Wechselvolle Geschichte mit ständigen Herausforderungen

50 Jahre Kaufhaus in Traunreut

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Siegfried und Tina Gerer eröffneten 1966 das "Kaufhaus für Alle" (KfA). Auf nur 400 Quadratmetern Fläche bot sich den Kunden ein großes Angebot.

Traunreut - Was wäre Traunreut ohne das Cityhaus, das ehemalige "Kaufhaus für Alle" (KfA)? Erstmals das Gefühl zu haben, wie in der Großstadt in einem modernen Kaufhaus nach Herzenslust bummeln und einkaufen zu können, die erste Rolltreppe zu erleben und immer wieder von Neuerungen überrascht zu werden:

Mit dem "Kaufhaus für Alle" (KfA) legte Siegfried Gerer 1966 einen Grundstein für die Entwicklung Traunreuts zu einer modernen Einkaufsstadt.

Die 50-jährige Geschichte des KfA Cityhaus in Traunreut ist untrennbar mit der Unternehmerfamilie Gerer verbunden: Siegfried Gerer zögerte nicht lange, als ihm 1965 das Angebot unterbreitet wurde, das ehemalige Kino in der Kantstraße zu einem Kaufhaus umzubauen. Der 28-jährige Wasserburger war in Traunreut kein Unbekannter mehr, denn vier Jahre zuvor hatte er in Traunreut bereits Wurzeln geschlagen: zusammen mit seiner Frau Tina übernahm er eine kleine Textilstube am Rathausplatz, die er Schritt für Schritt zu einem ansehnlichen Modegeschäft erweiterte.

Im März 1966 schlug die große Stunde: viele Traunreuter stürmten das "KfA", das Kaufhaus für Alle. Was für heutige Verhältnisse undenkbar ist: Auf nur 400 Quadratmetern bot sich den Kunden ein Vollsortiment.

Siegfried Gerer schätzte die Entwicklung der jungen Stadt Traunreut richtig ein und suchte nach einer Möglichkeit, sein Unternehmen zu erweitern. "Traunreut war ein vielversprechender Standort zum Investieren, denn es herrschte großer Aufbaubedarf." 1972 wagte das Ehepaar Gerer den nächsten Schritt und kaufte das Gelände der früheren Bäckerei Ringsgwandl für den Bau eines neuen Kaufhauses, das bis heute die Traunreuter Innenstadt unter dem neuen Namen "Cityhaus" prägt.

1975 Erstürmung des neuen KfA

1975 öffneten sich unter enormen Andrang erstmals die Türen des neuen Kaufhauses "KfA", das heutige Cityhaus.

Im Oktober 1975 war es endlich soweit: "Um die Eröffnung des neuen Kaufhauses mit der ersten Rolltreppe erleben zu können, nahmen sich viele Traunreuter extra Urlaub und wir wurden regelrecht überrannt", erinnert sich Siegfried Gerer. Das neue Haus war von Anfang an ein Erfolgsmodell und gab dem Handelsstandort Traunreut eine neue Prägung.

Siegfried Gerer ging seinen Weg zielstrebig weiter, erweiterte das Kaufhaus Stück für Stück und expandierte. 1985 eröffnete er in der Kantstraße "KfA schöner Wohnen", "Gerer Exclusiv" und wenig später "Sport und Mode Gerer".

Doch Licht und Schatten wechselten sich ab. "Viele Ereignisse erforderten immer wieder starke Nerven von meinem Vater", erinnert sich Sohn Christian. So gab es während der ersten Wirtschaftskrise Ende der 60er Jahre Probleme mit den Banken, 1974 wollte sich die große Einzelhandelskette Woolworth ansiedeln und auch ein bekanntes Traunsteiner Unternehmen plante ein zweites Kaufhaus in Traunreut. „Ich hatte das große Glück, dass diese Mitbewerber letztlich kein Vertrauen in den Standort Traunreut setzten. Ich hätte sonst keine Möglichkeit gehabt, eine Ansiedlung zu verhindern", meint Siegfried Gerer rückblickend.

Auch die Nachfolge in der Unternehmerfamilie schien geklärt zu sein: Sohn Thomas sollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. Als dies jedoch scheiterte, trat Sohn Christian die Nachfolge an. "Ich studierte Informatik und Wirtschaft, da ich nach Einschätzung meines Vaters kein Kaufmann war und damit eigentlich frei über meine Zukunft entscheiden konnte." Aber er fühlte sich für das Lebenswerk seiner Eltern verantwortlich und wollte den Einstieg ins Unternehmen zunächst mal ausprobieren. "Und der Test läuft bis heute", schmunzelt er. Vater und Sohn verbindet auch ihr Engagement für Traunreut. Christian Gerer war und ist in vielen Ehrenämtern aktiv: im Einzelhandelsverband, als Stadtrat, im Vorstand der ARGE Werbegemeinschaft, als Richter am Arbeitsgericht und Prüfer der IHK. Sein leidenschaftliches Hobby ist der Gesang und immer wieder ist seine Tenorstimme bei Konzerten zu hören. "Das alles kostet aber Zeit, oft zu viel Zeit, und ich musste lernen, Prioritäten zu setzen."

Herausforderungen für die Zukunft

Die Herausforderungen für die Zukunft sind für den Cityhaus-Chef enorm: Die Konkurrenz durch das Internet und die Ansiedlung großer Handelsketten am Stadtrand erfordern ständig neue Ideen, um für den Kunden attraktiv zu sein. So setzte der 55-jährige zum Beispiel mit der Eröffnung einer exklusiven "Wäsche- und Dessous-Welt" im Cityhaus einen neuen Meilenstein in Traunreut. Daneben erweiterte er die Sortimente "Young Fashion", Damen- und Herrenmode, Schmuck sowie Accessoires und passt die Inneneinrichtung ständig neuen Trends an. "Der Kunde steht bei uns immer im Mittelpunkt", betont Gerer. "Sie alle geben uns das Gefühl, nicht nur Einkaufsstätte oder Warenversorger, sondern durchaus auch ein Teil ihrer Umgebung, ein Stück Traunreut zu sein. Deshalb wollen wir mit ihnen ab 5. Oktober unser Jubiläum mit tollen Angeboten feiern!“

Bei aller Expansion war Vater und Sohn immer die "KfA-Familie" wichtig. "Wir hatten stets das Ziel, unsere Mitarbeiter möglichst lange im Unternehmen zu halten." So wurde jüngst eine Mitarbeiterin geehrt, die seit 45 Jahren im Cityhaus arbeitet. "Ich mache es wie mein Vater: ich bin nicht der Chef irgendwo oben, sondern immer mittendrin und helfe wo es nötig ist. Ich denke, das schätzen meine Mitarbeiter."

Pressemitteilung Cityhaus Traunreut

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Quelle: chiemgau24.de

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