Planungs- und Nutzungskonzept in der Stadtmitte

Stadtrat genehmigt Mix aus Handel und Wohnen

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Das Gebiet in der Stadtmitte von Traunreut im Bereich der Eichendoff- und Munastraße sowie dem Traunring wird neu geordnet. Möglich ist dies, weil die Stadt die Fläche des ehemaligen Bauhofes (Foto), in dem zur Zeit Flüchtlinge wohnen, zur Verfügung stellt. Entstehen soll dort ein Mix aus Handel und Wohnen.

Traunreut - Der Stadtrat hat das Planungs- und Nutzungskonzept in der Stadtmitte genehmigt. Baukörper und Parkplätze sind nur ein Teil der Planungen.

Das Gebiet zwischen Eichendorff- und Munastraße sowie dem Traunring in der Stadtmitte von Traunreut wird gerade neu geordnet. Im Stadtrat wurde nun vorgestellt, wie die aktuelle Planung aussieht, die mit dem potentiellen Investor aus Regensburg abgesprochen ist. Möglich wird dieses Großprojekt vor allem, weil die Stadt die Fläche des ehemaligen Bauhofs zur Verfügung stellen kann und daneben auch das Stadelmann-Areal verkauft werden soll. Entstehen soll dort nun ein Mix aus Handel und Wohnen.

Weiterer Handelsbetrieb oder Dienstleister

Kernstück des Gebietes wird ein zweistöckig geplanter Baukörper, in dem einerseits ein neue Aldi-Markt einziehen soll, aber auch im Erdgeschoss Platz für mindestens einen weiteren Handelsbetrieb oder Dienstleister ist. Die Grundfläche dieses Baus beträgt alleine 4900 Quadratmeter. In einem Obergeschoss können entweder Büros oder Wohnungen untergebracht werden. Die Gesamthöhe ist mit 9,75 Meter vorgesehen, was eigentlich drei Etagen bedeuten würde. Der Investor wollte ursprünglich nur ein Erdgeschoss bauen. Die Stadt wollte drei Etagen und so einigte man sich auf zwei Geschossen, von denen das Erdgeschoss aber etwa die Höhe von zwei Etagen bekommt. Obendrauf soll dann ein Obergeschoss mit rund drei Metern Höhe gebaut werden. Der Investor prüft, ob er in dieser zweiten Etage entweder Interessenten für Büros oder eine Pflegeeinrichtung bekommt. Theoretisch sind dort auch Wohnungen möglich. Die Lage über dem Markt ist allerdings weniger attraktiv: „Wohnungsbau oder auch sozialer Wohnungsbau sind für den Investor nicht sehr interessant“, erklärte Stadtplanerin Professor Anne Beer.

Viergeschossiger Bau am Traunring

Anders sieht die Lage an den südlichen Gebäuden entlang der Eichendorffstraße aus. Dort ist an der Ecke zum Traunring ein viergeschossiger Bau mit 380 Quadratmeter Grundfläche geplant und dann in östlicher Richtung zwei weitere dreigeschossige Blöcke mit jeweils rund 840 Quadratmeter Grundfläche. Diese drei Häuser sollen für Wohnungsbau genutzt werden: „Mit der Südlage wäre das auch interessant für Eigentumswohnungen“, so Beer. Im Anschluss an die drei Wohnblöcke ist ein Gebäude mit 850 Quadratmeter Grundfläche vorgesehen, in dem eine Kultureinrichtung oder auch ein Parkhaus unterkommen könnte. Die Nutzung ist hier aber noch nicht endgültig fixiert. Die beiden weiteren Gebäude (mit 375 und 700 Quadratmeter Grundfläche) in Richtung Kantstraße sind in der Planung mit Handel vorgesehen. Dort gibt es bereits eine Bebauung mit einem Schuhgeschäft und einer Gaststätte. „Am schwierigsten ist die Lage im Norden, da hat der Investor einem Wohnungsbau eindeutig eine Absage erteilt“, sagte Beer. Es geht dabei um die Grundstücke östlich und westlich des neugebauten Getränkemarktes am Traunring. Dort sieht die Planung westlich ein dreigeschossiges Gebäude mit 1550 Quadratmeter Fläche vor, in dem Handel oder Parken untergebracht werden könnte, sowie östlich ein Gebäude mit 900 Quadratmeter Grundfläche für Handel oder Dienstleistung sowie einen Bau mit 590 Quadratmeter Grundfläche, der als Hotel aufgeführt ist. In diesem Bereich sind derzeit noch das BRK-Gebäude und ein Parkplatz vorhanden. Zwischen diesem nördlichen Riegel und dem Zentralbau soll die Banater Straße gerade bis zum Traunring durchgeführt werden. Damit könnte hier auch die Anlieferung für die Märkte im Zentralbau organisiert werden.

300 Parkplätze

Im Gesamtbereich dieser Neuplanung sind auch 300 Parkplätze vorgesehen, von denen sich alleine 170 zwischen dem Zentralgebäude und den Wohnungsblöcken im Süden befinden, weitere 60 zwischen k1 und dem Zentralgebäude sowie 70 nördlich des Nordtrakts und damit am Traunring (gegenüber Penny). Wie Bürgermeister Klaus Ritter versicherte, ist es zudem Ziel, in dem gesamten Areal auch eine große Tiefgarage zu bauen, was ebenfalls Aufgabe des Investors sei. Teil der Gesamtplanung für dieses Gebiet sind zudem eine verkehrsberuhigte Zone im Bereich der Munastraße sowie optische Durchgänge zwischen den Neubauten sowohl in Nord-Süd, als auch in Ost-West-Richtung. Damit soll auch eine optische Anbindung zur Bebauung an der Kantstraße erreicht werden. Die Durchgänge von der Kantstraße in Richtung Munastraße werden dabei in Richtung Westen weitergeführt. Wie die Stadtplanerin versicherte, ist für die Gesamtplanung der Aldi-Markt der „Schlüsselpartner, der Aussicht auf Verbesserung haben muss, damit er auch mitmacht“. Der Discounter steht schließlich derzeit zentral in dem Gesamtareal und würde jede Stadtplanung in dem Gebiet stark einschränken. Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann gestand ein, dass nicht alle städtebaulichen Wünsche bei den Verhandlungen mit dem Investor durchgesetzt werden konnten: „Grundsätzlich sehe ich es aber positiv.“ Das Areal biete mitten in der Stadt ein Entwicklungspotential, das nicht viele Kommunen haben. Letztlich sei es ein Konzept, das nach dem Prinzip „Geben und nehmen“ im Laufe der Verhandlungen entstanden sei.

Genehmigt wurde das Planungs- und Nutzungskonzept gegen die Stimme von Roger Gorzel (BL), der kritisiert hatte, dass die bessere Verkehrserschließung des Gebietes noch nicht geklärt ist. Er gab sich überzeugt, dass erst festgestellt werden müsse, wie man den zunehmenden Straßenverkehr, der infolge der neuen Geschäfte entstehen werde, bewältigen will, bevor man dem Gesamtkonzept zustimmt.

ga

Quelle: chiemgau24.de

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