Mehr "bezahlbarer Wohnraum" soll geschaffen werden

Traunstein muss "Wohnungsnot lindern"

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Neben diesem Block an der Watzmannstraße will die Baugenossenschaft Haidforst ein weiteres Gebäude mit Mietwohnungen errichten.

Traunstein - Die Stadt wächst: Gerade in den vergangenen Jahren entstanden viele hochpreisige Wohnungen - nun soll ausdrücklich auch wieder "bezahlbarer Wohnraum" gebaut werden.

Am Stadtplatz, am Klosterberg, am Gelände des ehemaligen Trift-Stadions: Wohin man schaut entstand in den vergangenen Jahren hochpreisiger Wohnraum in Traunstein. Immobilienmakler sind sich einig, dass die Nachfrage für Eigentumswohnungen die Nachfrage weit übersteigt. "Der Markt für bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte wird dabei immer knapper", gibt auch die Stadtverwaltung zu. 

Haidforst

Ein drei- bis viergeschossiges Mietshaus will die Stadt hier an der Ringstraße Haidforst bauen.

Durch zwei Wohnprojekte in Haidforst soll sich das wieder ändern. In der Stadtratssitzung am Donnerstag wurden dafür die Weichen gestellt. An der Ringstraße Haidforst will die Stadt ein drei- bis viergeschossiges Mietshaus bauen. Auf den über 1000 Quadratmetern war früher ein Spielplatz, jetzt stehen dort nur Müllcontainer. 

Das Grundstück gehört der Stadt bereits, nun wird ein Architekturbüro mit der Planung beauftragt. Auch Oberbürgermeister Christian Kegel sprach in der Stadtratssitzung von einem "unglaublichen Wohndruck" in Traunstein, der so gelindert werden könnte.

Watzmannstraße

Einen weiteren Wohnblock an der Ostseite der Watzmannstraße plant außerdem die Baugenossenschaft Haidforst: Dort wo bisher nur Grünfläche und Garagen sind soll auf über 500 Quadratmetern ein fünfgeschossiges Wohnhaus entstehen, an die 15 Meter hoch. Der Bebauungsplan wurde vom Stadtrat einstimmig aufgestellt. 

"Es ist gut, dass die Wohnbaugenossenschaft Haidforst nun wieder deutlich aktiver wird als in den letzten Jahrzehnten", so Kegel. Auch zwei weitere Wohnbauprojekte könnten in Traunstein in nächster Zukunft realisiert werden - vermutlich aber im höheren Preissegment. 

Daxerau

Auch in der Daxerau wurden weitere Schritte für eine mögliche Wohnbebauung getan: Der Flächennutzungsplan der Stadt wurde geändert, um auf dem Grundstück des bisherigen Tennis-Centers von Martha Vogl ein Wohngebiet errichten zu können. "Auch die Zwischenergebnisse der ISEK-Kommission zeigen, dass dort Wohnbebauung eine Alternative wäre", so Kegel. 

Das Tennis-Center von Martha Vogl ist Geschichte und wird Wohnhäusern weichen.

Der Oberbürgermeister verriet außerdem, dass die ISEK-Kommission beispielsweise auch einen Freizeitpark in der Daxerau für möglich hielt - auch wenn die Idee bei den meisten Stadträten nicht auf Begeisterung stieß. Gegenstimmen zur Änderung des Flächennutzungsplan in ein Wohngebiet kamen von den Grünen: "Wer sagt, dass ein Freizeitpark dort so utopisch wäre?", so Stadtrat Schott. Seiner Fraktion wäre es lieber gewesen, erst die endgültigen Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) im Sommer abzuwarten.

Darüber hinaus wirft die Stadtverwaltung ein Auge auf die Flächen südlich des jetzigen Tennis-Centers: Auch sie hätten "Entwicklungspotenzial", so Kegel. Mit den Grundstückseigentümern sollen erste Gespräche geführt werden.

Fünferpfanne

Die denkmalgeschützte "Fünferpfanne" in der Au: Nach dem Verkauf sind dort 18 bis 20 Wohnungen geplant.

Verkauft ist inzwischen auch die denkmalgeschützte "Fünferpfanne" in der Au. Vor gut einem Jahr wurde sie von der Stadt zum Verkauf angeboten. Für angeblich 300.000 Euro soll die Baugesellschaft Peter Dörr aus Wasserburg den Zuschlag bekommen haben. 18 bis 20 Wohnungen will der Investor dort bauen. Baubeginn: Frühjahr 2017.

In den letzten Jahrzehnten diente die "Fünferpfanne" als Obdachlosenunterkunft. 40 bis 110 Quadratmeter groß sollen die künftigen Wohnungen dort werden. Mit denkmalgeschützter Sanierung kennt sich die Baugesellschaft aus. Dörrs Unternehmen war bereits für den Umbau des alten Kurhauses am Klosterberg verantwortlich. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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