"Du warst ein Zugpferd"

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Sie kennen und schätzen sich seit über 50 Jahren: Michael Ströber (links) und Landrat Hermann Steinmaßl, der ihm einen handgetöpferten Krug als Andenken schenkte.

Traunstein - Der langjährige Geschäftsführer des katholischen Kreisbildungswerks Traunstein, Michael Ströber, trat gestern in den Vorruhestand.

In einer Feierstunde mit rund 100 geladenen Gästen, darunter auch Stadtpfarrer Georg Lindl und Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl sowie ganz im Sinn der gelebten Ökumene Diakon Markus Sellner vom Evangelischen Bildungswerk, wurde Ströber im Pfarrheim Haslach verabschiedet.

Die vielen Redner und Programmteile zeigten einerseits, wie beliebt der Diplom-Pädagoge bei Kirchen, Organisationen und Behörden war, und machten andererseits deutlich, wie umfangreich in seiner Wirkenszeit die Arbeit des Vereins angewachsen ist, die in den fast 40 Gemeinden im südostbayerischen Raum ausgeführt wird. Gelungen war auch die musikalische Untermalung durch die Kombination von Hackbrett und Harfe durch das "Duo Cordare" aus Bergen und das Duo "As time goes by", hinter denen Thomas Breitsameter (Violine) und Janusz Myschur (Akkordeon) stehen.

Dekan Konrad Kronast wies darauf hin, wie wichtig, die Erwachsenenbildung in den Augen der katholischen Kirche sei, in der Bildung nach dem christlichen Menschenbild vermittelt werde. Er lobte die Arbeit Ströbers: "Du warst ein Zugpferd für uns und hast uns Impulse gegeben."

Landrat Hermann Steinmaßl betonte, dass es ihm wichtig sei "gerade in dieser Zeit auf Werte zu setzen, die es schon seit 2000 Jahren gibt." Hier sei die katholische Erwachsenenbildung wichtig, mit der der Landkreis eine "Partnerschaft" habe, wie er am Beispiel der ausgebildeten Tagesmütter aufzeigte. "Es war schön, mit Dir zusammengearbeitet zu haben", sagte der Landrat an Ströber gerichtet, den er schon seit den 1960er-Jahren kennt. Er verband den Abschied mit dem Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer.

Nachfolger ist der 35-jährige Tobias Schedlbauer.

Clemens Knoll, Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung in der Erzdiözese München und Freising, führte aus einem 35 Jahre alten Briefwechsel aus, wie das Kreisbildungswerk in Traunstein aus kleinen Anfängen nach der Einstellung des hauptamtlichen Geschäftsführers Ströber seinen Aufschwung genommen und sich im Lauf der Jahrzehnte insbesondere auch in gesellschaftlich relevanten Themen wie der Hospizarbeit und der Qualifizierung in der Altenarbeit eingebracht habe. Daneben stellte er besonders das Umweltmanagement in den Pfarreien in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt heraus.

In ihrer Laudatio auf Ströber ging die Vereinsvorsitzende Ursula Lay auf die "Pionierarbeit in der Erwachsenenbildung in Traunstein" ein, die Ströber geleistet habe. Von bescheidenen Anfängen in einem Keller in der Katharinenstraße über ein Büro in der Maxstraße zu den jetzigen Räumlichkeiten im Studienseminar sei die Arbeit ausgeführt worden, die bisher untrennbar mit ihm verbunden gewesen sei: "Die Katholische Erwachsenenbildung ist durch Dich etwas ganz Besonderes geworden."

Wie sehr der "Mister Kreisbildungswerk" auch unter seinen Mitarbeitern, den Helfern und gerade bei den Eltern-Kind-Gruppen-Leiterinnen in dem Bildungswerk beliebt war, zeigten aufgeführte Sketche ("Jung, gsund und katholisch 'drauf"), Gstanzlsingen und ein abendauflockernder Zimmermannstanz.

Tobias Schedlbauer stellte sich zum Ende des Festaktes den Anwesenden vor. Der im niederbayerischen Straubing/Bogen aufgewachsene neue Geschäftsführer war vor acht Jahren in den Landkreis Traunstein gekommen und arbeitete in dieser Zeit als Integrationsbeauftragter in der Stadt Traunreut beziehungsweise im Landratsamt Traunstein. Der 35-Jährige hoffe, dass auch unter seiner Führung der Verein eine bleibend hohe Akzeptanz genieße.

In seinem Schlusswort sagte der sichtlich gerührte künftige Ruheständler Ströber, dass er solche ausgesprochenen "Lobeshymnen" eigentlich nur aus den alttestamentlichen Psalmen kenne: "Aber da ist dann ein anderer der Adressat." Sein Geheimrezept für seinen beruflichen Erfolg gab er den Anwesenden und insbesondere seinem Nachfolger und seinen ehemaligen Mitarbeiter mit: "Scheinbare 'Zufälle' am Schopf packen so lange es geht."

wz/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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