Die Bienen fliegen wieder

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Die heimischen Imker geben interessierten Bürgern gerne ihr Wissen über das fleißige Volk weiter. An sogenannten Lehrbienenständen wird die Arbeits- und Lebensweise der Bienen erklärt. Einer davon (im Bild zu sehen) steht in Traunstein in Empfing am Parkplatz bei den Schrebergärten. Der Traunsteiner Vereinsvorsitzende Herbert Mauerberger (rechts) erläutert die "Lebens- und Arbeitsweise" der Bienen.

Traunstein - Blütezeit ist Bienenzeit. Und so sind die Bienen in diesen Wochen wie auf Kommando von Blüten zu Blüten unterwegs.

Blütezeit ist Bienenzeit. Und so sind die Bienen in diesen Wochen wie auf Kommando von Blüten zu Blüten unterwegs. „Eine Million Besuche sind durchschnittlich nötig, um 100 Gramm Honig zu produzieren“ macht Herbert Mauerberger, der Vereinsvorsitzende des Bienenzuchtvereins Traunstein deutlich. 82 Vereinsmitglieder würden 850 Bienenvölker in der Region betreuen. „Von dem Nutzen, den die Bienen bringen, können wir uns jeden Tag beim Frühstück überzeugen. Aber auch zum Kochen, Backen und Süßen wird der Honig gern verwandt“ so der Vereinsvorsitzende. Rund 1,5 Kilogramm Honig verbraucht jeder Bundesbürger im Jahr, dessen Hauptbestandteile Wasser und Fruchtzucker sind und der außerdem Mineralstoffe, Enzyme, Vitamine und Aromastoffe enthält.

„Honig ist ein natürliches Lebensmittel, das gut schmeckt“ ist das überwiegende Statement von Bundesbürgern bei Umfragen. Bereits rund 7000 Jahre vor Christi Geburt hätten die Menschen den Nutzen von Honig erkannt, wie Höhlenzeichnungen in Spanien nachweisen. Teilweise war der süße Tropfen sogar als Zahlungsmittel anerkannt und beliebt. Der Vereinsvorsitzende weist darauf hin, dass die Bienen aber neben dem Honigertrag weiteren Nutzen für die Ökonomie und Ökologie bringen würden: „Allein die Bestäubung von Raps und Obstgehölze lässt sich mit rund einer Milliarde Euro beziffern.“

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft weist darauf hin, dass in Obstanbaugebieten Prämien für aufgestellte Bienenvölker gezahlt würden. Die Honigbiene sorge mit ihrer Bestäubung für die Arterhaltung und –vermehrung. „Je besser die Bestäubung, desto höher auch der Fruchtgehalt und die Qualität“ heißt es in der Ausarbeitung „Bienentracht in Dorf und Flur“. Die fleißigen kleinen Insekten sind im Frühjahr bei sonnigem Wetter wieder permanent unterwegs. Auf bis zu vier Jahre Lebenserwartung kommt die Königin, die Drohnen werden circa acht Wochen alt, die Arbeiterinnen dagegen nur knappe vier Wochen. Die Arbeiterinnen stellen den Hauptanteil eines Bienenvolkes, das im Frühsommer rund 60.000 Insekten umfasst.

Viele Stiche – wenig Honig?

Nicht immer sind die Bienen aber im Sommer eine Freude für jeden: So mancher „Bienenstich“ ist im Sommer beim barfussgehen im Garten zu „verschmerzen“. Die regionale Biene, die so gut wie nie einen Menschen direkt attackiert bezahlt die Konfrontation mit dem Leben, der „Gestochene“ hat meist – sofern er an keiner allergischen Krankheit in Verbindung mit dem Bienengift leidet – außer einer schmerzhaften, geröteten Stelle nichts zu befürchten. „Der Bienenstich ist im Gegensatz zum Wespenstich ‚steril’, das heißt, es können keine Krankheiten durch die Biene übertragen werden“ so Mauerberger, der „im Fall der Fälle“ empfiehlt, den Stachel ruhig mit dem Daumennagel herauszuschaben. Ruckartiges anreißen würde nur mehr Gift aus dem Giftsack in den menschlichen Körper bringen. Zwiebelsaft und Kühlen der Einstichstelle sei die beste „Erste Hilfe.“

Ziemlich „wepsig“ kann die Biene aber werden, wenn sie ihr Volk und ihre Behausung verteidigen muss oder wenn man sie versehentlich ungünstig berührt. Den Stich mit dem sie sich verteidigt, kostet ihr dann das Leben. „In unserer Region haben wir sehr sanftmütige Bienen. Unsere Hauptrasse, die Kärntner Biene (Carnica) bringt einen guten Honigertrag und ist sehr friedlich“ so der Vereinsvorsitzende. Der Honigertrag eines Jahres kann sich durchaus sehen lassen: Rund 50 Pfund seien pro Volk möglich erläutert Mauerberger. „Der wirtschaftliche Aspekt, sich ein Bienenvolk zuzulegen steht aber nicht im Vordergrund. Dazu ist die Arbeit, die man als Imker hat viel zu umfangreich“ erläutert er. Neben der Aneignung des nötigen Fachwissens bei einem erfahrenen Imker sei es auch nötig, sich mit der Natur zu beschäftigen und die Zusammenhänge von Natur, Wetter und den Jahreszeiten zu verstehen. Ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen und Handeln sei nötig. Denn nicht umsonst heißt es: „Die Biene erzieht den Menschen“ wie der Traunsteiner Vereinsvorsitzende erläutert.

Propolis: Die medizinische Alternative

Zunehmender Beliebtheit in der Hausmedizien erfreut sich auch „Propolis“. Das Bienenharz ist ein natürlich vorkommendes Antibiotikum, das in den Bienenstöcken ein wichtiges Mittel zum Überleben der Bienenvölker ist. „Die Propolis verhindert, dass sich Bakterien und Pilze im Bienenstock bilden“ erläutert Mauerberger. 35 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit im „Wohnhaus“ der Bienen seien eine Brutstätte für Krankheiten. „Das Mittel ist der ideale Schutz dagegen und inzwischen mehr als ein Nebenprodukt zum Honig.“

Warum sterben die Bienen?

Seit einigen Jahren schlagen nun Imker und der Deutsche Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. in Utting am Ammersee Alarm. Die Forderung ist, Bienen und Honig vor genmanipulierten Maispollen zu schützen. Der gentechnisch veränderte Mais MON 810 verunreinige den Honig der Imker mit gentechnisch veränderten Blütenpollen. Auch die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft steht in der Kritik. Wissenschaftler rätseln über die Gründe, die im Jahr 2008 zu einer Reduzierung von rund 25 Prozent der Bienen in Deutschland geführt habe. Hauptsächlich ist „Varroatose die gefährlichste Krankheit des Bienenvolkes. Erreger ist die Varroamilbe, die vor gut zwei Jahrzehnten aus Asien eingeschleppt wurde. Die Milbe dringt in die Brut ein und schwächt somit die Jungbienen. Mauerberger meinte, dass „Varroageschwächte Völker deutlich anfälliger gegen Viren und Pestizide sind“ und hier die Ursache zum Völkersterben liegen könnte.

Heimische Erzeugung

„Unser heimischer Honig hat eine hohe Qualität“ macht Mauerberger Werbung für den „Echten Bayerischen Bienenhonig“, Ein hoher Anteil an Fermenten, denen man eine positive gesundheitliche Wirkung zuschreibe fördere die Qualität des heimischen Honigs. „Daneben legen wir auf einen hohen Ausbildungsstand unserer Imker wert und gehen sehr sorgfältig mit dem Honig um“ lobt der Vereinsvorsitzende das Produkt der fliegenden Honigproduzenten, die den Menschen in den kommenden Wochen wieder verstärkt begegnen werden. An einer Schulung interessierte Bürger können sich unter der Telefonnummer 0861 / 13231 über die Arbeit der Bienen und Imker informieren.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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