Steht ein Bagger im Chiemsee...

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Von einem Bagger ließ der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos den Mündungsbereich des Hauptentwässerungskanals in den Chiemsee von Schlamm und Treibholz befreien. Der Verband hatte sich schon lange für das Ausbaggern stark gemacht, um eine bessere Entwässerung der landwirtschaftlichen Flächen im Grabenstätter Moos zu gewährleisten und Überschwemmungen vorzubeugen. Foto

Grabenstätt - Der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos hat einen Bagger in die Hirschauer Bucht geschickt. Was der Bagger im Chiemsee macht:

Der Bagger entfernte Schlamm und Treibholz, das sich im Bereich der Mündung des Hauptentwässerungskanals in den Chiemsee abgelagert hatte.

Das Material hatte den Abfluss des Wassers aus dem Moos behindert und damit die Bewirschaftung der dortigen landwirtschaftlichen Flächen erschwert. Außerdem war die Hochwassergefahr gestiegen.

Der Verband hatte sich das Ausbaggern schon lange zum Ziel gesetzt. Doch das Okay aus dem Landratsamt ließ auf sich warten. Erst vor Kurzem kam nun grünes Licht - und der Verband ließ den Bagger auffahren.

Zu gewährleisten sei, dass das Grabenstätter Moos das Wasser, das von überall herkomme und von ihm aufgenommen werde, dann auch wieder abgeben könne. Diese Forderung hatte Johann Wimmer, der Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes Grabenstätter Moos, vor wenigen Wochen auf der Jahreshauptversammlung zum Ausdruck gebracht. Mit seinen Worten fand er nun auch im Landratsamt Gehör: Die Abteilung Wasserrecht, die mit den zuständigen Fachbehörden Wasserwirtschaftsamt und Untere Naturschutzbehörde alles abgeklärt hatte und koordinierend tätig gewesen war, gab unlängst ihrschriftliches "Okay" zum Ausbaggern des Mündungsbereiches des Hauptkanals. Er fließt von Grabenstätt kommend durch das Grabenstätter Moos in die Hirschauer Bucht.

Noch rechtzeitig vor dem nahenden Winter rückte eine hiesige Firma mit einem Kettenbagger an und befreite den Mündungsbereich erstmals von Unmengen von Schlamm und Treibholz. Das hauptsächlich von der Tiroler Ache stammende Schwemmmaterial hatte den Hauptkanal, der neben dem Mühlbach und dem Rotgraben zu den drei Hauptentwässerungsgräben gehört, über die Jahre so weit aufgestaut, dass die Entwässerung des Grabenstätter Mooses mit den dort befindlichen 400 Hektar großen landwirtschaftlichen Nutzflächen über ihn nicht mehr reibungslos funktionierte.

Wasserspiegel sank 20 bis 30 Zentimeter

Die insgesamt dreistündigen Baggerarbeiten zeigten schon nach kurzer Zeit Wirkung, denn der Wasserspiegel des Kanals sank um 20 bis 30 Zentimeter und die Strömung nahm deutlich zu. Auch wenn der Seespiegel in den vergangenen niederschlagsarmen Wochen zurückgegangen war, konnte der Bagger aber nicht allzu weit in die Bucht hinausfahren.

Zum routinemäßigen Räumen der Gräben im Grabenstätter Moos war Ende September bereits ein Bagger mit einem Mähkorb im Einsatz gewesen. "Die Seitenkanäle des insgesamt 27 Kilometer langen Grabensystems sind mit der Hand und maschinell geräumt worden", blickte Wimmer zurück.

Im Rahmen eines Ortstermins Ende vergangenen Jahres hatten sich Vertreter der Gemeinden Grabenstätt und Übersee, der Wasser- und Bodenverbände, der Unteren Naturschutzbehörde, des Wasserwirtschaftsamtes, des Wasserrechts und der Schlösser- und Seenverwaltung schon einmal über die Verlandungs- und Entwässerungsproblematik im südöstlichen Chiemseebereich informiert. Doch erst jetzt konnte der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos im Naturschutzgebiet Hirschauer Bucht in seinem Sinne handeln.

Da der Sediment- und Treibholzeintrag über die Tiroler Ache unverändert hoch sei und die Verlandung in der gesamten Hirschauer Bucht von Jahr zu Jahr sichtbar zunehme, "hoffen wir darauf, im nächsten Jahr wieder räumen zu dürfen", betonte Wimmer. Und im tiefen Schlamm stehend schob er ungläubig hinterher: "In meiner Jugend haben wir hier noch an einem weißen Sandstrand gebadet."

mmü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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