Skilift: Gemeinde bewilligt 210.000 Euro

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Ruhpolding - Der Betrieb der Sesselbahn am Unternberg ist vorerst gesichert. Einstimmig bewilligte der Gemeinderat jetzt Investitionen in Höhe von rund 210.000 Euro.

Die von der Gemeinde getragene Unternbergbahn GmbH benötigt dieses Geld dringend, um Sanierungen vorzunehmen, die für die Fortführung des Betriebes unerlässlich sind.

Das Gremium verband die Bewilligung des Geldes jedoch mit einem klaren Auftrag: Fortzusetzen seien die Gespräche für eine Übernahme der gemeindlichen Unternbergbahn GmbH durch die private Rauschbergbahn GmbH. Oder mit anderen Worten: Nach wie vor fordert der Gemeinderat eine Privatisierung der bislang öffentlichen Unternbergbahn.

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Für den Weiterbetrieb des Doppelsesselliftes seien Investitionen in Höhe von rund 246.000 Euro notwendig, sagte Kämmerin Doris Wiser. Allein 164.600 Euro koste die neue Steuerungsanlage. Sie sei unbedingt erforderlich. Denn die alte Anlage erfülle die Auflagen des TÜV nicht mehr. 55.400 Euro seien für den Brandschutz auszugeben. Auch in diesem Fall müsse man die Vorgaben erfüllen. Gehe man von einem Zuschuss der Regierung von 15 Prozent aus dem Fördertopf für Kleinseilbahnen aus, verbleibe der Kommune die Finanzierung von fast 210.000 Euro, erklärte Wiser. Da der Gemeinderat in einer früheren Sitzung einen Investitionsrahmen von nur 200.000 Euro bewilligt habe, sei ein Neubeschluss durch das Gremium notwendig.

CSU-Fraktionssprecher Hermann Feil meinte: "Bei so knapper Überschreitung müssen wir zustimmen." Er betonte die Bedeutung der Sesselbahn. "Auch wir stimmen im Hinblick auf die Zukunftsperspektiven zu", betonte für die SPD Sepp Konhäuser. Auch die Fraktionssprecherin der Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB), Ulrike Pfeifer, befürwortete die Investitionen. "Wir hätten aber gerne, dass eine Übernahme durch die Rauschbergbahn möglich wird."

Bürgermeister Claus Pichler sprach von einem "überschaubaren Betrag" und verkündete zudem, dass die Verhandlungen mit der Rauschbergbahn im Gange seien. Ziel sie die Übernahme der Unternberg- durch die Rauschbergbahn im Jahr 2012. Der Gemeinderat stimmte der Erhöhung der Investitionskosten unter der Voraussetzung weiterer Verhandlungen mit der Rauschbergbahn einstimmig zu.

Wiser stellte auch den Finanzplan für den Betrieb der Bahn bis 30. Juni 2012 vor. Demnach sei inklusive der Investitionen eine Summe von rund 476.000 Euro notwendig. Erste Verlustzuweisungen durch die Gemeinde fallen ihren Angaben zufolge bereits im Januar an.

Laut dem Rathauschef ist der Finanzplan so angelegt, dass "aller Voraussicht nach nichts mehr zusätzlich passieren kann". Auf Nachfrage bestätigte Wiser, dass der Schuldendienst für die Unternbergbahn auch bei einem Verkauf bei der Gemeinde bleiben würde. Für den Fall, dass das neue Konzept für den Skibetrieb und die Sesselbahn scheitern sollte, wären Rückbaukosten am Unternberg in Höhe von rund 350.000 Euro aufzubringen.

Um den Skibetrieb am Unternberg aufrecht zu erhalten, stellte die Gemeinde der neu gegründeten Betreibergesellschaft um Herbert Fritzenwenger junior in Aussicht, die Schleppliftanlagen in betriebsbereitem Zustand zur Verfügung zu stellen (wir berichteten). Dafür, so Wiser, habe die Gemeinde Kosten in Höhe von 46.200 Euro zu tragen. Auf die Reparatur des Getriebes und die Optimierung der Wasserversorgung entfielen je 15.000 Euro, auf die Revision 5000 Euro und auf die Beschaffung von zwei Kettenpaaren für die Pistenraupen 11.200 Euro.

Zu den letztgenannten Kosten sagte Hermann Hipf (VRB): "Da tut sich die Frage auf, warum die Gemeinde für die neuen Ketten 22.000 Euro hätte bezahlen sollen, wenn die Betreibergesellschaft diese jetzt für die Hälfte bekommt." Dazu konnte Fritzenwenger erklären, dass die Firma Käsbohrer im Rahmen des Sponsorings diese Zusage nun gemacht habe.

Alles startklar an den Schleppliften

Fritzenwenger berichtete auch über den derzeitigen Stand der Vorbereitungen für den Schleppliftbetrieb am Unternberg. Die Revisionsarbeiten seien durchgeführt und die Beschneiungsanlage, die sich auf den Bereich des "FIS-Liftes" konzentriere, betriebsbereit. Bei entsprechender Witterung könne mit der Beschneiung begonnen werden. Die dazu notwendige Wassergewinnung werde dafür gerade optimiert.

hbw/pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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