Irische Ferienträume geplatzt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf große Resonanz stießen die Bürger-/Ratsbegehren bei den Inzellern. Sie mussten, wie hier bei Wahlhelfer Andreas Treiner (links) im Wahllokal 2 teilweise sogar kurz anstehen.

Inzell - Überall war die Europawahl das bestimmende Thema. Nicht so in Inzell: Die Bürgerentscheide überstrahlten dort alles andere.

Groß war die Spannung am gestrigen Europawahl-Sonntag in Inzell. Seit Wochen, ja Monaten, waren die drei Tourismusprojekte, über die in drei Bürgerentscheiden abgestimmt wurde, das Gesprächs- und Streitthema im Dorf: Feriendorf, Aquapark und Familienhotel.

Das Ergebnis: Zweimal stimmten die Bürger mit Ja, einmal mit Nein. Da sich immerhin fast sensationelle 69 Prozent der Inzeller Stimmberechtigten beteiligt hatten, wurde das nötige Quorum von mindestens 20 Prozent locker ereicht.

Das erste Bürgerbegehren, das einzige gemeinsame mit der Verwaltung, wurde mit 35,05 zu 32,57 Prozent abgelehnt. Es ging darum, wie es in der Fragestellung hieß, ob die Gemeinde Inzell die Bauleitplanung fortführt, damit im nördlichen Außerfeld eine Ferienappartementanlage mit 70 Appartements und ein Feriendorf mit 60 Ferienhäusern gebaut werden kann.

Dieses Nein ist für Bürgermeister Martin Hobmaier besonnders schmerzlich, weil die Bauleitplanung schon recht weit gediehen war. Außerdem geht der erhoffte internationale Touch mit den irischen Urlaubern verloren. Entsprechend überrascht und deprimiert zeigte sich der Rathauschef in einer ersten Stellungnahme. Überrascht und zugleich erfreut waren die Gegner der geplanten Anlage.

Demgegenüber nahmen die beiden anderen Projekte - Aquapark mit Vier-Sterne Hotelanlage sowie das Vier-Sterne Familienhotel an der Kreuzfeldstraße (beides Ratsbegehren) - die Hürde, im ersten Fall mit 36,11 zu 31,68 Prozent, im zweiten mit 37,72 zu 30,04 Prozent.

Der Andrang in den drei Wahllokalen in der Volksschule Inzell war den ganzen Tag über enorm und übertraf naturgemäß den Zuspruch der Wähler bei einer "normalen" Europawahl ohne Bürgerentscheide. Wahlberechtigte aller Generationen, von ganz jungen Leuten bis zu älteren Inzellern, strömten in Schüben herbei. Zeitweise mussten sie sogar kurz anstehen und warten, bis wieder eine Wahlkabine frei war. "Es sind jetzt schon fast 50 Prozent aller Stimmberechtigten in unserem Wahlbezirk", schätzte ein erstaunter Wahlhelfer im Wahllokal 3 (Reith bis Zwieselstraße) bereits um 14 Uhr. Die Stimmung war trotz der ernst und hitzig geführten Diskussionen im Vorfeld während der Wahl überwiegend gelassen und locker. Die Wahlhelfer verbreiteten gute Laune und hatten auch für manchen Scherz Zeit (ausführlicher Bericht folgt).

vm/mt

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser