Ruhpoldinger Gastgeber fühlen sich hintergangen

"Arg kontroverse Diskussionen" um Tourismus-Kooperation

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Ruhpolding/Inzell - Eigentlich vorbildlich, wenn die Gemeinden im Tourismus enger kooperieren wollen - doch Ruhpoldinger Gastgeber fühlen sich nun schlicht hintergangen.

Der Service für die Touristen ist natürlich nicht schlecht: Mit einer Karte, die jeder Urlauber beim Einchecken erhält, können künftig viele Freizeitangebote in Ruhpolding und Inzell kostenlos genutzt werden. Die Sache ist beschlossen, doch bei der Vorgehensweise fühlen sich manche Gastgeber aus Ruhpolding nun hintergangen. 

"Wir wissen nicht, was da alles auf uns zukommt", so Jürgen Gstatter, Sprecher der "Vereinigung der Ruhpoldinger Gastgeber". Außerdem sei die Fusion der Urlauberkarten "hinter dem Rücken" der Ruhpoldinger Hoteliers passiert: "Da wird eine Fusion beschlossen, ohne die betroffenen Gastgeber vorher zu fragen", meint Gstatter. Er wollte deshalb eine Verschiebung der Fusion - der Ruhpoldinger Gemeinderat lehnte das am Dienstag aber mit einer knappen Mehrheit von 10:9 Stimmen ab. "Die meisten der Gemeinderäte wissen über Vermieterdinge nicht bescheid", so Gstatter - der Gemeinderat habe die Bodenhaftung verloren.

"Das kann man den Gästen nicht erklären"

Vermieter wie Jürgen Gstatter sind es, die die Karte an die Urlauber verkaufen, da sie im Mietpreis inbegriffen ist. Und genau hier fürchtet er die Probleme: "Wir müssen dem Gast die Karte schmackhaft machen" - und das könnte seiner Meinung nach künftig schwieriger werden. Der Preis steigt von 2,20 Euro auf 2,50, außerdem soll der Gratis-Besuch im Wellenhallenbad oder im Märchenpark künftig nicht mehr täglich möglich sein sondern nur noch einmal in der Woche. Gstatter fürchtet eine weitere Preissteigerung, wenn auch Angebote außerhalb der Gemeinden mit dazugenommen werden.

"Das kann man den Gästen nicht erklären", meint Gstatter. Auch hadert er damit, dass der Eintritt im Inzeller Hallenbad mit inbegriffen ist - obwohl dessen Zukunft bekanntlich auf der Kippe steht. Oder dass man in Inzell kostenloses Tennis und Gratis-Radverleih anbietet, in Ruhpolding aber nicht. "Nicht dass wir schon vor der Kartenfusion verfeindet mit den Inzellern beginnen", so Gstatter. Am besten wäre es daher, die Tourist-Info müsste die Karten künftig verkaufen. Doch der Verkauf bleibt bei den Gastgebern. 

Weg vom Kirchturmdenken

"Die Rückbindung mit den Gastgebern hat tatsächlich noch nicht so viel Raum eingenommen", meint auch Ruhpoldings Bürgermeister Pichler. Er berichtet von "arg kontroversen und emotionalen Diskussionen" der Gemeinderäte. Auch Pichler hätte die Einführung der Karte lieber noch hinausgeschoben, doch jetzt kommt sie zum 1. Mai 2017. Trotzdem erhofft sich auch der Ruhpoldinger Bürgermeister Impulse für den Tourismus in beiden Orten - und einen Schritt weg vom Kirchturmdenken.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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