Beste Mannschaft von bayernweit 112 Schulen

ChG-Leichtathleten gewinnen Landesfinale

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Hinten v.l.n.r: Hr. Gruber (Betreuer), Tobias Drexlmeier, Johannes Wiesinger, Jakob Neuhauser, Balthasar Strähhuber, Levin Schütz, Kilian Zeilinger Vorne v.l.n.r.: Christoph Gruber, Severin Bächle, Maxi Zechel, Moritz Billing, Joshua Henopp Leider verletzt: Stefan Rieder, bester 800m-Läufer beim Bezirksfinale

Traunstein - Eine leichte Steigerung hatte man erwartet. Was die 12- bis 13-jährigen Jungs vom Chiemgau Gymnasium dann aber im Landesfinale zeigten, damit hatte keiner gerechnet. So mancher wuchs in Ingolstadt über sich hinaus.

Nachdem die 12- und 13-jährigen Jungen des Chiemgau-Gymnasiums trotz zahlreicher Ausfälle mit einem Rumpfteam von nur sechs Teilnehmern überraschend das Bezirksfinale gewonnen hatten, konnten sie in Ingolstadt das erste Mal - mit Ausnahme des verletzten Stefan Rieder - fast vollständig zum Landesfinale antreten. Es war also zu erwarten, dass die von den Sportlehrkräften Maria Beil, Florian Blechinger und Reinhold Gruber betreuten Leichtathletiktalente von der Traun ihre Teamleistung über 50 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Ballwurf, 800 Meter und in der 4 mal 50 Meter Staffel um einige Punkte würden verbessern können. Was dann aber im Kräftemessen mit den anderen bayerischen Bezirkssiegern aus Bamberg, München, Spardorf, Alzenau, Ottobeuren, Viechtach und Waldsassen geschah, das hatte niemand auch nur in den kühnsten Träumen erwarten können: Ausnahmslos alle waren auf die Minute topfit und bündelten ihre Energien zu einer sensationellen Teamleistung. 

4x50m Staffel: „Vorsprung durch Technik“ in Ingolstadt 

Eine Sekunde schneller als die 29.40 Sek vom Bezirksfinale - so lautete die Devise in der 4 mal 50 Meter Staffel. In der Besetzung Joshua Henopp, Levin Schütz, Balthasar Strähhuber und Moritz Billing zeigte schon die zweite Staffel mit 29.11 Sekunden, dass das Sondertraining ein durchschlagender Erfolg war. Die neu formierte erste Staffel, eine reine Klassenstaffel der 6c, lieferte kurz danach den absoluten Paukenschlag. Vorsprung durch Technik - den Slogan der Ingolstädter Autobauer setzten Jakob Neuhauser, Christoph Gruber, Tobias Drexlmeier und Maximilian Zechel mit absolut perfekter Wechseltechnik so gekonnt in die Tat um, dass beim Durchbrechen der Lichtschranke die elektronische Anzeige bei sagenhaften 26.73 Sekunden stehen blieb. Als auch noch der Ansager diese unglaubliche Zeit bestätigte, kannte der Jubel der Traunsteiner keine Grenzen mehr, zumal im anschließenden Lauf der eigentlich schnellsten Schulstaffeln alle langsamer waren. Platz 1 nach der Eröffnungsdisziplin - die Betreuer hatten eher das Gegenteil befürchtet! 

Weite Würfe der Konkurrenten und Traunsteiner Höhenflüge 

Diese Erfolgswelle nutzen die Ballwerfer Kilian Zeilinger (40.50 Meter), Levin Schütz (42 Meter) und Balthasar Strähhuber (45 Meter) sofort zu neuen persönlichen Bestleistungen. Doch die Konkurrenten aus Bamberg, München und Alzenau donnerten ihre 200 Gramm-Bälle bis nah an die 60 Meter Marke, so dass als Zwischenstand jetzt Platz vier aufleuchtete. Aber nun kam die absolute Trumpfkarte der ChG-Sportler, der Hochsprung: Kilian Zeillinger, bisher bereits mit sehr guten 1.46 Meter vermerkt, entwickelte nach einer Anlaufumstellung plötzlich ein ganz neues Sprunggefühl und überflog mit den 35 Jahre alten Spezial-Hochsprungspikes seines Betreuers und unter dem Jubel seiner Teamkollegen 1.48 Meter und auch noch die 1.52! Das war aber nur Platz zwei in der ChG-Teamwertung. Denn der sprunggewaltige und hoch aufgeschossene Johannes Wiesinger legte trotz technischer Reserven - die Traunsteiner hatten für ihn extra zusätzliche Sicherungsmatten mitgebracht - weitere vier Zentimeter dazu und ließ sogar 1.56 Meter unter sich. Bayernweit 2016 die bisher beste Höhe eines 13-Jährigen! Klarer Doppelsieg für Traunstein und wieder Platz zwei in der Zwischenwertung - 20 Punkte hinter Bamberg, aber knapp vor München. 

Knappe Sprints und weite Flüge 

Im anschließenden 50 Meter Sprint hatten die Bamberger alle Sprinter im Lauf der Besten gemeldet und es war zu befürchten, dass auf der Kunststoffbahn eine Vorentscheidung zugunsten der Oberfranken fallen würde. Doch sie hatten die Rechnung ohne den Traunsteiner Siegeswillen gemacht. Nur kurz nach seinem Hochsprungsieg flog Johannes Wiesinger so schnell über die Laufbahn, dass er im Lauf der Schnellsten nach packendem Finish als Erster über die Ziellinie schoss und mit 6.97 Sekunden erstmals die vollelektronische 7 Sekunden-Schallmauer durchbrach. Da auch Jakob Neuhäuser (7.28 Sekunden) und Tobias Drexlmeier (7.35 Sekunden) in den Läufen davor elektronische Bestleistungen liefen, lagen die Jungen aus Traunstein vor dem Weitsprung und dem abschließenden 800 Meter-Lauf nun 20 Punkte vor den Nordbayern. 

Die fabelhaften 800 Meter-Vorleistungen der Konkurrenten verhießen aber nichts Gutes - die Weitspringer mussten deshalb einen deutlichen Vorsprung liefern. Kein Problem, wenn man einen Johannes Wiesinger im Team hat. Der Tachinger schockte schon im ersten Versuch die Konkurrenz und segelte mit 5.47 Meter bis auf neun Zentimeter an seine Bestleistung von 5.56 Meter. Besonders wichtig war in dieser Situation, dass Christoph Gruber seine Bestleistung um 40 Zentimeter auf 4.78 Meter steigerte und Kilian Zeilinger zehn Zentimeter zulegte (4.62 Meter).80 Punkte Vorsprung! 

Finale über 800 Meter 

80 Punkte bedeuten 15 Sekunden Vorsprung für die abschließende Doppelrunde! Eigentlich nicht schlecht, aber wenn die Bamberger mit 2.15 Min. und 2.30 Min. gemeldet sind und Severin Bächle (2.28 Min.) nach längerer Verletzungspause antritt, Stefan Rieder (Bezirksfinale 2.32 Min.) verletzt fehlt, Balthasar Strähhubers Bestleistung bei 2.36 Min. liegt und Joshua Henopp bei seinem ersten harten 800 Meter Lauf antritt... dann ist eine Teambesprechung angesagt: Alle 50 Meter wurden die Jungs auf Anfeuerungsposten um die 400 Meter-Bahn verteilt und als Lauftaktik besprochen, sich mit unbändigem Willen an die Bamberger Fersen zu heften.

Doch plötzlich waren alle Traunsteiner im Lauf der Schwächeren und mussten das Tempo selbst gestalten. Severins Tempogefühl und ein guter Läufer aus Ottobeuren hielten das Tempo hoch, Balthasar und Joshua blieben in Kontakt zur Spitzengruppe. Auf der zweiten Runde und vor allem beim Endspurt ließen Severin Bächle und Balthasar Strähhuber nicht locker und kämpften bis zum Umfallen: 2.28.81 Min. für Severin, 2.30.48 Min. für Balthasar und 2.46.08 Min. für Joshua. Doch nun konnten die Konkurrenten im Lauf der am besten Gemeldeten ihr Tempo entsprechend ausrichten und die ChG-Jungen richteten ihre Augen gespannt auf die Bamberger, die aber nur anfangs ganz vorne zu finden waren. 2.23 Min. war die Siegerzeit - für einen Läufer aus der Oberpfalz. Die Bamberger konnten ihr hohes Anfangstempo nicht durchhalten! 

Sieg im Landesfinale

Das war der Landessieg für die Traunsteiner Buben, die bei der Siegerehrung die blauen Landessieger-Kapuzenpullis überstreifen durften und für ihre sagenhafte Teamleistung von 5712 Punkten die Goldmedaille um ihren Hals baumeln ließen. Als bester Leichtathlet seiner Wettkampfklasse erhielt Dreifachsieger Johannes Wiesinger zudem den Ehrenpreis des Bayerischen Kultusministeriums - aus den Händen von Sportlehrer Reinhold Gruber, der als Landesschulobmann für Leichtathletik für die Organisation des Landesfinales mitverantwortlich zeichnete. 

Sollten die ChG-Sportler 2017 oder 2018 in der nächsten Wettkampfklasse diesen Triumph wiederholen, so wären sie die Vertreter Bayerns beim Bundesfinale in Berlin. Das Potential ist vorhanden - zumal nur zwei der zwölf Jungs bislang in Leichtathletik-Vereinen aktiv sind! Und auch im älteren Jahrgang 2002 schlummern noch einige Talente - sie waren ja im Vorjahr auch schon Dritter beim Landesfinale!

Pressemitteilung Chiemgau Gymnasium Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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