Bürgerversammlung in Grabenstätt und Erlstätt

Flüchtlingslage und Wasserversorgung diskutiert

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Grabenstätt/Erlstätt - Auf der Bürgerversammlung wurde unter anderem die Unterbringung von Flüchtlingen angesprochen. Zudem wurde die Wasserversorgung debattiert, die seit 2014 angezweifelt wird.

Auf ein ereignisreiches Jahr blickte Bürgermeister Georg Schützinger bei den gut besuchten Bürgerversammlungen im Gasthof "Grabenstätter Hof" in Grabenstätt und im Gasthof "Fliegl" in Erlstätt zurück. Die Bewältigung der Flüchtlingssituation bezeichnete er in seinen knapp eineinhalbstündigen Rechenschaftsberichten als "eine der größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird".

Da man in diesem Jahr in der Gemeinde laut Sollquote bis zu 71 und bis Ende kommenden Jahres bis zu 148 Flüchtlinge unterbringen müsse, wandte sich Schützinger eindringlich mit einem "dramatischen Aufruf" an alle Wohnungs- und Hausbesitzer, "leer stehenden Wohnraum der Gemeinde oder dem Landratsamt zu melden". Ansonsten sei es durchaus denkbar, "dass irgendwann unsere Turnhallen belegt werden", räumte der Rathauschef ein. Derzeit wohnen gerade einmal zehn Asylbewerber in Grabenstätt.

Diskussion in Erlstätt: Zukünftige Nutzung des alten Erlstätter Schulhauses

Karin Neuhauser betonte in ihrer schriftlichen Eingabe, dass es vielen Erlstätter Bürgern wichtig sei, dass "ihre Belange bei der Sanierung und künftigen Nutzung des alten Erlstätter Schulhauses berücksichtigt werden" und regte noch einmal die Bildung eines Arbeitskreises an. "Wir werden die Bevölkerung mit einbeziehen und ihre Ideen in die weiteren Überlegungen einfließen lassen", versprach Schützinger und erinnerte an eine Besprechung mit den Vereinen im vergangenen Februar. Bisher sei nur das Erdgeschoss des alten Erlstätter Schulhauses für die pfarrliche Nutzung vorgesehen.

Diskussion in Grabenstätt: Wasserversorgung und schleppende Schutzgebietsausweisung 

Nach seinem Rechenschaftsbericht ging Schützinger in Grabenstätt auf die schriftliche Eingabe von Josef Austermayer zur "Marwanger Trinkwasserversorgung" ein, die in den vergangenen Jahren in der Gemeinde hohe Wellen geschlagen hatte. Zum Hintergrund: Bis Februar 2014 bezogen die Bürger in Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt ihr Trinkwasser aus dem Brunnen "Eggerhauser Holz" (gemeindliche Wasserversorgung). Da die betroffenen Bürger die Trinkwasserqualität anzweifelten, wurden sie bis Mai dieses Jahres mittels eines vorsorglichen Notverbundes mit Trinkwasser aus der Steinweiher Quelle (Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt) versorgt. Seitdem wird im Verhältnis ein Drittel (gemeindliche Wasserversorgung) zu zwei Drittel (WBV) gemischt. Austermayer wünschte sich die Vorlage aller seit Mitte 2014 durchgeführten Wasserproben, aus denen die laufende Entwicklung der Parameter Nitratwert, Zinkgerieselungsquotient und Basekapazität im Brunnen Eggerhauser Holz hervorgehe sowie zum Vergleich dieselben Parameter zum "gemischten Wasser". Zudem erbat er sich genaue Auskünfte zum "seit 14 Jahren fehlenden Schutzgebiet“ und stellte den Antrag, künftig regelmäßig in den Gemeindezeitungen über alle Wasserprüfungen unterrichtet zu werden. 

"Nitrat ist der ausschlaggebende Parameter im Mischbetrieb und dieser wird seit der Mischung in Bezug auf den korrosionschemisch bedenklichen Wert von 18,6 unterschritten", erwiderte Schützinger und schob hinterher: "Einer Veröffentlichung dieser und aller künftigen Trinkwasseruntersuchungen im Gemeindeanzeiger oder auf der Homepage der Gemeinde steht nichts entgegen. Dies wurde bis zur Einrichtung des Notverbundes auch schon immer so praktiziert".Eine umfassende Analyse mit allen chemisch-technischen Parametern erfolge aber nicht jeden Monat. Was die angedachte Ausweisung eines Schutzgebietes anbelange, müsse man die laufenden Bohrungen abwarten. Dabei spiele es auch eine Rolle, ob in den betroffenen Bereichen, die eventuell bis ins Erlstätter Becken reichen könnten, mögliche Bewirtschaftungseinschränkungen der Landwirte mit Entschädigungszahlungen zu regeln seien. "Verhandlungen mit den Landwirten werden Zug um Zug erfolgen", so Schützinger. Zuerst müssten allerdings die geologischen Erkundungen abgeschlossen sein. 

Gesundheitliche Probleme durch das Nitrat:

Agathe Heigermoser, die selbst lange Jahre im Marwang wohnte und gesundheitliche Probleme in ihrer Familie auf das "aggressive und korrosive Trinkwasser" zurückführt, betonte, dass "Kleinkinder und ältere Menschen bereits ab zehn Milligramm Nitrat stark gefährdet sind". Das immer wieder geforderte und nicht vor 2017 bis 2019 zu erwartende Wasserschutzgebiet "ist in den Jahren 2002 bis 2004 nur mäßig in Angriff genommen worden", und dann sei das Ganze "eingeschlafen", ärgerte sich Heigermoser. Eine solche Ausweisung dauere normalerweise "drei bis fünf Jahre und nicht 20 Jahre", betonte sie und sprach von einer "Verschleppung". Man habe für die Beratung und die Arbeit des Geologen in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen und "wir bemühen uns, das Ganze endlich zum Abschluss zu bringen", so Schützinger.

Pressemitteilung Markus Müller/Bürgerversammlung Grabenstätt/Erlstätt

Quelle: chiemgau24.de

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