Dirk Reichenau äußert sich zur Frauenquote

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Dirk Reichenau.

Traunstein - In einem Leserbrief greift Dirk Reichenau, Vorsitzender der SPD im Landkreis Traunstein, die Meinung von JU-Vorsitzenden Sigi Walch zur Frauenquote scharf an.

Dirk Reichenau, Vorsitzender der SPD im Landkreis Traunstein nimmt Stellung zur Frauenquote

Benötigen wir eine per Gesetz vorgeschriebene Frauenquote in den Chefetagen der Wirtschaft und Industrie? Diese Frage sollten wir nicht auf einzelne Bereiche der Gesellschaft reduzieren. Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau ist ein Verfassungsziel. Anscheinend ist diese Nachricht beim JU-Vorsitzenden Sigi Walch noch nicht angekommen.

Gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Schon immer blockieren Konservative und Wirtschaftsliberale diesen Grundsatz. Siehe die aktuelle Diskussion zum gesetzlichen Mindestlohn und dem Abstandsgebot zwischen Löhnen und Transferleistungen des Staates bei Arbeitslosigkeit und Armut. Siehe das Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau für die gleiche Arbeit.

Mehr Frauen in Führungsposition. Immer noch vertritt die CSU ein überkommenes Frauenbild, welches sich auf Küche, Kinder, Kirche reduzieren lässt. Nur sagen traut man(n) es sich eben nur noch am Stammtisch, dessen Hoheit es im Politikbetrieb zu verteidigen gilt.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur widerwillig erkennen verantwortungsbewusste CSU-Kommunalpolitikerkollegen den gesellschaftlichen Sprengsatz, wenn sie sich weiter einer inzwischen gesetzlich garantierten Kinderbetreuung vor Ort und der Möglichkeit eines Ganztagsschulangebots verweigern würden.

Das von Sigi Walch in seiner Presseerklärung wiedergegebene Frauenbild der Überfrau, erfolgreich im Beruf, erfolgreich in der Kindererziehung, nebenbei den Haushalt managend, strahlend aufschauend zum ebenfalls erfolgreichen Mann, dem sie aufopferungsvoll den Rücken freihält, dieses Frauenbild geht davon aus, daß Frauen immer besser sein müssen als Männer. Viel Erfolg beim Suchen dieses Überweibs, Sigi!

Es muß also umgedacht werden. Kinderbetreuung, Beruf, gesellschaftliches Engagement und Freizeit sollten nach Möglichkeit annähernd gleichberechtigt von Mann und Frau getragen werden. Wenn die Quote dabei hilft, muß sie auch angewandt werden, damit sie irgendwann überflüssig wird. In meiner Partei funktioniert sie seit Jahrzehnten gut, weil sie auch dann gilt, wenn es zu viele Frauen für Vorstände gäbe. Dann werden nämlich die Männer quotiert.

Dirk Reichenau, Vorsitzender der SPD im Landkreis Traunstein Stadt- und Kreisrat

Quelle: chiemgau24.de

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