In der jüngsten Ausschussitzung in Traunreut

Wohnungsbau auf dem Lohs-Grundstück kritisch besprochen

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Traunreut - Massive Bedenken sehen die Anlieger in dem geplanten Geschosswohnungsbau auf dem sogenannten Lohs-Grundstück in der Gottfried-Michael-Straße.

Für das südlich gelegene Grundstück, auf dem zwei dreigeschossige Wohnblöcke gebaut werden sollen, hat der Stadtrat bereits „Grünes Licht“ erteilt und das Bebauungsplankonzept beschlossen. Jetzt sollen auf dem nördlichen Grundstück vier weitere Wohnblöcke dazukommen. Eine damit verbundene Änderung des Bebauungsplans „Hofer Straße“ wurde vom Bauausschuss in seiner Sitzung jedoch mit knapper Mehrheit abgelehnt. Eine endgültige Entscheidung soll am Donnerstag nächster Woche in der Stadtratssitzung um 16 Uhr getroffen werden.

Anwohner klagen in mehreren Schreiben

In mehreren Schreiben, die in der Sitzung voll inhaltlich vorgelesen wurden, beklagen die Anwohner, dass ein Geschosswohnungsbau nicht ins Straßenbild passe und nicht zuletzt auf der ohnehin beengten Westendstraße über die das beantragte Bauvorhaben der Roman-Richter-Immobilien GmbH erschlossen werden soll, mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen sei. „Schade“ finden die Anrainer auch, dass dadurch ein schützenswerter Baumbestand gefällt werden müsste und damit ein Stück Lebensqualität verloren gehe. Es entstehe auch der Eindruck, dass die zunehmende Verdichtung der Westendstraße und Gottfried-Michael-Straße zu Gunsten von Investoren und zu Lasten der Anrainer durchgeführt werde.

Nach Angaben der Architektin Ute Weiler-Heyers, die die Planung vorstellte, sollen die drei- beziehungsweise viergeschossigen Gebäude mit zurückgesetztem Obergeschoss in einem Karree (quadratisch) angeordnet werden. Geplant sind zirka 35 Wohneinheiten, aufgeteilt in Zwei-, Drei – und Vierzimmerwohnungen. Erschlossen werden soll die Wohnanlage mit Tiefgarage über die Westendstraße. Pro Wohnung ist ein Tiefgaragenstellplatz vorgesehen. Die restlichen erforderlichen Stellplätze sollen oberirdisch angeordnet werden. Die Anregung seitens des Bauherrn, die Westendstraße und Gottfried-Michael-Straße im Zusammenhang mit den Bauvorhaben um jeweils einen Meter zu verbreitern, wurde vor allem von Bürgermeister Klaus Ritter begrüßt. Dieses Angebot werde er gerne annehmen, sagte Ritter. Auch Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann würde eine Straßenverbreiterung für sinnvoll erachten.

Bauvorhaben auf dem Prüfstand

„Letztendlich verläuft der Verkehr über die Westendstraße, weil sich dort der Anschluss der Tiefgarage befindet“, so Gätzschmann. Der allgemeinen Diskussion war zu entnehmen, dass das Bauvorhaben zunächst noch auf den Prüfstand gestellt werden müsste. Josef Winkler (Bürgerliste) hat seine Zweifel und stellte in Frage: „ Verträgt es sich oder ist es überdimensioniert?“ Er werde den Antrag zwar zustimmen sich aber vorhalten, ob man bei der weiteren Planung zurückgehen muss. Skeptisch äußerte sich auch der 2. Bürgermeister Hans Peter Dangschat. Ihn brennt vor allem die Verkehrssituation auf den Nägeln. Er würde er auf dem Grundstück grundsätzlich Einfamilienhäuser dem Geschosswohnungsbau vorziehen, sagte der Bürgermeistertellvertreter.„Die Bebauung ist mir zu massiv.“ Vor dem Hintergrund der Einwände der Nachbarn warnte Herbert Kusstatscher (SPD) davor, den Hochbau nicht zu überstrapazieren. Außerdem fragte er bei der Architektin nach, ob die Option bestehe, den Tiefgaragen-Stellplatzschlüssel auf 1,5 Plätze zu erhöhen. Dieser „fromme Wunsch“ wird nicht erfüllt werden können: „Wir befinden uns dann im Bereich einer Großgarage, die mit hohen Auflagen verbunden wäre“, sagte Ute Weiler-Heyers. Die Entscheidung des Gremiums den Antrag der Roman-Richter-Immobilien GmbH, zu genehmigen, fiel äußerst knapp aus. Mit 5:4 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Die ersten Gespräche für eine Bebauung des Grundstücks wurden bereits vor exakt drei Jahren geführt. Der Vorbesitzer hatte damals eine Bebauungspanänderung beantragt, um auf dem rund 6500 Quadratmeter großen Grundstück Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und eventuell auch Mehrfamilienhäuser zu ermöglichen. Die Änderung der Bauleitplanung wurde vom Stadtrat auch abgesegnet. Schließlich einigte man sich darauf, auf dem Grundstück insgesamt 10 Einzelhäuser und Doppelhäuer zu bauen. Schon damals wurde kritisiert, dass die Bebauung zu dicht sei und das zusätzliche Verkehrsaufkommen Probleme bereiten könnte. Zwischenzeitlich wurde aber das Grundstück an zwei unterschiedliche Eigentümer verkauft, die in den Geschosswohnungsbau investieren wollen.

Gabi Rasch

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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