Stadt hat bereits mögliche Alternativen im Blick

Jugendzentrum: Wird der Bürgerentscheid bald gekippt?

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Die Güterhalle wäre wohl der einzige Platz, wo ein Jugendzentrums-Neubau verwirklicht werden könnte - doch die Abbruchkosten sind hoch. 

Traunstein - Die Pläne für den Neubau eines Jugendzentrums treten weiter auf der Stelle. Die Stadt denkt bereits an Alternativen, wenn die Bindung des Bürgerentscheids im April wieder fällt. 

Die Aussagen des erfolgreichen Bürgerentscheids waren klar: Keine Sanierung der Güterhalle, dafür ein kostengünstigerer Neubau eines Jugendzentrums im Bahnhofsgelände. Doch die Planungen treten nun seit sieben Monaten auf der Stelle - die Stadt findet kein Grundstück. In Frage käme wohl nur der Grund, auf dem die Güterhalle steht.

Kulturzentrum als Alternative?

So könnte nach Meinung der Bürgerinitiative ein künftiges Jugendzentrum aussehen. Man rechnet mit Kosten von maximal einer Million Euro.

Auf der Hauptausschusssitzung der Stadt am Donnerstag bekam man einen Vorgeschmack, wohin die Reise stattdessen gehen könnte: An das Ergebnis des Bürgerentscheids ist die Stadt nur ein Jahr gebunden - also noch fünf Monate. "Eventuell stellt man nach einem Jahr aber fest, dass ein Neubau am Bahnhofsgelände nicht geht", so Oberbürgermeister Kegel. In den Blick der Stadtverwaltung rückt nun das Kulturzentrum im Stadtpark als Alternativstandort für ein Jugendzentrum. 

Geht es nach UW-Stadtrat Haider wäre es denkbar, Keller und Erdgeschoß des Kulturzentrums künftig als Jugendzentrum zu nutzen: "Wir sollten das prüfen, falls man am Bahnhof nichts findet." Rechtlich ist die Stadt durch den Bürgerentscheid bis April noch verpflichtet, einen Neubau am Bahnhofsareal anzustreben - danach wären alle Optionen wieder offen. Würde man jetzt schon den Standort Kulturzentrum prüfen, könnte die Stadt nach Ablauf der Bindefrist schneller reagieren, meinte auch Christian Kegel.

"Damit wäre der Bürgerwille ignoriert"

"Das Kulturzentrum ist keine Option und von der Lage her völlig undenkbar. Dann würden wir ja mit dem Jugendzentrum wieder in ein Wohngebiet ziehen", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. Auch eine andere ist von der Idee nicht begeistert: Neu-Stadträtin Isabelle Thaler. Als Wortführerin der Bürgerinitiative war sie im Frühjahr noch strahlende Siegerin. "Damit wäre der Bürgerwille ignoriert", so Thaler im Gespräch mit chiemgau24.de. 

Konrad Baur, Isabelle Thaler und Maxi Röde holten mit ihrem Bürgerbegehren eine knappe Mehrheit.

Ihre Zuversicht, dass ein Jugendzentrums-Neubau am Bahnhof klappt, hat sie nicht verloren: "Aber es ist schwierig", gibt Thaler zu. Sie spricht von einer "Verschleppungstaktik der Stadt". Auch in der regelmäßig tagenden Arbeitsgruppe zum Jugendzentrum sieht sich Isabelle Thaler als einzige, die für einen Neubau kämpft: "Ich bin dort mit meinem Standpunkt allein gegen den Rest." Das Kulturzentrum als möglicher Alternativstandort steht auch auf der Tagesordnung der nächsten Arbeitsgruppen-Sitzung im Dezember. 

Was kostet der Abriss der Güterhalle?

Inzwischen macht auch der Jugendbeirat ordentlich Druck auf die Stadt: Früher sprach auch er sich für ein Jugendzentrum in der Güterhalle aus, inzwischen ist man aber an einer schnellen Umsetzung des Bürgerentscheids interessiert - schließlich wird schon fünf Jahre an einem neuen Standort für das Jugendzentrum überlegt. Jetzt fordert der Jugendbeirat von der Verwaltung "Fakten, bezüglich der Kosten und Möglichkeiten zum Abriss der Güterhalle".

Die derzeitige Übergangslösung für den Jugendtreff im Innenhof des Rathauses. 

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Kegel käme der Abriss der Güterhalle sehr teuer: Er rechnet mit insgesamt 500.000 Euro für den Abbruch: Vor allem die Versetzung eines Oberleitungsmastens der Bahn würde mit veranschlagten 360.000 Euro stark zu Buche schlagen. Weitere 230.000 Euro legte die Stadt 2012 bereits beim Kauf der Güterhalle hin. 

Ab April fällt Bindung an Bürgerenscheid

"Müssen wir nun jedes Jahr erneut ein Bürgerbegehren machen, bis auch der letzte eingesehen hat, dass die Güterhalle keiner sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann und endlich abgerissen werden sollte?", fragt sich Isabelle Thaler. Denn ist bis April noch kein Neubau-Standort gefunden, könnten auch die alten Pläne zur Güterhallen-Sanierung theoretisch wieder aus der Schublade geholt werden

Fotos: Ein Blick in die Güterhalle

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Quelle: chiemgau24.de

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