Entscheidung über Einführung gefallen

Sicherheitswacht: "Ist Traunstein so unsicher geworden?"

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So sieht die Sicherheitswacht bereits unter anderem in Freilassing, Burghausen oder Rosenheim aus.

Traunstein - "Die Bevölkerung verlangt mehr Sicherheit, die Aufgaben bei der Polizei werden mehr", meinten die Beamten und forderten eine Sicherheitswacht. Nun stand das Thema auch zur Abstimmung im Stadtrat. 

Die Debatte war lang und heftig, die Entscheidung letztendlich aber klar: Mit 20:4 Stimmen sprach sich der Traunsteiner Stadtrat am Donnerstag für die Einführung einer sogenannten Sicherheitswacht aus. Nur die Grünen stimmten dagegen.

So sieht die Arbeit der Sicherheitswacht aus

Sie dürfen Platzverweise erteilen, renitente Personen festhalten oder Ausweise verlangen: Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wünscht sich für Traunstein ehrenamtliche Bürger, die für sie Streife gehen. Nun werden mindestens acht Ehrenamtliche gesucht, die der Polizei so unter die Arme greifen. 

Überwacht werden soll ausschließlich der öffentliche Raum, die Sicherheitswacht steht in der Regel mit einem Funkgerät in Verbindung mit der Polizei und ist paarweise unterwegs. Die Sicherheitswacht ist einheitlich uniformiert, entlohnt werden die ehrenamtlichen Bürger mit acht Euro pro Stunde von der Polizei.

"Ich als Frau fürchte mich nicht in Traunstein"

"Ist Traunstein so unsicher geworden?", fragte Thomas Stadler von den Grünen: "Ich habe in Traunstein keine Angst. Für mich ist es eher eine Beunruhigung, wenn es plötzlich heißt, wir bräuchten diese Sicherheitswacht. Da rufe ich lieber die Polizei", so der Wortführer gegen die Einführung. Seine Fraktionskollegin Burgi Mörtl-Körner sprang ihm zur Seite: "Auch ich als Frau fürchte mich nicht in Traunstein." Kleinere Bedenken kamen von mehreren Stadträten, doch die deutliche Mehrheit sprach sich letztlich dafür aus.

Vor allem zweiter Bürgermeister Hans Zillner verteidigte die Idee: "Wir als Stadtrat tragen eine Mitverantwortung für die Sicherheit. Eine Ablehnung wäre ein Armutszeugnis, dann würden wir das Sicherheitsbedürfnis der Menschen nicht ernst nehmen." Doch auch er musste zugestehen, dass es damit nicht unbedingt ein Mehr an Sicherheit geben wird - "aber zumindest ein besseres Gefühl".

Der letzte Versuch scheiterte an passendem Personal

Auch die acht Euro pro Stunde Entschädigung standen zur Debatte: "Bei einem geltenden Mindestlohn von 8,85 Euro ist das beschämend! Ich weiß nicht, ob wir da genügend passende Leute finden", so Sepp Hinterschnaiter. Bereits vor vier Jahren wollte man in Traunstein eine Sicherheitswacht einführen, doch es fehlte schlicht an passendem Personal. Bewerbungen nimmt die Traunsteiner Polizei entgegen.

Gesucht werden Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Nach der erforderlichen Personalauswahl bildet die Polizei die Ehrenamtlichen in etwa 40 Stunden aus. Ein Richtwert für die Einsatzzeit sind zehn bis 15 Stunden im Monat. "Wir suchen engagierte Leute, keine Selbstdarsteller", betonte Rainer Wolf von der Traunsteiner Polizei bereits. Auch in Burghausen, Rosenheim oder Freilassing wurden inzwischen von der Polizei Sicherheitswachten eingeführt.

Bei Usern ist die Sicherheitswacht umstrittener

Unsere Leser waren gespalten. Über 720 User beteiligten sich jüngst an einer Umfrage: 51 Prozent sprachen sich dabei ebenfalls für die Einführung einer Sicherheitswacht in Traunstein aus.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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