Neueste Schätzungen wieder höher

Klosterkirche: Kosten marschieren konsequent nach oben

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Traunstein - Man ging mal von Netto-Baukosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro aus - nun rechnet die Stadt für die Sanierung mit weit mehr als dem Doppelten. Ob das das Ende der Fahnenstange war?

Es ist gerade mal vier Jahre her, als die Stadt einen Architektenwettbewerb zur Sanierung der Klosterkirche auslobte. Das Ergebnis: 3,4 Millionen Euro an Nettobaukosten wurden 2012 veranschlagt. Obwohl manche Elemente in den Planungen wieder herausgenommen wurden, wie eine Kleinkunstbühne, ging es in den Jahren danach stetig nach oben: Wenig später rechnete man mit fünf Millionen Euro, im Jahr 2014 schon mit sieben Millionen. Stand 2015 wurden 7,5 Millionen Euro veranschlagt, zuletzt sprach die Stadt von 8,3 Millionen Euro

Dass aber auch das nicht das letzte Wort ist, versicherte nun CSU-Fraktionssprecher Christian Hümmer: "In der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe prognostizierte uns der Architekt Kosten von 8,8 Millionen Euro." 

Das sind die Preistreiber

Vor allem Brandschutz, Statik und Denkmalschutz seien für die erneute Kostensteigerung verantwortlich: "Die üblichen Kostentreiber", wie Hümmer sagt. Immer neue Baustellen tun sich auf, bevor überhaupt mit der Sanierung begonnen wurde: "Es wurde jetzt zum Beispiel festgestellt, dass an der Westseite der Kirche die Bewehrung völlig fehlt - obwohl es Pläne aus den 1990er-Jahren gibt, nach denen das eigentlich schon erledigt hätte sein sollen."

Schon im vergangenen Jahr wurden beispielsweise neue Schäden am Dach festgestellt, durch das Wasser in Mauern und Dachtragwerk eintritt - ein weiterer Kostentreiber, wie auch die Erhöhung der Honorarordnung, durch die Ingenieur- und Planungsbüros besser bezahlt werden müssen. Die Stadt rechnet aber, dass Fördermittel in Höhe von 50 bis 60 Prozent fließen werden.

Das ist geplant

Die Klosterkirche, 1690 errichtet und in 1978 entweiht, soll zu einem Kultur- und Kunstzentrum von überregionaler Bedeutung ausgebaut werden. Sie soll künftig nicht nur barrierefrei sein, sondern auch ganzjährig für Ausstellungen, Konzertveranstaltungen, Theatervorstellungen und vieles mehr genutzt werden können. Zusätzlich zur Sanierung ist unter anderem der Anbau eines eingeschoßigen Foyers und die Schaffung eines Untergeschoßes für Garderoben, Toiletten und Technikräume geplant. 

Umstrittener Baubeginn im Frühjahr 2017

Auch der Baubeginn war jüngst wieder umstritten: Im kommenden Frühjahr wird begonnen, mit der Fertigstellung rechnet man für Ende 2018. Um Überschneidungen mit der Baustelle an der Ludwig-Thoma-Schule zu verhindern und wegen Sicherheitsbedenken forderte die CSU-Fraktion eine Verschiebung des Baubeginns um drei Monate. Oberbürgermeister Kegel versicherte dagegen, dass durch die Baustellen keine Gefährdung der Kinder drohe. Außerdem fürchteten er und die Mehrheit des Stadtrates durch eine Verschiebung des Baubeginns noch höhere Kosten für die Klosterkirchen-Sanierung. 

"Zu welchen Preisen die Bauleistungen letztlich aber der Stadt nach Ausschreibung angeboten werden, steht erst mit dem Kostenanschlag fest", gibt die Stadt zu bedenken. CSU-Stadtrat Namberger fürchtete bereits im Sommer 2015, dass die Kosten für die Klosterkirchen-Sanierung am Ende an die zehn Millionen Euro betragen könnten.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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