Erstmals chlorfreies Wasser in Inzell

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Inzell - Eine Wohltat für alle! Endlich können die Inzeller wieder ungechlortes Wasser genießen. Zur Feier des Tages wurde das Wasser sogar geweiht.

Von einem „historischen Tag für Inzell“ sprach Bürgermeister Martin Hobmaier: Endlich fließt aus den Inzeller Wasserhähnen chlorfreies Wasser. Mit dem Anschluss an die Brunnenanlage der Stadtwerke Traunstein in der Laubau fand die langwierige Suche nach einer besseren Wasserversorgung, die sich durch höheren Bedarf mit dem touristischen Wachstum zugespitzt hatte, ihr Ende. An die 70 Gäste trafen sich auf der Moaralm zur Einweihung der neuen Leitung und besichtigten danach den Hochbehälter Wildenmoos mit seiner erneuerten Technik. Nachmittags war noch Gelegenheit, die neue Pumpstation in Ramsler bei Ruhpolding anzuschauen.

Die Moaralm war mit den Fahnen der Gemeinden Ruhpolding, Inzell und Traunstein geschmückt. Mit einer Almhorn-Weise eröffnete Vizebürgermeister Hans Egger die Feier, die von Steffi Weiß und Christian Scheurl mit Harfe und Ziach umrahmt wurde.

Wie in der von Heimatpfleger Willi Preinfalk neu verfassten Chronik der Inzeller Wasserversorgung nachzulesen ist, bemühte man sich bereits 1903, die Inzeller Wasserversorgung durch Reparatur und Vergrößerung einer „Wasserreserve“ für das Dorf zu verbessern. Bis 1951 hatten die Anwesen ihre eigenen Brunnen. Eine Quelle in Breitmoos, die unter anderem das Krankenhaus, das alte Schulhaus und das Doktorhaus versorgte, was die erste gemeindliche Versorgung. Vom Teisenberg wurde das Wasser ab Ende der 50er Jahre bezogen.

1971 wurden in Wildenmoos zwei Brunnen und ein Hochbehälter mit 2000 Kubikmeter Speichervolumen, der weiter seinen Dienst tun wird, gebaut. Die Planungen zum Einbau einer Ultrafiltrationsanlage, die die Chlorung überflüssig machen sollte, warf eine große Lawine am Faschingsdienstag 2009 über den Haufen. „Vielleicht war diese Lawine aber auch ein Fingerzeig von oben; denn bei außergewöhnlichen Regenereignissen wie zuletzt Anfang Juni hätte auch durch ein Filtrationsverfahren ein gewisses Restrisiko getragen werden müssen“, urteilte Hobmaier.

Inzell stehe bei der Wasserversorgung künftig auf „zweieinhalb Beinen“, erklärte Hobmaier stolz. Neben der Hauptversorgung aus der Laubau bleibt die Notversorgung aus dem Wildenmoos und für den Katastrophenfall alternativ der Hochbehälter am Teisenberg. Als Nebeneffekt sei mit dem Leitungsbau die Löschwasserversorgung durch Setzen von sieben Hydranten für den Ortsteil Froschsee verbessert werden. Der Bürgermeister dankte allen Wassermeistern für ihr Engagement.

Alle Redner hoben den hohen Wert des Lebenselixiers Wasser, das in kommunaler Hand bleiben müsse, hervor. Sie lobten, dass hier vier Kommunen im Sinne von einwandfreiem, gesundem Wasser an einem Strang ziehen: Ruhpolding sowie Traunstein, Siegsdorf und Inzell, die nun alle drei für insgesamt rund 5600 Haushalte das Wasser aus der Gemeinde Ruhpolding beziehen.

Wie Franz Gruber vom Überseer Büro HPC erläuterte, konnte die Kostenschätzung von 2,3 Millionen Euro eingehalten werden. Die 6973 Meter lange neue Rohrleitung fördert 32 Liter pro Sekunde. In der Pumpstation laufen zwei Pumpen mit je 22 Kilowatt Leistung. Eine dritte Pumpe wurde als Reserve eingebaut und Platz für eine vierte freigelassen. Im Pumphaus fanden auch ein Membran-Druckkessel zum Abfedern der Druckstöße und ein Notstromaggregat Platz. Von den 430.000 Euro Kosten für die Pumpstation entfallen 175.000 Euro auf die Steuer- und Messtechnik.

Hans Zillner, Vizebürgermeister der Stadt Traunstein, erinnerte daran, dass die Große Kreisstadt einst vor einem ähnlichen Problem wie Inzell stand: Nach einem extrem trockenen Sommer und einem schneearmen Winter war die Schüttung der Quellen am Kressenbach 1972 so weit zurück gegangen, dass die Stadt die großen Wasserverbraucher zum Sparen aufrufen musste. 1985 wurden nach langwierigen Verfahren und Grundstücksverhandlungen die Brunnen in der Laubau eingeweiht. Zillner hob den Beitrag der Stadtwerke Traunstein für eine sichere Wasserversorgung im südlichen Landkreis hervor. Der Ruhpoldinger Bürgermeister Claus Pichler appellierte an alle, mit dem Wasser weiter so sparsam und vernünftig umzugehen, dass es für alle reicht.

Nach der kirchlichen Segnung durch Pfarrer Thomas Seitz und Diakon Josef Eixenberger, die die christliche Symbolik des Wassers beleuchteten, drehten Hobmaier, Zillner und Wassermeister Martin Hallweger im Hochbehälter symbolisch den Haupthahn auf.

Einweihungsfeier für Wasserversorgung

vm

Quelle: chiemgau24.de

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