Video: Traunsteiner Bürgerinitiative formiert sich

Könnte die Landesgartenschau doch noch kippen?

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Traunstein - Zu teuer, zu intransparent und noch seien keine Verträge unterschrieben: Eine Bürgerinitiative will nun das Megaprojekt "Landesgartenschau" zu Fall bringen. *Neue Infos, Fotos und Video*

"Sind Sie dafür, dass Traunstein seine Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 zurückzieht?" Diese Frage soll den Traunsteinern baldmöglichst zur Abstimmung gestellt werden. An die 100 Interessierte kamen zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative gegen die "LaGa" am Dienstagabend ins Bräustüberl. Nachdem ein Ratsbegehren der Grünen gescheitert war, versuchen es die Gegner nun mit einem Bürgerentscheid gegen das Megaprojekt in der Großen Kreisstadt.

16,5 Millionen Euro hat Traunstein für die Landesgartenschau veranschlagt - doch die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Kosten weit höher liegen werden: "Es ist vollkommen ungewiss, was da auf Traunstein zukommen wird." Zwar wird es für die Stadt Zuschüsse geben, aber zumindest die Durchführungskosten müssen selbst getragen werden. Mit 9,5 Millionen Euro rechnet man, die die Stadt dann auf mehrere Haushalte aufteilen will: "Und diese Summe muss erst mal wieder hereingeholt werden." Auch die Folgekosten, beispielsweise für die Parkpflege, könne heute noch niemand abschätzen.

"Das sind Luxusprobleme"

Außerdem sei das Konzept der Stadt nicht schlüssig, so Helga Mandl, Kopf des parteiunabhängigen Aktionsbündnisses. Vor allem die Überlegungen zum Umbau des Festplatzes an der Chiemgau-Halle und des Karl-Theodor-Platzes lassen die Bürgerinitiative skeptisch werden: "Die Parkplätze in der Stadt werden ja auch weiterhin benötigt." Bei der geplanten Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz befürchtet man dagegen eine Kostenexplosion.

Fotos: Gründung der Bürgerinitiative gegen die LaGa in Traunstein

Das Frühlingsfest müsste sich genauso um eine neue Bleibe umschauen, wie vorübergehend auch der Rinderzuchtverband, der sonst in der Chiemgau-Halle beheimatet ist - denn auch den Festplatz will die Stadt ins LaGa-Konzept einbinden. "In Traunstein gibt es doch schon genügend schöne Parks und die Traun wurde bereits durch die Hochwasserschutzmaßnahmen toll hergerichtet", so Gerhard Lechner, einer der Mitinitiatoren: "Das sind Luxusprobleme!"

Fest steht inzwischen, dass eine der eingeplanten Flächen der Stadt nicht zur Verfügung stehen wird: Hans Panzer vom Peugeot-Autohaus an der Siegsdorfer Straße machte im Bräustüberl selbst klar, dass er seinen Grund nicht verkaufen wird.

Gebührenerhöhungen im Gegenzug zur LaGa?

"Ist der Schuh nicht zu groß für Traunstein?", fragte Gerhard Lechner. Frühere Ausrichterstädte wären weit größer und finanzstärker gewesen: Als Beispiel nennt er Ingolstadt oder Burghausen mit 200 bzw. 65 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen jährlich - Traunstein habe 2014 dagegen nur zehn Millionen Euro an Gewerbesteuer erhalten. Im Gegenzug fürchten Mandl und Lechner, dass die Stadt Pflichtaufgaben für die Bürger einschränken und Gebühren erhöhen werde.

Schon nächste Woche will man beginnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. 1400 braucht man, die Zeit dafür sei unbegrenzt. Wird dieses Ziel erreicht, könnten schon bald die Traunsteiner selbst darüber abstimmen, ob 2022 die Landesgartenschau wirklich in ihrer Stadt abgehalten wird.

Beide Seiten haben ganz aktuell auch Internetauftritte gestartet, um für ihre Sache zu werben: Die Stadt Traunstein auf der einen Seite, die Bürgerinitiative auf der anderen Seite. Wer wird letztendlich mehr Traunsteiner für sich gewinnen können?

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © xe

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