MdL Steiner zur geplatzten Fusion der Tourismusverbände

"Region setzt sich bayernweit Lächerlichkeit aus!"

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MdL Klaus Steiner

Landkreis Traunstein - In der Aufkündigung der eigentlich bereits beschlossenen Fusion der beiden Tourismusverbände Chiemgau und Chiemsee Alpenland von Rosenheimer Seite sieht der Traunsteiner Landtagsabgeordnete Klaus Steiner einen deutlichen Rückschlag für ein professionelles Tourismusmarketing in der Region. 

„Damit wurde eine einzigartige Chance für die zukunftsfähige Neustrukturierung des regionalen Tourismus vertan“, so Steiner, der auch Vorsitzender des CSU-Kreis-Verbands ist. Am vergangenen Freitag hatte ihn der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch darüber informiert, dass ihn sein Landrats-Kollege Wolfgang Berthaler aus Rosenheim per Anruf über das Platzen der Fusion informiert habe.

Der Grund liegt offensichtlich im Streit über die Person von Stephan Semmelmayr. Der Geschäftsführer des Tourismusverbands Chiemgau sollte gemäß Absprache auch dem gemeinsamen neuen Verband nach der Fusion vorstehen. Wie Steiner erläutert, habe nach den Worten von Walch die Rosenheimer Seite im Streit um Semmelmayr bereits im August 2015 die Gespräche das erste Mal aufgekündigt. Von Traunstein her habe man deshalb seinerzeit eingelenkt. 

Vorgespräche zur Fusion 

Auf Betreiben der neugewählten Landräte Walch und Berthaler sei die Fusion vorangetrieben worden. „Das hat alle Akteure der Tourismuswirtschaft in der Region sehr hoffnungsfroh gestimmt“. Wie Steiner weiter erklärt, ist grundsätzlich die Fusion zum 1. Januar 2018 bereits am 20. Januar mit einstimmigem Beschluss gefasst worden. Dabei sei auch die Frage der Geschäftsführung und des Personals ausgiebig diskutiert worden. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, diesen Meilenstein für die Tourismusregion Wochen später aufzukündigen.“ Der Tourismus sei eine Schlüsselökonomie in Bayern und speziell im südostbayerischen Raum mit hoher Wertschöpfung. „Diese historische Chance darf nicht am kleinlichen Streit um Personalfragen scheitern.“ 

Blick nicht nur auf Bayern

Beide Verbände stünden hier in einer besonderen Verantwortung. Steiner: „Wir dürfen nicht über politisches Kirchturmdenken klagen, wenn unsere Tourismus-Region um den Chiemsee dafür ein Paradebeispiel abgibt und sich damit bayernweit der Lächerlichkeit aussetzt“. In der digitalisierten Welt und im globalen Wettstreit um Tourismus-Gäste sei dieser Schritt nicht tragbar. Leidtragende seien die Gäste-Betriebe und Tourismus-Einrichtungen in der Region. 

Die beiden Verbände sollten jetzt schnell nach einer Lösung suchen und aufeinander zugehen. Steiner begrüßt ausdrücklich die Ankündigung von Landrat Walch, weiter gesprächsbereit zu sein. „Die Konkurrenten aus dem Salzburger Land, Allgäu, Südtirol, Tirol, aus Kärnten und dem Bayerischen Wald machen uns vor, wie es geht."

Pressemeldung MdL Klaus Stöttner

Quelle: chiemgau24.de

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