Das Veterinäramt Traunstein informiert

Schutzmaßnahmen gegen die Vogelgrippe

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Landkreis Traunstein - Auch wenn noch kein Fall bekannt ist, nach den ersten Vogelgrippefällen in Deutschland steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch im Landkreis erkrankte Wildvögel gefunden werden. 

Nach dem Nachweis der ersten Vogelgrippefälle bei Wassergeflügel in Deutschland und dem benachbarten Ausland steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch im Landkreis Traunstein Wildvögel gefunden werden, die Träger des Vogelgrippevirus sind. Bei allen untersuchten Vögeln aus dem Landkreis Traunstein und den unmittelbar benachbarten Landkreisen wurde das Virus bislang aber noch nicht nachgewiesen.

Keine Gefährdung im Landkreis

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass für Menschen die an Seen oder Flüssen spazieren gehen, derzeit keinerlei Gefahr besteht. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgte in der Vergangenheit bislang nur in Asien und der Türkei mit einem anderen Subtyp des Vogelgrippe-Virus und durch sehr intensiven, längeren Kontakt mit erkranktem Hausgeflügel. Dort leben die Menschen mit ihrem Geflügel häufig noch unter einem Dach. Dies ist mit den Haltungsbedingungen in Deutschland nicht zu vergleichen.

Aber warum tragen dann Amtstierärzte im Fernseher Schutzkleidung, wenn sie tote Wildvögel einsammeln? Hier geht es hauptsächlich darum, das Virus nicht weiter in Nutzgeflügelbestände zu verteilen. Dies wäre über die Kleidung, über Fahrzeuge und auch sonstige Gerätschaften möglich. Daher gibt es im Veterinäramt Traunstein zusätzlich eine Trennung zwischen Personal, das sich um tote Wildvögel kümmert und Personal, das in Hausgeflügelbestände geht.

Ist Geflügelfleisch noch sicher?

Lebensmittel wie Geflügel können ohne Einschränkungen unter Beachtung der üblichen hygienischen Maßnahmen gekauft und verzehrt werden. Für Geflügelfleisch gilt auch jetzt der Grundsatz unvermindert fort, dass diese Fleischsorte stets nur gut durchgegart gegessen werden sollte. Auch das Durcherhitzen von Eiern tötet den Erreger ab. Zudem ist anzumerken, dass es bei einer tatsächlichen Infektion mit dem Vogelgrippevirus sehr schnell zu einer drastischen Verminderung der Legeleistung sowie zu vielen Todesfällen innerhalb der Geflügelherden kommt. Somit kommt die Vermarktung gleich zum Erliegen.Zusätzlich unterliegen die Betriebe im Verdachts- oder Ausbruchsfall einer strengen Sperre. Sie dürfen dann keine Eier oder sonstigen Lebensmittel an den Verbraucher weitergeben.

Empfehlungen für Geflügelhalter

Das oberste Ziel der derzeitigen Maßnahmen muss sein, ein Überspringen auf Haus- und Nutzgeflügel bereits im Vorfeld wirksam zu verhindern. Aufgrund der augenblicklichen Situation empfiehlt das Veterinäramt allen Geflügelhaltern einige Schutzmaßnahmen einzuhalten. So sollte der Besuch von fremden Personen im Geflügelstall auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden. Im Stall sollte auch vom Halter nur für diesen Zweck bestimmte Kleidung, insbesondere Stallschuhe, getragen werden, um das Virus nicht durch die Straßenkleidung in den Stall einzubringen. Vor Arbeiten im Stall sollten die Hände gewaschen werden. 

Wildvögel sollten von den Haltungen bestmöglich ferngehalten werden, indem ihnen vom Geflügelhaltern kein Futter angeboten wird. Die eigenen Tiere sollten nur an Stellen gefüttert werden, die für wildlebende Zugvögel nicht zugänglich sind. Weiterhin sollte das Geflügel nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Zugvögel Zugang haben. Auch Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sollte für wildlebende Zugvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Falls es in einem Geflügelbestand zu einer Häufung von Erkrankungs- oder Todesfällen kommt, so ist dies dem Veterinäramt Traunstein (Tel.:0861/58-450) unverzüglich zu melden.

Geflügelbestand muss gemeldet sein

Ziel der Schutzmaßnahmen ist, im Ausbruchsfall die Seuche in einem frühen Stadium gezielt bekämpfen zu können. Dazu müssen alle Geflügelhaltungen beim Veterinäramt bekannt sein. Neben Hühnern, Enten, Puten und Gänsen, sind auch Tauben, Fasane, Rebhühner und Wachteln anzugeben. Wer also bisher seinen Geflügelbestand noch nicht angezeigt hat, muss diesen umgehend beim Landratsamt Traunstein, Veterinäramt, Papst-Benedikt-XVI.-Platz, 83278 Traunstein (E-Mail: veterinaeramt@traunstein.bayern) melden. In der schriftlichen Meldung genügt es Name und Anschrift des Halters, Art und durchschnittliche Anzahl des Geflügels sowie Nutzungsart (etwa Mast, Zucht) und Standort der Tiere anzugeben.Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass von dieser Regelung auch Hobbyhalter betroffen sind.

Haustiere als Gefahr?

In der Vergangenheit wurde bei einer einzigen Katze in Deutschland das Vogelgrippe Virus nachgewiesen. Der Fall ereignete sich auf Rügen. Man ist damals davon ausgegangen, dass die Katze an Vogelgrippe verendetes Wassergeflügel in großer Menge gefressen hat und entsprechend viele Viren aufgenommen hatte. Sind deshalb Katzenhalter gefährdet? Nein! Nach Meinung der Experten ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf den Menschen selbst in einem solchen Fall sehr gering und wurde auch noch nie beobachtet. Darauf weist das Veterinäramt besonders hin, da beim letzten Vogelgrippe-Aufkommen 2006 auch im Landkreis Traunstein Katzen ausgesetzt wurden, nur weil sie einen Vogel gefangen hatten.Eine Ansteckung von Hunden wurde nach Kenntnis des Veterinäramts bislang überhaupt noch nicht beobachtet.

Dennoch sollte ein Herumstreunen von Katzen in Gebieten mit einem hohen Aufkommen an Wildwassergeflügel, wie Schwäne, Wildenten und Wildgänsen vermieden werden. Hunde sollten in solchen Gebieten an der Leine geführt werden, noch besser abseits von solchen Gebieten ausgeführt werden. Durch diese Maßnahmen kann verhindert werden, dass verendetes oder erkranktes Wassergeflügel von Katzen oder Hunden gefressen wird.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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