Günstige Möbel für Bedürftige

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Gut gefüllt ist das Möbellager des Diakonischen Werks, das jetzt in der Theresienstraße untergebracht ist. Insbesondere bedürftige Menschen erhalten die Möglichkeit, Möbel günstig zu erwerben.

Traunstein - Für Bürger, die sich teure Möbel nicht oder nur schwer leisten können, gibt es eine neue, gute Adresse: das Möbellager des Diakonischen Werks an der Theresienstraße.

Am Donnerstagnachmittag war die Einweihung des bis an die Decke gefüllten Lagers.

"Unglaublich, was es hier alles gibt", sagte Thomas Zugehör, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Voll waren die Regale, die Stühle, Kästchen und Schränkchen standen dicht gereiht aneinander. All die Waren in dem Lager sind Spenden und stammen aus Wohnungsauflösungen, preisgünstig werden sie abgegeben.

Diakon Robert Münderlein stellte die Mitarbeiter des Hauses vor. Für einige sei es eine wertvolle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Für Münderlein ist das Möbellager in dreifacher Hinsicht wichtig: als Versorgungsmöglichkeit bedürftiger Bürger mit preisgünstigen Möbeln, als Beschäftigungsmöglichkeit und als "Bewahrer von Erinnerungen". So wie bei der jungen Mitarbeiterin Nadine Schulze, die einen Videorekorder als "ihr" Erinnerungsstück präsentierte. Sie erzählte, wie ihr Vater den hauseigenen Rekorder auseinander bauen musste, als sie ihre Hand in das Gerät steckte und nicht mehr herausbekam.

"Ich kenne die Not der Menschen und weiß, wie wichtig solche Einrichtungen und Hilfen sind", sagte Landtagsabgeordneter Klaus Steiner. Manfred Robl von der Fanny-Unterforsthuber-Stiftung zeigte anstatt eines Gegenstandes seine leeren Hände. Sie sollten verdeutlichen, wie wichtig es für die Gesellschaft sei, Menschen in Not beizustehen. Deshalb habe die Fanny-Unterforsthuber-Stiftung auch bei der Realisierung des Möbellagers geholfen.

Günter Naumann, der die allgemeine kirchliche Sozialarbeit im Diakonischen Werk leitet, machte anhand einer früheren Gefängnisarbeit deutlich, dass es für ehemalige Strafgefangene schwierig sei, eine Wohnung zu finden. Sie helfe aber wenig, wenn man keine Möbel habe.

Das Möbellager der Diakonie war in einer Garage entstanden, es zog dann in einen kleinen Raum, den die Stadt zur Verfügung stellte, und schließlich in einen kleinen Kuhstall in Katzwalchen. Jetzt habe es an der Theresienstraße einen sehr günstigen Standort, betonte Namann. Auch die Traunsteiner Tafel sei mit angebunden. Eine Kühlzelle im Eingangsbereich des Lagers sorgt nach Angaben von Naumann dafür, dass die Lebensmittel für die Tafel-Berechtigten kühl bleiben, bevor sie "ausgeliefert" werden.

"Jeder dieser Gegenstände hat eine Geschichte. Jeder Mensch, der hier arbeitet, hat seine Geschichte, ebenso wie jeder Mensch, der hier hereinkommt", betonte Dekan Peter Bertram. "Hier kommen Geschichten und Menschen zusammen, Gottes guter Geist soll hier spürbar sein." Gemeinsam mit Pastoralreferentin Edith Heindl segnete er die hier arbeitenden Menschen und die Räume. Als Geschenk für das Team überreichten sie ein buntes Missionskreuz und einen sogenannten Jerusalemer Scherbenengel.

wz/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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