Größtes Industriedenkmal besucht

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Die Heimatpfleger vor dem Museumseingang

Bergen - Aus dem ganzen Landkreis waren die Heimatpfleger zusammengekommen, um das ehemalige Eisenverhüttungswerk Maxhütte zu besichtigen.

Maxhütte ist das größte Industriedenkmal des Chiemgaus. Beim letzten dieser Treffen vor einigen Jahren, zu dem Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika zweimal im Jahr einlädt, befand sich das Museum noch in einer frühen Planungs- und Aufbauphase. Nun zeigte sich der Heimatpflegerkreis höchst beeindruckt von dem Ergebnis, der Darstellung der 450 Jahre Industriegeschichte im Museum.

Bürgermeister Bernd Gietl hob bei seiner Begrüßung die außerordentlichen Leistungen des Ortsheimatpflegers Sigmund Gehmacher und des Museumsleiters Hans Reich hervor. Ohne den Einsatz dieser ehrenamtlichen Kräfte wäre ein Museumsprojekt dieser Größenordnung für eine Gemeinde nicht durchführbar. Die Industriegeschichte Bergens sei aber wichtig für das Identitätsbewusstsein des Ortes, der sich dadurch von allen anderen Orten des Chiemgaus unterscheidet.

Bei der Führung durch das Maxhüttenmuseum stellte Hans Reich nicht nur die Exponate und Bilder der Ausstellung, sondern auch das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, vor.

Er wies darauf hin, dass das denkmalgeschützte Gebäude, wie auch die Schrannenhalle in München, von der Maxhütte konstruiert und gefertigt wurde. Beim Rundgang konnten die Teilnehmer viel über die wechselvolle Geschichte der Maxhütte vom Beginn im Jahre 1551 bis zur Schließung im Jahre 1932 erfahren. Sie entdeckten die Welt des Eisens von der Herstellung der Bearbeitung bis hin zur Maschinenfabrik.

Das Wohnen und Leben in der Maxhütte und die Wechselbeziehungen zum Ort Bergen erläuterte Ortsheimatpfleger Gehmacher anschließend im Gasthof mit dem zum Museum passenden Namen „Eisenhammer“. Viele Entwicklungen, wie das Entstehen einer schlagkräftigen Feuerwehr, eines Turnvereins oder einer Pension- und Krankenversorgung, die es andernorts erst viel später gab, wurden durch die frühe Industrie- und Arbeitergesellschaft in der Maxhütte vorweggenommen. Das Werk gab 400 Jahre lang den Menschen der Umgebung Arbeit und Brot. Aber die Unterschiede zu dem landwirtschaftlich geprägten Ort Bergen führten auch zu Vorurteilen und gegenseitigem Misstrauen. Man wollte vielfach nichts miteinander zu tun haben. Wie Gehmacher berichtete, gab es Jahrhunderte lang keinen einzigen Beleg, dass ein Mann aus Bergen ein Mädchen aus dem Ortsteil Maxhütte geheiratet habe.

Abschließend besprachen die Heimatpfleger noch einige aktuelle Angelegenheiten wie die Vorbereitungen zum Gedenken an den Russlandfeldzugs von Napoleon im Jahre 1812, der sich zum zweihundertstenmal jährt und bei dem fast das ganze bayerische Heer aufgerieben wurde. Hierzu werden örtliche Überlieferungen zusammengetragen und so wird ein Stück Heimatgeschichte genauer erforscht.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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