Interview mit Ilse Aigner über die Hintergründe des Programms

80 Millionen Euro zur Digitalisierung der Unternehmen

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Ministerin Ilse Aigner erläutert im Gespräch das Förderprogramm

Berchtesgadener Land/Traunstein - Ein 80 Millionen Euro schweres Förderprogramm zur Digitalisierung kleiner und mittelständischer Betriebe legt die Bayerische Landesregierung auf.

Vorgestellt wird der „DigitalBonus“ (www.digitalbonus.bayern.de) den heimischen Unternehmern am Dienstag, 29. November, ab 16 Uhr in der Aula des Chiemgau-Gymnasiums, Brunnwiese 1, in Traunstein. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erläutert in einem Vorabinterview die Hintergründe des Programms.

Frau Ministerin Aigner, welche Ziele hat das Programm DigitalBonus und an welche Zielgruppen richtet es sich?

Die Digitalisierung ist aktuell der alles überlagernde Innovationstreiber. Gerade der Mittelstand, der mit seinen klassischen Geschäftsmodellen bislang sehr erfolgreich war, tut sich mit dem digitalen Wandel aber teilweise schwer. Mit dem Digitalbonus unterstützen wir daher kleine und mittlere Unternehmen und helfen ihnen digitale Wachstumschancen zu nutzen.

In welchem Zusammenhang steht das Programm zu anderen Maßnahmen der Landesregierung zur Digitalisierung der bayerischen Unternehmen, vor allem der KMU in ländlichen Regionen?

Der DigitalBonus ist in unsere Strategie BAYERN DIGITAL eingebettet. Dazu gehört beispielsweise auch der Breitband-Ausbau. Mit Infrastruktur allein ist es aber nicht getan. Entscheidend ist, was wir damit anfangen.

Wir haben seit Juli 2015 das Zentrum Digitalisierung. Bayern in München als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der Digitalisierung. Im Fokus stehen dabei Wissenschaft, Technologietransfer und die wirtschaftliche Anwendung digitaler Geschäftsmodelle.

Zum Beispiel erarbeiten wir mit drei Modellkommunen im Rahmen des Projekts ‚Digitale Einkaufsstadt‘ innovative Lösungsansätze für den Einzelhandel.

Zudem gibt es das Projekt eDorf, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und Antworten auf die Frage liefert, wie wir die Digitalisierung im ländlichen Raum nutzbar machen. Da geht es nicht nur um die Wirtschaft sondern auch um Themen wie Mobilität, Bildung oder Wohnen.

Ganz neu ist auch die Initiative ‚Handwerk Digital‘ – auch dort sehe ich große Chancen auf Effizienzgewinne durch die Digitalisierung.

Welche Laufzeit hat das Programm?

Der Digitalbonus ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Zeitraum viel erreichen können. Im Anschluss werden wir auf jeden Fall Bilanz ziehen und schauen welche Folgemaßnahmen dann geboten sind.

80 Millionen Euro sind schon ein ordentlicher Betrag, zumal die Bayerische Staatsregierung ja auch weitere Fördermaßnahmen zur Digitalisierung aufgelegt hat.

KMU bewegen in der Regel immer noch Grundmaßnahmen wie das Erstellen einer Homepage. Welche Ausgaben sind förderfähig?

Um eine bloße Homepage geht es eigentlich nicht. Was wir vor allem fördern wollen, ist die Verbesserung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen sowie der Bereich IT-Sicherheit.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig: etwa die Auftragserfassung vor Ort mit dem Smartphone oder die digitale 3D-Erfassung einer Baustelle, so dass alle Gewerke ihre Arbeiten vorab am Computer planen können. Auch die Individualisierung von Produkten ist denkbar. Beim Autokauf sind zum Beispiel Online-Konfiguratoren schon heute üblich.

In vielen KMU ist noch zu wenig Know How vorhanden, welche Maßnahmen getroffen werden könnten. Wer kann Ihrer Meinung nach die Unternehmer in Bezug auf die Auswahl digitaler Maßnahmen beraten?

Die Wirtschaftsförderung übernimmt auch bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Sensibilisierung der Unternehmen oder auch bei der Einstiegsberatung mit Informationen zu Praxisbeispielen.

Wir unterstützen die Wirtschaftsförderung dabei in vielfacher Hinsicht. Für Vorträge zum Digitalbonus stehen zum Beispiel Referenten des Wirtschaftsministeriums zur Verfügung. Zudem stellen wir Informationsmaterialien zur Verfügung und arbeiten bei der Vermarktung des DigitalBonus eng zusammen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten bis Freitag, 25. November, per E-Mail an marianne.graspointner@traunstein.bayern.

Pressemitteilung Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH

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