, so Geisreiter. 

Bei den neun Einsätzen handelte es sich siebenmal um technische Hilfeleitungen und zwei sonstige Einsätze ohne Brand. Er stellte heraus, dass der typische Einsatz nicht mehr das Löschen von Bränden, sondern hauptsächlich die technische Hilfeleistung - besonders die Beseitigung von Störungen im Straßenverkehr – seien. 

Neben den Unfällen musste die Wehr hauptsächlich wegen Ölspuren und starkem Wind ausrücken, wodurch immer wieder Straßen durch umgeworfene Bäumen blockiert wurden. Geisreiter mahnte besonders zur Wachsamkeit vor den Gefahren, wenn der Sturm noch direkt beim Einsatz anhalte. Aber auch Einsätze zur Verkehrsregelung wie beim Georgiritt in Traunstein waren ein Teil des Einsatzgeschehens. 

Neben den gut besuchten Übungen freute sich Geisreiter über die neuen Gruppenführer Martin Steininger und Thomas Geistanger, die im vergangen Jahr erfolgreich am Lehrgang zum Gruppenführer teilgenommen haben. 1. Kommandant Thomas Hasenöhrl stellte fest, dass bei den Übungen und bei der Ausbildung nicht nur viel gelernt werden müsse, sondern dass alle Aktive dieses auch freiwillig und ehrenamtlich für die Stadt Traunstein täten. Dabei erwähnte er, dass sich besonders vier Frauen bei der Ausbildung sehr engagierten und die Freiwillige Feuerwehr Hochberg mit insgesamt 35 Aktiven sehr gut dastehe. 

Schlechte Chancen für Feuerwehrhaus-Neubau

Für die Zukunft machte er sich Jedoch große Sorgen, weil die Stadtverwaltung Traunstein den schon lange nötigen Neubau des Feuerwehrhauses verweigert. Er berichtete über die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Christian Kegel. Nach anfänglicher Recherche und Lagefeststellung im vergangen Jahr über die derzeitige Situation der Freiwilligen Feuerwehr Hochberg sei die Stadtverwaltung klar zu der Feststellung gekommen, dass ein Umbau oder eine Erweiterung des Feuerwehrhauses am jetzigen Standort keinen Sinn mache. 

Trotz dieser klaren Feststellung verweigere die Stadtverwaltung das Umsetzen eines Baurechts an einem geeigneten Grundstück. Anfangs habe man dies noch mit dem Außenbereich am Hochberg begründet, wo kein Baurecht umzusetzen sei. Mittlerweile habe man aber über die Regierung von Oberbayern festgestellt, dass ein privilegiertes Baurecht für die Feuerwehr möglich sei und man damit auch keinen Präzedenzfall schaffen würde. Es liege also am Willen der Stadtverwaltung, ob sie ein solches Baurecht umsetze. Hasenöhrl erklärte noch einmal, dass mehrere Standorte möglich wären und auch angeboten worden seien. Die Stadtverwaltung weigere sich bisher jedoch und dies ohne nähere Begründung. 

„Wir brauchen für die Zukunft ein eigenständiges Haus, ohne eine Abhängigkeit von Privatleuten und nicht nur einen Unterstand für unser Feuerwehrfahrzeug“, so Hasenöhrl. „Wir haben schon Jahrzehnte kein fließendes Wasser, keine Stiefelwaschanlage und nicht einmal sanitäre Anlagen. Dass die Hochberger Wehr für eine zukunftsfähige Arbeit standardmäßig auch ein Kommandantenbüro, einen Besprechungs- und Mannschaftsraum, eine Teeküche, einen Lagerraum und auch eigene Parkplätze brauche, so wie es bei den anderen Außenbereichsfeuerwehren längst selbstverständlich sei, das müsste doch irgendwie klar sein, sonst könne man die ehrenamtliche Arbeit nicht mehr für die Zukunft umsetzen, so die Ausführungen des 1. Kommandanten. 

Es folgte eine rege Diskussion über dieses Thema. Als Resümee kam in der Versammlung zum Ausdruck, dass man wohl die Stadträte genauer und umfassender über die tatsächliche Situation informieren werde müssen. Der Vorstand des Feuerwehrvereins, Christian Strasser, informierte über das Vereinsgeschehen 2015. Die Fahnenabordnung beteiligte sich am Florianitag in Haslach, beim Einzug zum Frühlingsfest in Traunstein und beim Jahrtag des Hochberger Trachtenvereins. In der Versammlung stellte sich heraus, dass man wieder mal einen Jahresausflug machen sollte. In den vergangenen Jahren fiel dieser aus, jedoch beteiligte sich der Verein wie immer am Kinderfest der Hochberger. Es gab auch eine Jahresabschluss Feier mit dem schon traditionellen Schlachtschüssel-Essen, das wieder vom 1. Vorstand abgehalten wurde. 

Bjr

Quelle: chiemgau24.de

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