Neue Eishalle: Inzell ist begeistert

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Das Eishallen-Modell der Architekturbüros Pohl und Behnisch fand großes Interesse bei den Inzellern.

Inzell - "Inzell soll wieder den Stellenwert erhalten, den es jahrzehntelang inne hatte", wünschte der Vizepräsident der "International Skating Union" (ISU) den Einheimischen beim Infoabend im Festsaal.

Lesen Sie hier den Bericht aus der Chiemgau-Zeitung:

200 Meter lang und 90 Meter breit

Inzell - "Inzell soll wieder den Stellenwert erhalten, den es jahrzehntelang inne hatte", wünschte der Vizepräsident der "International Skating Union" (ISU) den Einheimischen beim Infoabend im Festsaal.

300 Interessierte wollten die Pläne für die Eishalle und eine "Eisschnelllauf-Akademie" kennenlernen.

Eishalle Inzell

Die ersten positiven Auswirkungen des Eishallenbaus seien schon sichtbar, freute sich Bürgermeister Martin Hobmaier. Zwei "kleine, feine Lokale" seien neu eröffnet worden, das Hotel "Gastager" habe einen neuen Eigentümer und beim Hotel "Zur Post" seien die Gespräche wieder in Gang gekommen. Er berichtete über die laufenden "Workshops" zur Nutzung der Halle und die Gründung eines WM-Organisationskomitees. In Inzell werden im März 2011 die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften ausgetragen.

Marnix Wieberdink stellte seine Pläne für eine Eisschnelllauf-Akademie im ehemaligen Krankenhaus vor, das er gekauft hat. Der 38-jährige Holländer unterstützt mit seiner Sportmarketing-Firma "Sport Navigator.NL" mittlerweile 250 Eisschnellläufer aus 29 Nationen, etwa durch Sponsering-finanzierte Anzüge oder einen "Service-Truck" bei internationalen Wettkämpfen. Sein Ziel sei es, mit international erfahrenen Trainern auch die Leistungen junger Kufensportler zu verbessern.

Im Mai sollen die Umbauarbeiten beginnen. Dafür sucht Wieberdink noch die Unterstützung durch Sponsoren und heimische Firmen - mit einer ungewöhnlichen Idee: Die Türen der Akademie stellt er für je 15000 Euro als Werbeflächen zur Verfügung. Einige seien schon verkauft. Eröffnen will Wieberdink die Akademie pünktlich zum Beginn der Einzelstrecken-WM am 10. März 2011.

"Ich bin begeistert, auch als Inzeller", kommentierte Zimmermann die Pläne. Er will bei der Winterolympiade in Vancouver (Kanada) ein Gespräch zwischen Wieberdink und ISU-Präsident Ottavio Cinquanta vermitteln.

Die Architekten Julia Pohl und Andreas Leupold von den Büros Pohl und Behnisch stellten die Dachkonstruktion und das ausgeklügelte Energie-, Tageslicht- und Raumklimakonzert der geplanten Halle vor, die 200 Meter lang und 90 breit sowie 23 Meter hoch werden soll. Bogenförmige Aufleger am Dach ermöglichen Tageslicht-Beleuchtung, laut Pohl ein "Alleinstellungs-Merkmal für Inzell". Das Dach sei für eine maximale Schneelast von 395 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt, fast vier Mal so viel wie die Erfurter Halle, was dem Eigengewicht von 7000 Autos auf dem gesamten Dach entspreche. Ein lichtdurchlässiger Kälteschirm unter dem Dachtragwerk schütze dieses vor der Kältestrahlung. Die Tribüne ermögliche Blicke auf die umgebenden Berge und den Zwingsee.

Nach der Verlegung der Zufahrt nach Norden werden nach Angaben der Planer asphaltierte Flächen südlich der Eisbahn zurückgebaut, so dass die renaturierten Uferwiesen des Sees bis zur Halle reichen könnten. Den Architekten schwebt vor, die Halle und die bestehenden Sportanlagen in einen "Sportcampus Inzell" mit einem Sportler-Hotel im Bereich der früheren Zufahrt und einem Verbindungssteg vom Besucherbalkon zur Gastronomie einzubetten.

Die Halle wird von 57 bis zu 34 Meter langen Bohrpfählen mit je 1,20 Metern Durchmesser gestützt. Die Fassaden umfassen eine Fläche von etwa 2500 Quadratmetern, die Dachfläche misst rund 18500 Quadratmeter.

Auf der Zuschauertribüne um das 400-Meter-Oval werden 1000 Sitz- und 6000 Stehplätze entstehen.

Das Haupttragwerk mit Fachwerkbindern aus Holz und Stahl besteht aus zehn 94 Meter langen Hauptbindern sowie 20 so genannten Radialbindern, die 48 Meter lang sind.

Rechtzeitig vor den heftigen Schneefällen vergangene Woche konnten laut Stadionchef Hubert Graf 270 der 1000 Quadratmeter der Bodenplatte betoniert und mit vor Kälte und Nässe schützenden Isomatten bedeckt werden. Nun hoffen Graf und die Architekten, dass der Winter nicht zu lang dauert, sonst wird die Zeit sehr knapp. Im Mai soll die Dachmontage beginnen.

vm/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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