Stadtrat trifft Grundsatzentscheidung

Bau neuer Wohnungen? Ja - aber keine günstigen

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Traunreut - Seit 1990 wurden in der Stadt keine Sozialwohnungen mehr gebaut - und so wird es auch bleiben: Gleichzeitig stimmte der Stadtrat aber neuen "hochpreisigen" Wohnungen zu.

Es war eine Grundsatzentscheidung: Die Stadt wird das Wohnraumförderungsprogramm des Freistaates nicht nutzen. So wird derzeit versucht, den Kommunen unter die Arme zu greifen, um günstigen Wohnraum zu bauen. Es besteht zwar keine Sozialbindung in den "geförderten" Wohnungen, doch sie sollen in erster Linie an anerkannte Flüchtlinge und einkommensschwächere Menschen vergeben werden.

Keine neue Sozialwohnung seit 26 Jahren

Mit 18:7 Stimmen wurde die SPD-Initiative am Donnerstag abgelehnt, das Programm zu nutzen: "Seit 1990 wurden in der Stadt keine Sozialwohnungen mehr gebaut. Und ich darf dran erinnern, dass dort nach 30 Jahren die Sozialbindung entfällt, wenn saniert wird", so Ernst Ziegler. Außerdem würde durch die neuen Arbeitsplätze bei Bosch-Siemens und Heidenhain neuer günstiger Wohnraum gebraucht.

1845 Sozialwohnungen gibt es im Landkreis Traunstein, 63 Prozent davon stehen in Traunreut - doch das sei auch notwendig meinte Ziegler: "Wir haben das geringste Durchschnittseinkommen in der Umgebung." Es blieb beim "Nein" des Stadtrates, obwohl wenige Minuten zuvor eine weitere Entscheidung fiel: An der Hofer Straße wurde dagegen "hochpreisigen Wohnungen" zugestimmt, wie Stadtrat Stoib sie bezeichnete.

Zwei neue Wohnblöcke an der Hofer Straße

Bürgermeister Ritter hielt dagegen: "Wir haben auch viele, die händeringend nach neuen, etwas besseren Wohnungen suchen." Die Brüderl Vision GmbH wird dort zwei Wohnblöcke bauen, jeweilsmit drei Geschossen. In jedem Haus sind sechs Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen vorgesehen. Die Erschließung erfolgt über die Gottfried-Michael- und die Westendstraße. Von dieser aus ist eine Tiefgaragenzufahrt geplant. 

Geht es nach dem Bauherren Brüderl wird noch heuer mit dem Bau begonnen: "Die neuen Wohnungen setzten eine Preisspirale nach oben in Gang", meinte Ernst Ziegler. Bürgermeister Ritter war anderer Meinung: Durch die neuen Wohnungen an der Hofer Straße würden billigere Wohnungen in Traunreut durch die Umzüge wieder frei - damit müsse wiederum auch nicht dem Förderprogramm des Freistaates zugestimmt werden.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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