Gemeinderat hatte viel zu besprechen

Soll Vachendorf der Euregio beitreten?

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Vachendorf - Beim Thema Euregio gab es viele Unstimmigkeiten im Gemeinderat, weshalb die Entscheidung vertagt wurde.

Einstimmig vertagte der Vachendorfer Gemeinderat den Tagesordnungspunkt über eine mögliche Mitgliedschaft in der Euregio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein, um sich vor einer endgültigen Entscheidung näher informieren zu können. Bürgermeister Rainer Schroll hatte auf ein Schreiben von Landrat Siegfried Walch verwiesen, in dem er die Gemeinde gebeten hatte, sich zu einer Mitgliedschaft zu entschließen. Der Bürgermeister meinte jedoch, die Euregio sei sehr Salzburglastig und eher für die Grenzgemeinden interessant. „Wir haben keine grenzüberschreitenden Projekte“, sagte er. Wobei er nicht ausschließen wollte, dass es vielleicht auch einmal etwas für Vachendorf geben könnte. 

Ein Beitritt wäre für ihn lediglich ein Akt der Solidarität. Marlies Kruse erklärte, für eine kleine Gemeinde gebe es keinen Mehrwert. Außerdem würden die Mitgliedschaften in den verschiedenen Verbänden für die Gemeinde unübersichtlich. „Lass' ma's sein“, so Kruse. Dagegen sagte Walter Ponath, die Euregio könne die Gemeinde beispielsweise beim grenzüberschreitenden Verkehr und der Jugendarbeit schon einmal betreffen. Die Euregio sei ein nicht unwichtiger Verband. Man sollte nicht immer nur nach den Vorteilen fragen. 

Agnes Göhle meinte, es gebe Fördergelder für Veranstaltungen

Laut Geschäftsleiter Andreas Schultes würde die Gemeinde eine Mitgliedschaft jährlich rund 250 Euro kosten. Weiter beschäftigte sich der Gemeinderat mit einer Anfrage des SC Vachendorf zur Übernahme der Pflegearbeiten des Sport- und Übungsplatzes durch die Gemeinde. Bisher hatte dies Johann Mayer ehrenamtlich übernommen. Mayer war im Januar verstorben. Nachdem sich niemand mehr bereit erklärt hatte, diese Arbeiten zu übernehmen, soll dies eine geringfügig beschäftigte Kraft übernehmen. 

Das notwendige Gerät hat die Gemeinde. Da es sich sowohl um Flächen des Sportvereins und der Gemeinde handelt, wird die Abrechnung nach den Worten des Bürgermeisters über die Gemeinde erfolgen. Den Anteil des Sportvereins werde die Gemeinde als Spende für die Jugend des Sportvereins verbuchen, so Schroll. Kruse erklärte, Voraussetzung müsse aber sein, dass die Nutzung auch durch Gemeindebürger gewährleistet sei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen

Ferner informierte der Bürgermeister über die Möglichkeit, an einer Pilotphase zur offenen Ganztagsschule teilzunehmen. Dies sei dann aber eine schulische Veranstaltung, bei der sich Schüler für feste Tage anmelden und sich ggf. befreien lassen müssten. Mit der jetztgen Mittagsbetreuung sei man dagegen flexibler.

 „Die Mittagsbetreuung läuft gut. Ich würde sagen, wir warten“, so Schroll

Wenn man von einem funktionierenden System abrücke, habe man womöglich am Ende gar nichts, betonte Kruse. Angeregt wurde eine Informationsveranstaltung, um den Eltern zu erklären, was eine offene Ganztagsschule ist. Der Bürgermeister berichtete weiter über die Einschreibung in der Kindertagesstätte. Demnach habe die Kinderkrippe bereits 20 Anmeldungen. Bei fünf Kindern habe die Gemeinde den Eltern eine Absage erteilen müssen. Auch im Kindergarten seien zwei bis drei Kinder zu viel angemeldet worden. „Wie wir damit umgehen, weiß ich noch nicht“, so Schroll. Es gebe verschiedene Ansätze: entweder größere Gruppen bilden oder über eine Aufstockung nachdenken. 

Keine Einwände hatte das Gremium beim Bauantrag zum Einbau einer Wohnung im Obergeschoss eines Zuhauses in Wimpasing. Schroll sagte dazu, der Bauherr plane, seine Hofstätte zu übergeben und daher die Wohnung im Bestand altersgerecht auszubauen. Baurecht habe bereits bestanden, es sei jedoch inzwischen verfallen. Die notwendigen Stellplätze seien vorhanden. Von einem Bauwerber kam die Anfrage zur Bebaubarkeit einer landwirtschaftlichen Fläche an der Siegsdorfer Straße. Das Gebäude würde aber nur 33 Meter von einem landwirtschaftlichen Betrieb entfernt liegen. Zudem plant der Landwirt, seinen Stall in Richtung des Grundstücks um 15 Meter zu erweitern, sodass nur noch 18 Meter Abstand blieben. „Damit sind Konflikte vorgegeben“, unterstrich Josef Huber. 

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe bereits in einer Vorauskunft erklärt, es werde eine negative Stellungnahme bezüglich der Bebaubarkeit abgeben, sagte Schroll. Deshalb waren die Gemeinderäte einstimmig dafür, für das Grundstück kein Baurecht zu erteilen. Auch wenn die Vachendorfer Bürger beim Bürgerentscheid über die Landesgartenschau in Traunstein nicht abstimmen dürften, sei es jedoch wichtig, dass die Gemeinde ein positives Signal für die Landesgartenschau setze, sagte Kruse. „Die Landesgartenschau ist für die ganze Region wichtig und gut.“ Das gesamte Umland profitiere davon beim Gewerbe und beim Tourismus.

Bjr

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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