Aktionswoche der Bundesagentur für Arbeit Traunstein

Bewerber mit Behinderung: Hauptsache die Leistung stimmt

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Von links nach rechts: Wolfgang Fegg, Georg Mühlbacher, Jutta Müller

Traunstein - Die Agentur für Arbeit Traunstein beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktionswoche für Menschen mit Behinderung. Jedem Arbeitssuchenden soll eine Chance gegeben werden.

Die Bundesagentur hat in diesem Jahr bereits zum fünften Male die bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung gestartet. Ziel ist, die Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen schwerbehinderter Menschen ins Blickfeld zu bringen. Es geht ebenfalls um den Appell an die Arbeitgeber, auch schwerbehinderten Bewerbern Chancen einzuräumen, aber auch den aktuellen oder zukünftigen Kollegen eventuelle Vorbehalte zu nehmen.

„Von allen arbeitslosen Menschen gehören 9,8 Prozent zu der Gruppe der Schwerbehinderten. Wir betreuen aktuell 855 schwerbehinderte Menschen in unserer Region in allen Altersgruppen“ erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „die individuellen Einschränkungen haben oftmals nichts mit der berufsfachlichen Fähigkeit zu tun.“ 

Erfolgreiche Integrationen schwerbehinderter Menschen gibt es auch im Agenturbezirk Traunstein. In dieser Aktionswoche stattete die Geschäftsführung der Agentur für Arbeit der Firma Garten- und Landschaftsbau Fegg-Dobiasch in Traunstein einen Betriebsbesuch ab. Der Grund ist die selbstverständliche und unterstützende Haltung der Geschäftsführung zu Mitarbeitern mit Schwerbehinderung.

Wolfgang Fegg, ein Arbeitgeber mit zwei Meistertiteln und selbst Prüfungsmeister für Garten- und Landschaftsbau will Vorbehalte nicht hinnehmen „Man muss seine Azubis auch was machen lassen“, ermuntert er, „dann sieht man sofort, ob einer was lernen will oder nicht oder ob eine Behinderung einschränkend ist.“ So denkt auch Georg Mühlbacher, der sich durch seine starke Sehbehinderung nicht beschränken lässt. Er hat vor drei Jahren selbst die Initiative ergriffen.

Als die Firma bei einem Außenauftrag unterwegs war, ging er einfach hin und fragte nach einem Praktikum. Fegg sagt hierzu: „Er hat durch seine Leistung bewiesen, dass er motiviert ist, natürlich stelle ich so einen jungen Menschen als Azubi ein.“ Um die Sehbehinderung auszugleichen, finanzierte die Agentur für Arbeit die technische Beratung und spezielle Werkzeuge, z.B. eine akustische Wasserwaage oder ein sprechendes Maßband.

Seit diesem Sommer hat Mühlbacher seine Ausbildung mit der Note 1,6 abgeschlossen und einen festen Arbeitsplatz bei Fegg-Dobiasch und einen festen Platz als einer von 19 Kollegen. „Gegenseitige Hilfe ist ohnehin selbstverständlich und gehört in jedes Team“, sagt Wolfgang Fegg, der mit seiner Frau das Unternehmen leitet. „Jeder schwerbehinderte Bewerber und jeder Arbeitgeber sollte sich einen zweiten Blick erlauben, ob die geforderte Leistung erbracht werden kann, mit pauschalen Einschätzungen ist niemandem geholfen. Wir freuen uns sehr über dieses gute Beispiel und hoffen dass es andere zum Nachmachen ermutigt“, so Müller abschließend.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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