Urteil gegen die Mühldorfer Juwelenräuber gefallen!

"Deutschland ist kein Selbstbedienungs-Laden"

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Mutmaßliche Mühldorfer Juwelendiebe vor dem Landgericht in Traunstein

Traunstein/Mühldorf - Deutlicher als erwartet fiel am Mittwoch das Urteil gegen die beiden Litauer aus, die 2015 ein Juweliergeschäft in Mühldorf überfallen hatten. Die Begründung des Richters:

Insgesamt vier Verhandlungstage lang standen die beiden Männer aus Litauen, die Teil einer europaweit agierenden, rund 100-köpfigen Diebesbande waren, in Traunstein vor Gericht. Am Mittwoch erging schließlich das Urteil gegen den 33-Jährigen und seinen 21 Jahre alten Komplizen. Die Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richter Dr. Klaus Weidmann blieb dabei über den von der Staatsanwaltschaft geforderten Freiheitsstrafen für die beiden geständigen Täter, die 2015 unter anderem einen Juwelier in Mühldorf um wertvolle Luxus-Uhren erleichtert hatten.

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Prozessauftakt gegen Diebes-Duo am Landgericht

Fliegt hier eine europaweite Diebesbande auf?

Dritter Verhandlungstag in der Zusammenfassung

So muss nun der ältere der beiden Angeklagten eine Strafe von insgesamt acht Jahren Gefängnis für die ihm zur Last gelegten Verbrechen verbüßen. Sein 21-jähriger Mittäter muss für sechs Jahre in Jugendhaft. Richter Dr. Weidmann betonte dabei, dass, hätten die beiden Angeklagten nicht gleich zu Prozessbeginn ein umfangreiches Geständnis abgelegt, er ansonsten auch einen Strafrahmen von rund 12 Jahren in Betracht hätte ziehen können. Die Gefährlichkeit der Taten und die schweren Folgen der Tat für die Opfer seien beim Urteil selbstverständlich berücksichtigt worden. "Den Angeklagten muss klar sein: Deutschland ist kein Selbstbedienungsladen. Die Integrität der Bürger muss gewahrt werden", so der Richter in seiner Urteils-Begründung.

Die Taten der beiden Angeklagten zusammengefasst

In den beiden vor Gericht vorgetragenen Fällen, am 20. Januar 2015 in Bad Oeynhausen und am 5. März 2015 in Mühldorf, waren die Angeklagten jeweils mit einer geladenen Schreckschusswaffe, Reizgas und einer Spalt-Axt ausgerüstet, am helllichten Tag in die Geschäfte eingedrungen. Eine weitere Person stand dabei vor den Geschäften Schmiere. 235 000 Euro Schaden in Mühldorf und knapp 340 000 Euro in Bad Oeynhausen verursachten die Täter dabei insgesamt. Zuvor hatten die Männer Fluchtfahrzeuge im Gesamtwert von rund 20.000 Euro entwendet.

Kurz vor einer weiteren Tat in Regensburg, gelang aufmerksamen Streifenpolizisten dann die Festnahme des Duos. Drei Wochen später wurde der besagte Juwelier tatsächlich überfallen – wenn auch von anderen Tätern der Organisation.

"Ein enormes Spannungsfeld", welches Strafmaß am Ende tat- und schuldangemessen sei und wie weit man den Angeklagten Dank "Kronzeugenregelung" an Strafnachlass geben könne, sprach der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidmann gegen Ende seiner Ausführungen an. Er betonte dabei, das Gericht habe aufgrund der Geständnisse und der Aufklärungshilfe diese Art der Strafmilderung angewendet.

Bilder: Im Gerichtssaal beim Juwelenraub-Prozess

Bilder und Video aus dem Archiv

Bewaffneter Raubüberfall auf Juwelier

Fluchtauto nach Raubüberfall sichergestellt

Der Tatort: Überfall auf Juweliergeschäft in Mühldorf

Quelle: chiemgau24.de

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