Aktuelle Zahlen aus dem Landkreis Traunstein

Herkunft, Geschlecht, Wohnort: Fakten zu den Flüchtlingen

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Landkreis - Unterkünfte und Prognosen werden in den aktuellen Zahlen genauso deutlich wie die Herkunftsländer. Hätten Sie gewusst, dass auch Flüchtlinge aus China oder Ukraine hier sind?

Entwicklung in den vergangenen Jahren

Auch wenn in den letzten Monaten weniger Flüchtlinge über die Grenze kamen, die Gesamtzahl derer, die bei uns Zuflucht sucht, steigt nach wie vor. Das wird aus Zahlen deutlich, die das Landratsamt mit Stichtag 1. Mai 2016 veröffentlicht hat. 1950 Flüchtlinge waren es, die Anfang Mai im Landkreis Traunstein unterkamen. Nur gut 200 mehr als zum Jahreswechsel, aber etwa vier Mal mehr als vor Beginn der Flüchtlingskrise.

Prognose bis zum Jahreswechsel und Akquise-Stopp

Trotz des etwas gebremsten Zuzugs: Die Regierung von Oberbayern prognostiziert dem Landkreis bis zum Jahresende 3846 Asylbewerber. Eine Zahl, die, wenn sie eintreten sollte, aber wohl ohne das Zutun des Landratsamtes zustande kommen wird. Landrat Siegfried Walch kündigte im Januar an, die geplanten neuen Flüchtlingsunterkünfte noch fertig errichten lassen zu wollen, doch dann werde sich der Landkreis nicht mehr auf die Suche nach neuen Heimen machen.

Kommt es zum Akquise-Stopp? 

Bei 2950 Asylbewerbern wäre diese Grenze erreicht. Wird die Regierung von Oberbayern dem Landkreis Traunstein dann weitere Flüchtlinge zuteilen, könnte es bedeuten, dass das Landratsamt im Notfall sagt: "Nehmt sie wieder zurück." So äußerte sich Landrat Walch im Januar gegenüber chiemgau24.de. Er glaubte aber nicht, dass es soweit kommen würde. Sollte die Regierung von Oberbayern schließlich aber auf eigenen Initiative Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis bauen, hätte auch er nichts dagegen in der Hand.

Doch die prognostizierten Zahlen der Regierung von Oberbayern sind etwas mit Vorsicht zu genießen. Mitte vergangenen Jahres rechnete sie mit 2839 Asylbewerbern zum Jahreswechsel 2015/16 im Landkreis - tatsächlich waren es aber gut 1000 weniger. Auch für den Jahreswechsel 2016/17 gab man bereits Mitte 2015 eine Schätzung ab: Mit fast 5700 Flüchtlingen rechnete die Regierung damals. Jetzt liegen ihre Schätzungen wie erwähnt bei 3846.

So sind die Flüchtlinge verteilt

Noch immer gibt es Gemeinden im Landkreis Traunstein, die zum 1. Mai noch keinen einzigen Asylbewerber aufgenommen hatten: Staudach-Egerndach und Kienberg. Ende 2015 waren es dagegen noch sechs Kommunen ohne Flüchtlinge. Spitzenreiter sind die großen Städte im Landkreis. Rechnet man auch mit einer Vollbelegung der Unterkünfte, die gerade gebaut wurden oder noch nicht eröffnet sind (Beispiele Chieming, Traunreut, Trostberg; siehe unten) ergeben sich folgende Flüchtlingszahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden:

1. Traunreut: 402

2. Traunstein: 303

3. Trostberg: 214

4. Grassau: 154

5. Ruhpolding: 147

6. Inzell: 115

7. Altenmarkt: 112

8. Siegsdorf: 107

In Engelsberg, Bergen, Chieming, Tacherting, Schnaitsee, Tittmoning, Marquartstein, Palling, Grabenstätt und Unterwössen sind dann ebenfalls teils weit über 50 Asylbewerber untergebracht. Neben Kienberg und Staudach-Egerndach gehören dagegen Obing, Vachendorf und Surberg mit jeweils unter zehn Flüchtlingen zu den Schlusslichtern.

Die Herkunftsländer

Die häufigsten Herkunftsländer

Der mit Abstand größte Teil der Flüchtlinge im Landkreis stammt aus Afghanistan (680). Gut halb so viele haben Syrien als Herkunftsland (355), auf Platz 3 folgt Pakistan (215). Auch aus Nigeria, Irak, Eritrea und dem Senegal sind deutlich über 50 Menschen im Landkreis. Bei mindestens 33 Personen sei die Herkunft ungeklärt, so das Landratsamt. Einige Herkunftsländer in der Statistik des Landratsamtes überraschen jedoch: So zum Beispiel die vier Asylbewerber aus Brasilien oder Indien. Auch aus China und der Ukraine ist jeweils ein Flüchtling dem Landkreis zugeteilt. 

Das Geschlechterverhältnis

Die deutliche Mehrheit all dieser Menschen ist mit 89 Prozent männlich. Von den insgesamt 1950 Flüchtlingen sind 145 unbegleitete Minderjährige. Der Großteil aller Asylbewerber wohnt in dezentralen Unterkünften (1387), 418 in großen Gemeinschaftsunterkünften.

Die kommenden Entwicklungen im Landkreis

Einige größere Bauprojekte für Flüchtlingsunterkünfte werden momentan beendet: Eine Unterkunft in Chieming für knapp 100 Menschen ist kurz vor Fertigstellung. Zwei Häuser am Traunreuter Festplatz sind seit Ende Mai fertig. Auch das im Februar fertiggestellte 100-Personen-Heim am Zaglerberg in Trostberg ist noch nicht voll belegt, genauso wie die Gemeinschaftsunterkunft in der Traunsteiner Seuffertstraße.

Um teurere Verträge mit privaten Pächtern von Flüchtlingsheimen einzusparen werden nach und nach Unterkünfte wieder geschlossen, die akut nicht mehr gebraucht werden: Unterkünfte in Wäschhausen bei Trostberg und am Bergener Dorfplatz hat es bereits getroffen, weitere werden folgen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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