Wie Eishalle optimal nutzen?

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Der Zeitplan bis zur Eisschnelllauf-WM 2011, auf das jetzt in der Inzeller Ortsmitte bereits ein Plakat hinweist, ist knapp.

Inzell - Um Sicherheit für steuerliche und rechtliche Fragen zu haben und gute Rahmenbedingungen für eine optimale Eishallenauslastung zu schaffen, gibt die Gemeinde Inzell in Kürze eine Strukturanalyse zur Nutzung der Eishalle in Auftrag.

Dies beschlossen die Gemeinderäte am Montagabend einstimmig. Bürgermeister Martin Hobmaier informierte außerdem darüber, dass nächste Woche voraussichtlich der Bauantrag für die Eishalle eingereicht wird und am 26. Oktober die Rohbau-Arbeiten beginnen sollen.

"Die Hallenauslastung braucht natürlich eine lange Organisation und Vorlaufzeit", leitete Hobmaier zum Thema Strukturanalyse ein. Es gebe bereits einen Privatinvestor, der an einem Gastronomie- und Cateringbetrieb bei der Halle interessiert ist. Auch dieser brauche entsprechende Strukturen, in denen Rechte und Pflichten festgelegt sind. Gegenüber dem Finanzamt müsse bereits jetzt der Prozentsatz der gewerblichen Nutzung festgelegt werden. Der Bürgermeister hob hervor, dass im Mittelpunkt natürlich der Sport stehen müsse, der nicht behindert werden dürfe. Eine sportliche Nutzung von etwa 75 Prozent ist anvisiert. Andere Nutzungen will man vorwiegend in auslastungsarmen Zeiten zulassen. Die Gemeindeverwaltung holt nun Angebote für die Analyse ein.

Die aktualisierte Entwurfsplanung für die Halle wurde kürzlich im nichtöffentlichen Eishallenausschuss vorgestellt, wie Hobmaier berichtete. Auf das Dach, eine Holz-Stahl-Konstruktion, kommen nun bogenförmige Aufsätze mit Lichteinlässen. Die Gebäudehöhe erhöht sich daher um fünf Meter auf 27 Meter. Es ergab sich laut Rathauschef eine Kostensteigerung um 180000 Euro, die man durch Luftmengenreduzierung bei der Lüftungsanlage ausgleichen will. Ein Kostenpuffer von fünf Prozent sei aber ohnehin eingeplant.

Diese Woche rücke zum Abriss ein 35-Tonnen-Bagger an, und die Abbruchfirma Ottl aus Alling im Kreis Fürstenfeldbruck verdopple ihre Mitarbeiterzahl von vier auf acht. Die Firma sei schriftlich auf die vereinbarte Vertragsstrafe hingewiesen worden, wenn die Frist für den Abbruch bis 12. September nicht eingehalten werde, schaffe diesen Termin jedoch nach eigenen Angaben. Morgen, Donnerstag, steht dann bereits die Submission für die Erdarbeiten, für die acht Firmen die Unterlagen anforderten, und die Bohrpfahlgründung mit 20 interessierten Firmen an. Hobmaier zeigte sich optimistisch, dass der Bauantrag zügig genehmigt wird: Das sei im Landratsamt Chefsache, und auch Kreisbaumeisterin Mechtild Herrmann habe sich der Sache angenommen. Eine Webcam auf der Internetseite des Stadions www.eisstadion-inzell.de zeigt jeweils den aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Auch mit den während der Auslegung des Bebauungsplans "Sportanlagen" für die künftige Eishalle eingegangenen Stellungnahmen befassten sich die Räte. Die Regierung von Oberbayern forderte Ausgleichsmaßnahmen wegen der angrenzenden Schutzgebiete - diese erfolgen durch Ersatzpflanzungen von sieben Laubbäumen - und wies auf die Gefahr von Steinlawinen am Falkenstein hin. Deshalb wird nun das Geologische Landesamt für Umweltschutz am weiteren Verfahren beteiligt und um seine Einschätzung gebeten. Um Konflikte mit dem Immissionsschutz zu vermeiden, wird beantragt, die Veranstaltungen Eisschnelllauf-WM, Eisschnelllauf-Weltcup sowie Eisspeedway immissionsschutzrechtlich als "seltene Ereignisse" einzustufen, so dass andere Grenzwerte gelten. Wegen deren überschreitung beim Eisspeedway innerhalb der Ruhezeit nur für eine Stunde - am Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr - etwa 60000 Euro in die Verbesserung der Schalldämmung der Außenbauteile zu investieren, erscheint der Gemeinde für unverhältnismäßig. "Insgesamt verbessert sich die Lärmsituation für die Nachbarn erheblich", betonte Hobmaier.

Auf Anregung des Forstamtes sollen die unmittelbar an der Grenze stehenden hohen Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden. vm

Quelle: chiemgau24.de

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