Schweinegrippe: Jetzt impfen!

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Landkreis Traunstein - Zuerst waren auch heimische Ärzte skeptisch, doch inzwischen wird die Schweinegrippe-Impfung ausdrücklich empfohlen. Im Landkreis waren bereits 207 Personen erkrankt. **Special**

Lesen Sie hier den Bericht aus Chiemgau-Zeitung:

Schweinegrippe auf dem Vormarsch

Nach anfänglicher Skepsis raten heimische Ärzte inzwischen verstärkt zur Schweinegrippe-Impfung. Die Nebenwirkungen des Impfstoffes seien anscheinend weit weniger gravierend als ursprünglich angenommen. Dies ergab eine Umfrage der Chiemgau-Zeitung.

Landkreis Traunstein - Die von der Neuen Grippe ausgehende Gefahr ist offenkundig. Bis zum gestrigen Freitag starben daran in Deutschland neun Menschen, einige von ihnen hatten keine Vorerkrankungen. Bayernweit gab es gestern, 10 Uhr, 15803 festgestellte Krankheitsfälle. Dies berichtete Dr. Stephan Gebrande vom Gesundheitsamt Traunstein. Seitdem sich im Juni ein fünfjähriger Bub aus Unterwössen mit dem H1N1-Virus infiziert hatte (wir berichteten), erkrankten im Landkreis Traunstein bis gestern Vormittag 207 Personen, von denen viele aber wieder gesund seien.

Laut Gebrande dürfte die Dunkelziffer an Erkrankten nicht nur aufgrund ungenauer Schnelltests enorm sein. Viele infizierte Personen suchten erst gar nicht einen Arzt auf. Nach Angaben des Chefs des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, nimmt die Zahl der Erkrankungen derzeit stark zu. In den Nachbarlandkreisen sei eine ähnliche Entwicklung auszumachen. Die Versorgung der Apotheken und Praxen mit dem Impfstoff Pandemrix läuft derweil, nach anfänglichen Nachschub- und Verteilungsschwierigkeiten, immer besser an. Nach den Worten von Christian Roeder von der Pauerschen Apotheke in Traunstein liegt eine Schwierigkeit darin, dass die Apotheker mindestens 500 Stück bestellen müssten und das Geld bis vor Kurzem auch von ihnen vorzustrecken war. Ärzte erhielten wiederum nur Zehnerpacks und bräuchten deswegen immer zehn Impfwillige.

Erschwerend komme hinzu, dass der Impfstoff nur 24 Stunden haltbar sei, so Roeder. Auch wenn man bei vielen heimischen Medizinern derzeit innerhalb von zwei bis drei Tagen einen Impftermin bekommt, hält sich die Nachfrage seitens der Bürger erstaunlicherweise in Grenzen. Grund dafür, sind, wie es hieß, wohl auch die zuletzt kursierenden, sich teilweise widersprechenden Expertenmeinungen sowie die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über etwaige Nebenwirkungen des neuen, kaum erprobten Impfstoffes.

Risiko für Kinder, Schwangere und Alte

Die Ärzte raten vor allem Risikogruppen wie Alten, chronisch Kranken und Schwangeren zur Impfung - ebenso Menschen, die in ihren Berufen viel mit anderen Personen in Kontakt kommen. Auch Kinder (ab drei Jahren) sollten von ihren Eltern zur Impfung geschickt werden, denn das Virus scheint sich in Kindergärten und Schulen besonders schnell auszubreiten. An den regionalen Volksschulen gebe es allerdings bisher nur vereinzelte Krankheitsfälle zu verzeichnen und es musste auch keine Schule geschlossen werden, so der Schulamtsleiter des Landkreises Traunstein Gerhard Poremba. Dies sei allerdings der Stand von Freitag, 30. Oktober, also dem letzten Schultag vor den Herbstferien. Der Zeitpunkt der Schulferien sei im Zusammenhang mit dem weiteren Krankheitsverlauf sicher "günstig" gewesen, so Poremba. Schon zu Beginn des Schuljahres 2009/10 hatte das bayerische Kultusministerium Poremba zufolge die Schulämter darauf hingewiesen, wie das Thema Schweinegrippe in den Schulen von Lehrern und Schülern angegangen werden sollte.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehörten nicht nur regelmäßiges Händewaschen. Auch sollten beispielsweise Menschenansammlungen und zu enge soziale Kontakte vermieden werden. Etwaige Krankheitsfälle müssten zudem sofort dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. An der Schweinegrippe erkrankte Kinder seien vom Unterricht befreit und müssten, in ärztlicher Absprache, isoliert werden. Eltern von Schülern betroffener Klassen sind im Übrigen nicht verpflichtet, ihre Kinder in die Schule zu schicken, so der erst im Herbst in sein Amt eingeführte Schulamtsleiter. Die Schulleiter seien aber, wie in anderen Fällen auch, zu informieren. Wie sich die Lage an den Schulen nach den Herbstferien entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Von Markus Müller

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Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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