Bäckereien setzen weiter auf Qualität

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„Geballte Bäcker-Kompetenz“ (von rechts): Klaus Schneider, Obermeister der Bäcker-Innung Traunstein, Arnulf Kleinle, Schulleiter der Akademie des Bäckerhandwerks in Lochham und Herbert Zechmeister, Obermeister der Bäcker-Innung Berchtesgadener Land bei der Jahreshauptversammlung der Traunsteiner Innung am Dienstag.

Traunstein - Die Konkurrenz durch Discounter wächst für Bäckereien stetig. Trotzdem will sich die Innung nicht an dem massiven Preiskampf beteiligen.

Das Bäckerhandwerk sieht sich in einem langsam gesundenden wirtschaftlichen Umfeld weiterhin einem durch Überkapazitäten sowie der zunehmenden Vormachtstellung der Supermärkte verbunden mit einem massiven Preiskampf schwierigen Umfeld gegenüber. Die daraus resultierenden Probleme sowie Lösungswege hierzu diskutierten die Innungsmitglieder der Bäcker-Innung Traunstein, der zum Jahresende 39 Betriebe der Region angehörten bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Alpenrose in Traunstein. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Innungen Traunstein und Berchtesgadener Land dokumentierte auch die Anwesenheit des BGL-Obermeisters Herbert Zechmeister und dem Ehrenobermeister der Innung, Wilhelm Oswald.

Obermeister Klaus Schneider aus Traunstein ging in seinen Ausführungen auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Bäckerhandwerk in Bayern ein: „Das 4. Quartal des vergangenen Jahres war im Bezug auf den Umsatz des bayerischen Bäckerhandwerks das beste Jahresendquartal seit 2001.“ Der Jahresumsatz habe sich auf 2,325 Mrd. Euro gesteigert, die Beschäftigung um 850 Personen zugenommen. Da sich die Situation bei den Rohstoffpreisen im vergangenen Jahr entspannt habe, habe sich auch die Ertragslage der meisten Betriebe zufriedenstellend entwickelt. Zum Hauptgeschäft würden im Durchschnitt 3,6 Filialen gehören.

In Personalunion als Prüfungsvorsitzender (Schneider übernahm dieses Amt Ende des vergangenen Jahres von Gerhard Kotter) nahm Schneider zu den Ergebnissen der Auszubildenden bei den Gesellenprüfungen Stellung: Erfreut zeigte er sich über die guten Ergebnisse in der praktischen Prüfung, die Theorie sei er dagegen weniger zufriedenstellend gewesen. Ende 2009 bestünden 63 Ausbildungsverhältnisse für Bäcker und 50 für Fachverkäuferinnen. Kritisch äußerte er sich im Zusammenhang mit dem Lebensmittelrecht über die „ausufernde Bürokratie der EU“, die den Betrieben massiv zu schaffen mache: „Wir wehren uns insbesondere gegen die ungezügelte Deklarationspolitik. Es darf nicht sein, dass Vorschriften, die für Industriebetriebe und Handelskonzerne aufgrund deren Logistik und Verwaltung ohne Mühe bewerkstelligt werden können, auf dem Rücken des Handwerks ausgetragen werden.“

Bäckerhandwerk im Wandel

Vor dem Hintergrund eines massiven Strukturwandels stehe man vor drei großen Herausforderungen: So sei die Systemgastronomie ein ernstzunehmender Konkurrent für das Handwerk geworden, Backautomaten die derzeit von einem großen Discounter erprobt werden und die Überkapazitäten der bereits am Markt agierenden Großproduzenten würden das Bäckerhandwerk vor große Herausforderungen stellen. „Ich rechne mit einem verstärkten Verdrängungswettbewerb“ so der Obermeister. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, Gerhard Wittenzellner legte anschließend die Jahresrechnung 2009 und den Haushaltsplan 2010 vor, die beide von den anwesenden Innungsmitgliedern einstimmig genehmigt wurden.

Satzungsgemäß musste der Rechnungsprüfungsausschuss neu gewählt werden. Josef Deisenseer jun. aus Traunstein und Markus Guggenbichler aus Unterwössen wurden einstimmig im Amt bestätigt. Sven Seidel, Arbeitsvermittler in der Agentur für Arbeit stellte im Nachgang den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Traunstein und der Arbeitsgemeinschaften vor, in der sich 16 Vermittler in Traunstein und 13 in Bad Reichenhall um die Anliegen der Arbeitgeber kümmern. Der Arbeitgeberservice lege besonderen Wert darauf, den anfragenden Betrieben jeweils mit einem Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen so Seidel.

Der Schulleiter der Akademie des Bayerischen Bäckerhandwerks in Lochham, Arnulf Kleinle, ging anschließend auf das Thema „Sauerteigführung“ ein, und erläuterte den anwesenden „Backprofis“ seine persönlichen Tipps, damit das Brot in den Bäckereien „wie früher, wie bei der Oma gut schmecken könne“ – ein von den Kunden oft geäußerter Wunsch. Die verschiedenen Verfahren der Sauerteiggewinnung erläuterte er mit in diversen Verfahren selbst gebackenen Broten unter den kritischen Augen der Bäckermeister. Gemäß der erwarteten Marktentwicklungen bis zum Jahr 2015 gab Kleinle seine Prognose ab: „Das Billigpreissegment im Bäckerhandwerk steigt, aber auch das Hochpreissegment nimmt zu.“

Wittenzellner

Quelle: chiemgau24.de

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