Bauausschuss für Sperrung der Sonnenstraße

Drohen jetzt wieder Anwohnerproteste?

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Die gefährliche Kreuzung Robert-Bosch-Straße / Sonnenstraße in Oderberg.

Traunreut - Wie kann die Verkehrssituation für Radlfahrer in Oderberg entschärft werden? Wie schon vor einem Jahr sprach sich der Bauausschuss nun wieder für eine Sperrung der Sonnenstraße aus. Damals drohten Anwohner mit einer Klage.

Für die Verkehrsinitiative Traunwalchen-Oderberg (Vito) ist eine komplette Sperrung der Durchfahrt für den Autoverkehr das einzige wirksame Mittel, um das Falschfahren auf der Sonnenstraße zu unterbinden und den Radwegverkehr in Oderberg sicherer zu machen.

Wie berichtet, hat die Stadt ein Verkehrsgutachten erstellen lassen, in dem unter anderem eine Umleitung des Fahrradverkehrs über die Oderberger Straße/Simon-Ohm-Straße vorgeschlagen wird. Der Stadtrat hatte sich daraufhin in der Aprilsitzung darauf verständigt, zunächst in den Fraktionen ein Basiskonzept zu erarbeiten und eine endgültige Entscheidung im Mai zu treffen.

Zwischenzeitlich hat auch die "Vito" in der Stadtverwaltung eine Stellungnahme zu diesem Gutachten abgegeben. Darin kritisiert sie, dass in dem Gutachten das dringendste Problem überhaupt nicht erfasst worden ist: Die Gefahren beim Abbiegen von Autos in die Sonnenstraße, Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern und einiges mehr. Es sei nur eine Frage des Zufalls, ob sich gerade ein Radfahrer nähert und es zum Unfall kommt, oder nicht, warnt die "Vito". Nach einem Unfall im vergangenen Jahr schwebte eine Frau bereits in Lebensgefahr.

Jobst: Straße gehört gesperrt

Voll hinter die Interessen der Verkehrsinitiative stellten sich Renate Zembsch (Grüne) und Sepp Winkler (Bürgerliste). Winkler und plädierte ebenso wie Zembsch für eine sofortige Schließung der Einmündung. Unterstützung bekamen sie von Johann Jobst (CSU). "Die Sonnenstraße gehört komplett gesperrt", forderte Jobst. Zur Alternativroute stellte er fest, dass die Oderberger Straße nicht nur äußerst desolat und unbeleuchtet sei, sondern zum Teil auch über Privatgrund führe. Er vermute auch, dass die Kinder diese Alternativroute nicht annehmen würden

Auch Herbert Kusstatscher (SPD) gab zu verstehen, dass er mit einer Schließung der Sonnenstraße einverstanden wäre. Gleichzeitig sollte aber die Alternativroute entsprechend ausgebaut angeboten werden. Paul Obermaier (FW) sagte ebenfalls ja zur Schließung und schlug dazu vor, die Alternativroute zunächst ein Jahr lang zu testen. "Endlich Nägel mit Köpfen zu machen", forderte Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste), der zwar nicht im Bauausschussgremium sitzt, aber dazu gehört wurde. "Jetzt ziehen wir das seit einem Jahr hin. Mach ma doch endlich mal zu!" Mit 7:4 Stimmen sprach sich der Bauausschuss schließlich dafür aus.

Gorzel hatte vor einem Jahr mit einem Antrag den Stein ins Rollen gebracht, die Sonnenstraße durch eine bauliche Maßnahme zu schließen. Der Beschluss, die Zufahrt für den Verkehr zu schließen und eine Umlaufsperre zu installieren, um damit eine Vollsperrung der Einbahnstraße zu erreichen, wurde jedoch vom Stadtrat revidiert. Hintergrund waren Widersprüche der Anlieger. Sie befürchten Schwierigkeiten für den Winterdienst, die Müllabfuhr und den Krankenwagen. Darauf hatte der Stadtrat beschlossen, den Beschluss auszusetzen und ein Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben. Die "Vito" vertritt jedoch die Ansicht, dass die von den Anliegern befürchteten Probleme lösbar seien und auch bei anderen Sackgassen bewältigt werden müssen.

Ritter: "Ich will jedem die Hand reichen"

Für eine "Mischung aus Angebot und Maßregelung" plädierten Bürgermeister Klaus Ritter (FW) und sein Stellvertreter Hans Peter Dangschat (CSU). Dass Radfahrer geschützt werden müssen, bezweifelte Ritter nicht. Aber dafür alle anderen zu bestrafen, weil die Radfahrer zu schnell den Berg hinunterfahren, sei nicht der richtige Weg, erklärte Ritter. Er forderte ein klares Konzept, um die Radfahrer zu schützen, ohne die Bürger zu belästigen. Mit Nachdruck verwahrte er sich dagegen, mit Mahnungen Druck auf die Stadtverwaltung auszuüben. Ritter: "Ich will jedem die Hand reichen."

Den Fraktionen wurde letztendlich als "Hausaufgabe" mit auf dem Weg gegeben, über zusätzliche Maßnahmen zu diskutieren, über die dann in der Stadtratssitzung abgestimmt werden soll. In den Augen von Bernard Seitlinger (CSU) sollte dabei unbedingt auf dem Radweg oberhalb des abschüssigen Bereichs, von Traunreut kommend, eine Umlaufsperre berücksichtigt werden. Endgültig entscheiden wird der Stadtrat am Donnerstag

ga/xe

Quelle: chiemgau24.de

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