Feuerwehrschlauch aus Gießkannen

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Die Mannschaft des Chiemgau-Tourismusverbandes mit Geschäftsführer Michael Lücke (rechts) an der Spitze. Repro re

Landkreis Traunstein - Positiv ist die erste Jahresbilanz des Chiemgau Tourismusverbandes nach seiner Neuorganisation ausgefallen.

Die Übernachtungszahlen blieben trotz Wirtschaftskrise stabil. Die Marketingarbeit wird heuer weiter intensiviert. Für die Vermarktung der 35 Städte und Gemeinden stehen rund 1,2 Millionen Euro bereit.

"Wir sind dabei, aus vielen Gießkannen in der Werbung einen Feuerwehrschlauch zu machen", fasste Landrat und Verbandsvorsitzender Hermann Steinmaßl die "Bündelung der Kräfte" zusammen. Vor einem Jahr war der Chiemgau Tourismus neu aufgestellt worden. Dank der deutlichen Aufstockung der Mittel konnte die Mannschaft verstärkt und vor allem die Markekingarbeit ausgebaut werden. Heuer steuert der Landkreis eine Million, die Gemeinden weitere knapp 400000 Euro bei. Fast zwei Drittel allen Ausgaben fließen ins Marketing.

Mit knapp über vier Millionen Übernachtungen von fast 697000 Urlaubern konnte der Landkreis 2009 das Niveau des Vorjahres nahezu halten. "Der Chiemgau kam vergleichsweise gut durch das Krisenjahr", kommentierte Geschäftsführer Michael Lücke. Wie er äußerte sich auch Christine Lichtenauer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes München-Oberbayern, für heuer verhalten optimistisch, zumindest die Vorjahreszahlen wieder zu erreichen.

Steinmaßl rief dazu auf, die vorhandene große Vielfalt zur Stärke der Urlaubsregion zu machen. Der richtige Ansatz sei mit der neuen Wort-Bild-Marke "Chiemgau - Bayerns Lächeln" gefunden worden. Lücke, der im April 2009 zum Neustart des Verbands sein Amt angetreten hatte, konnte vor über 100 Delegierten im "K1" in Traunreut gestern Vormittag auf eine lange Liste von Aktivitäten und Initiativen verweisen.

Vor allem Familien und die Generation ab 55, die so genannten Best Ager, sind Ziel der Marketingarbeit. Lücke machte sich für "authentische Produkte" stark, um sich auf dem umkämpften Tourismusmarkt behaupten zu können. Nach einem Imagefilm mit Sommermotiven im September 2009 wurde gestern ein weiterer Zwei-Minuten-Streifen mit heimischen Winterimpressionen, untermalt von flotten volksmusikalischen Klängen, vorgestellt, der vor allem auch bundesweit in Kinos laufen soll.

Namentlich adressierte Postkarten an 20000 potenzielle Urlauber ("Direkt-Mailing"), die Präsentation des Winterwetters in verschiedenen Radiosendern, verstärkte Präsenz auf Messen, die Schulung von Mitarbeitern aus der Branche, zum Beispiel im "E-Tourismus", oder Werbung in Italien, Großbritannien und den Niederlanden in Zusammenarbeit mit dem oberbayerischen Verband waren Beispiele aus Lückes Bericht.

Heuer soll unter anderem der Internetauftritt erneuert, ein eigener Messestand gebaut und die Zusammenarbeit mit Nachbarorganisationen, insbesondere dem Chiemsee-Alpenland-Verband (CAT), intensiviert werden, kündigte Lücke an.

Die Kooperation und politisch angekündigte Fusion von CAT und Chiemgauverband zum Jahresbeginn 2012 war auch Hintergrund eines Antrags der Chiemsee-Schiffffahrt. Sie regte unter dem Applaus der Delegierten an, ein Gremium aus Politikern und Touristikern der Landkreise Rosenheim und Traunstein zu bilden, das schon ab Juni dieses Jahres den Zusammenschluss vorbereiten soll. Steinmaßl zeigte sich aufgeschlossen. Er führe ohnehin bereits regelmäßige Gespräche mit seinem Rosenheimer Amtskollegen Josef Neiderhell. Steinmaßl kündigte an, Einzelheiten zur Besetzung eines solchen Gremiums in der Vorstandschaft demnächst klären zu wollen.

Dass der Chiemgauverband noch viel vor hat, machte der Landrat mit zwei Ankündigungen klar. Für Mitte August 2011 ist ein dreitägiges Fest der Kulturen im Inzeller Eisstadion unter Beteiligung aller Landkreiskommunen in Vorbereitung und ebenfalls im Sommer nächstes Jahres soll erstmals ein Fest für die Jugend auf der Winklmoosalm steigen, unter anderem mit "La Brass Banda" und Rosi Mittermeier als Schirmherrin.

Bei der turnusmäßigen Neuwahl unter Leitung von Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger wurde Steinmaßl als Verbandsvorsitzender ebenso einstimmig bestätigt wie der Ruhpoldinger Tourismusdirektor Martin Haßlberger als Zweiter und dessen Siegsdorfer Kollege Hans Klauser als Dritter Vorsitzender.

Die Interessen der Kleinvermieter vertritt wie bisher Bartholomäus Irlinger, Vorsitzender des Verkehrsvereins Oberwössen. Für die gewerblichen Betriebe sitzt künftig Peter Stocker vom Seehotel "Wassermann" in Seebruck im Vorstand.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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