Offener Brief des Vereins S-Bahn Salzburg

"Salzburg hat ein grundlegendes Verkehrsproblem!"

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Salzburg - Der S-Bahn Verein Salzburg ist sauer. Er glaubt, die Stadt wolle sich den dringend notwendigen Bau der Regional-Stadtbahn mit Innenstadt-Tunnel ersparen. In einem offenen Brief werden Forderungen laut:

Der offene Brief im Wortlaut:

Die Diskussion um den sog. „Stadtbahn-Beauftragten“ erweckt den trügerischen Anschein, dass sich die Stadt Salzburg den Bau der Regional-Stadtbahn mit Innenstadt-Tunnel "ersparen“ könne. Das ist ein völliger Irrglaube! Salzburg hat ein grundlegendes Verkehrsproblem, das immer schlimmer wird, nämlich völlig chaotische Staus in der Morgenspitze und in den anderen Hauptverkehrszeiten. Dieses erdrückende Verkehrsproblem muss dringend gelöst werden. Es geht längst nicht mehr darum ob, sondern wann die Regional-Stadtbahn mit Innenstadt-Tunnel kommt! Daran geht kein Weg vorbei! 

Salzburg muss dringend, am besten sofort, dieses Verkehrsproblem lösen! Das einzige Mittel, den Verkehr einigermaßen in den Griff zu bekommen, ist die Regional-Stadtbahn mit der Hauptachse durch diesen kurzen Innenstadt-Tunnel! Nur dieses System ist in der Lage, täglich 50.000 bis 80.000 Pkw-Fahrten pro Tag, durch freiwilliges Umsteigen auf diesen öffentlichen Verkehr, zu verlagern. Jeder Tag des Zuwartens verschlimmert das Verkehrschaos und treibt die Baukosten (durch Index-Steigerungen) für den notwendigen Regional-Stadtbahn-Tunnel immer weiter in die Höhe! 

Nur naive Zeitgenossen können glauben, dass man sich mittelfristig um die längst überfällige Hausaufgabe Regional-Stadtbahn herum stehlen könnte. Mehr noch, dieses Projekt nicht zu realisieren, ist grob fahrlässig und geht auf Kosten von Lebensqualität der Menschen, der Mobilität und der Umwelt. 

Nach einem schwarzen Loch des Stillstandes in der Stadt Salzburg, in den Jahren davor, hat der damalige Bürgermeister Dr. Harald Lettner mit seinem Planungsstadtrat Masopust endlich die Weichen in die Zukunft der Stadt gestellt, indem der unterirdische Lokalbahnhof ab 1992 gebaut wurde. Damit wurde der erste Schritt für den Regional-Stadtbahn-Innenstadt-Tunnel getan. Seit 1996 ist dieser Bahnhof erfolgreich in Betrieb und die Lokalbahn wartet seit damals darauf, weitergebaut zu werden. Der zweite Schritt wurde nicht mehr getan. Das sind ungenutzt verstrichene 20 Jahre! Dr. Dechant warb damals mit dem Slogan „Eine Stadt die soviel leistet, muss sich eine „Stadt-U-Bahn“ leisten können“ und wurde Bürgermeister, auch wenn es dann nicht wirklich weiter ging. Der Slogan selbst ist heute so top aktuell, wie damals und hat immer noch absolute Gültigkeit! Die Stadt kann, aufgrund der Verkehrs- und Umweltprobleme, sich gar nicht mehr leisten, dieses Projekt nicht zu bauen!

Besonders schlimm ist die Tatsache, dass der 1996, nach dem tiefer gelegten Lokalbahnhof, möglich gewesene sofortige Weiterbau des Tunnels um ca. 200 Millionen Euro billiger gewesen wäre, als die heute aktuellen Baukosten von ca. 530 Millionen Euro. So muss klar festgestellt werden, dass in den 20 Jahren ungenützter Zeit rund 200 Millionen Euro vergeudet wurden! So darf man mit Steuergeldern nicht umgehen. Jeden Tag des weiteren Zuwartens erhöht sich der Betrag! Nun wurde aktuell bekannt (ORF 10.3.2016, SN 11.3.2016), dass die Stadt Salzburg finanziell sehr wohl in der Lage ist, dieses dringend notwendige Projekt bewältigen zu können, wenn der Wille für die Bewältigung der Verkehrsprobleme vorhanden wäre. Dieser Wille ist in der Stadt dzt. nicht erkennbar. Schon eher zu erkennen, ist der Versuch, sich mit einer Art „Feigenblatt Stadtbahn-Beauftragter“ um die Verpflichtung, die Verkehrsprobleme der Stadt zu lösen, herum schwindeln zu wollen! 

Der Verein S-Bahn Salzburg verlangt, dass die sinnlosen Zahlenspiele um angeblich fehlende Steuergelder eingestellt werden. Mit Detailplanung und dem Bau des Innenstadt-Tunnels für die Regional-Stadtbahn muss unverzüglich begonnen werden! Politische Untätigkeit hat nichts mit „Sparen“ zu tun! 

Wenn man schon „sparen“ will, kann man gleich mit dem Posten eines sog. „Stadtbahn-Beauftragten“ beginnen! Angesichts der über 70 Kilogramm Gutachten über die Regional-Stadtbahn, besonders der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung von Dr. Oberndorfer darüber, ist jede weitere „Untersuchung“ Verzögerungstaktik und bei den Baukosten preistreibend und daher absolut entbehrlich. Die 70 Kilo Gutachten sind ein klares Indiz dafür, dass immer wieder Gutachten in Auftrag gegeben werden, um belegen zu wollen, dass die Regional-Stadtbahn nicht gebaut werden sollte. Bis heute gibt keine einzige seriöse, von Experten erstellte, Studie, die zu so einer Ansicht gekommen ist! 

Es muss Schluss sein, mit dem ewigen Produzieren von viel Papier und fachlich nicht belegten Behauptungen, dass es nicht gehen soll. Das löst, mit Sicherheit, nicht die Verkehrsprobleme der Stadt! Die Antwort darauf heißt klar und eindeutig: „Baut endlich diesen Tunnel!“

Pressemeldung S-Bahn Verein Salzburg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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